Weil wir ja gestern über die alten Bücher „gesprochen“ haben, und darüber, welch hohen Wert sie für uns und unsere Nachkommen besitzen.

Dass die Dokumente, auf denen unsere Geschichtsschreibung über die Frühzeit und das Mittelalter fußt, zu einem erheblichen Teil Fälschungen sind, das ist bekannt. Um den in Fortsetzung gegangenen Fälschungsfilz besser begreifen zu können, lohnt auch der Blick in Wilhelm Kammeiers Werk, in dem das Ergebnis seiner Untersuchungen zu den Geschichtsfälschungen seinerzeit veröffentlicht wurde.


Das wissenschaftliche Standardwerk beinhaltet eine schlüssige, einleuchtende als auch beunruhigende Erklärung für die Flut von Fälschungen. Ein kritischer Anhang nach einer Neuauflage , ergänzt von Roland Bohlinger, berichtet unter anderem über die Internationale Konferenz der Monumenta Germaniae Historica, auf der 1986 mehr als 100 Historiker über Geschichtsfälschungen in Europa berichteten. In ihren Beiträgen haben sie Kammeiers Untersuchungen und Einzelergebnisse insoweit bestätigt, dass die Forschung in einem Meer von Fälschungen schwimmt, die überwiegend durch kirchliche Kreise erzeugt worden sind.

Doch keiner der Konferenzteilnehmer hat sich getraut, bis zu Kammeiers Schlussfolgerung vorzustoßen: dass nämlich solch dichter Fälschungsfilz nur in zentralem Auftrag und unter zentraler Leitung entstanden sein kann. Kammeier zeigt, dass die Fälschungszentrale im päpstlichen Rom saß (und dort immer noch sitzt). Der Unterstützung ihres „Tuns“ aus bestimmten Reihen sind sich die vermeintlichen „Würdenträger“ gewiss.

Die Monumenta Germaniae Historica fällt nun auch der Digitalisierung zum Opfer. Darüber werden die einst auf Papier gebrachten Schriften nach und nach geändert, ersetzt, getauscht und vernichtet. Ein Graus.
Mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler wurde im Januar 2019 eine Zielvereinbarung unterzeichnet. Dabei soll die Digitalisierung vorangebracht und die Arbeit mit ausländischen Wissenschaftlern intensiviert werden.
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Infotafel:
Kammeiers Werk wird hier bereits nicht mehr aufgeführt!
https://www.mgh.de/…/schriften-der-monumenta-germaniae…
Fälschungen im Mittelalter Internationaler Kongress der Monumenta Germaniae Historica München 16.-19. September 1986-1988.
Das Motto der MGH lautet seit mehr als 200 Jahren. „Die heilige Liebe zum Vaterland gibt den Mut. (in der Kirchensprache: Sanctus amor patriae dat animum.)