Unsere deutschen Städte und ihre Zerstörer

Eine neue Reihe von Beiträgen wird damit eröffnet: Auf der einen Seite unternehmen wir Streifzüge durch längst vergangene Zeiten und widmen uns den deutschen Städten der Vergangenheit ( unter anderem aus dem Mittelalter).

Aber wir lesen auch über die planmäßige Zerstörung deutscher Städte und Infrastruktur durch die Alliierten, über die verbrecherische Kriegsführung der Angloamerikaner und dem angloamerikanischer Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung.

Der Höhepunkt der britischen Bombenoffensive im Rahmen des Lindemann-Plans wurde in der Nacht des 13. Februar 1945 erreicht, als ein massiver Bombenangriff auf Dresden stattfand. Winston Churchill, der direkt für die Bombardierung Dresdens verantwortlich war, begann, sich öffentlich von den Terroranschlägen zu distanzieren. Churchill sagte am 28. März 1945 zu Sir Charles Portal, dem Chef des britischen Luftwaffenstabs:

“Es scheint mir, dass der Moment gekommen ist, in dem die Frage der Bombardierung deutscher Städte nur um den Terror zu erhöhen, wenn auch unter anderen Vorwänden, überprüft werden sollte. Die Zerstörung Dresdens stellt das Verhalten der Alliierten ernsthaft in Frage….Ich halte es für notwendig, sich genauer auf militärische Ziele zu konzentrieren, wie z.B. Öl und Kommunikation hinter der unmittelbaren Kampfzone, anstatt auf bloße Terrorakte und mutwillige Zerstörung, so beeindruckend sie auch sein mögen.”

Trotz Churchills Beteuerungen gingen die britischen Terrorbombardierungen bis zum Ende des Krieges unvermindert weiter. gefasst hat. Die Alliierten haben mit Bombenteppichen und systematisch gelegten Feuersbrünsten den Tod von Zivilisten nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt verursacht. Mit Luftmassakern, offiziell „moral bombing“ genannt, sollten die Massen demoralisiert und am Ende Volksaufstände gegen Hitler ausgelöst werde.

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Inspiriert durch Beiträge und Dokumente eines von mir sehr geschätzten Lesers, beruhend auf seinen persönlichen Erfahrungen und Entdeckungen, setzt Schleißheim als Stadtteil Münchens in dieser Beitragsreihe den Anfang.

Ein Schwenker sei aber zunächst noch erlaubt: Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Buch /den Film von Michael Ende die unendliche Geschichte? Auch Michael Ende war ein Kind, der sowohl in Hamburg als auch in seiner Heimatstadt München die schweren Bombenangriffe der Alliierten auf die die Zivilbevölkerung erleben musste. Es gibt Zeitzeugen, und es gibt auch noch genügend Orte, die daran erinnern. Er schrieb sich die traumatischen Erlebnisse von der Seele. So entstanden Werke wie „Die unendliche Geschichte“, Der Wunschpunsch“, oder auch „Momo“.

Mit dem Krieg und seinen Schrecken endet die Kindheit von Michael Ende: Als Zwölfjähriger erlebt er den ersten Bombenangriff auf München: „Unsere Straße stand völlig in Flammen. Das Geräusch, das dabei entstand, war kein Prasseln, es war eine Art Heulen. Das Feuer heulte. Ich erinnere mich, ich bin wie ein Betrunkener durch die brennende Straße gelaufen und habe gesungen. Es war eine Euphorie, die mich erfasste. Ich kann mir das bis heute nicht ganz erklären. Es fehlte nicht viel, und ich wäre in das Feuer hineingesprungen wie eine Mücke, die ins Licht fliegt.“

Zur Erinnerung: Vor mehr als 80 Jahren, zum 24. Juli 1943, begann die “Operation Gomorrha” – die Terror-Luftangriffe auf Hamburg. Dieser Terror-Akt war bis dahin, der schwerste in der Geschichte. Befohlen wurde dieses Kriegsverbrechen von Winston Churchill.

Als schrecklich erlebte Michael Ende auch den Bombenangriff auf Hamburg 1943, wo er bei seinem Onkel zu Besuch ist. „Das war wirklich der Weltuntergang. Das kehrt immer wieder in meinen Träumen, wie wir die geschmorten Leichen, die auf Babygröße eingeschnurrt waren, geborgen haben. Ich sehe noch heute den Heerzug verstörter Menschen vor mir, die wie in einem Labyrinth durch die Ruinen irrten. Einer trug völlig sinnlos einen Tisch auf dem Rücken, wahrscheinlich das einzige, was er retten konnte.“

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Gegen das Vergessen!

Blicken wir zurück, auf Vorgänge und Relikte aus längst vergangenen Tagen – entdeckt von einem treuen Leser und in diesem Fall auch Ortschronisten. Für die Bereitstellung und Verwendung der Bilder/Aufnahmen bedanke ich mich ganz herzlich.

Oberschleißheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Es hat vor allem durch seine drei Schlösser und die dort beheimateten Museen sowie den über 100 Jahre alten Flugplatz mit der Flugwerft Schleißheim eine überregionale Bekanntheit.

Oberschleißheim wurde öfter bombardiert als München. Am 17.04 1945 starteten die letzten drei Ju 88 zu einem Einsatz Richtung Nürnberg, wo fünf KFZ in Brand geschossen wurden. Leider kamen nur zwei Maschinen zurück.

 Am 20.04.1945 der letzte Angriff auf den Flughafen.

 Am 30.04.1945 wurde der Flughafen kampflos übergeben.

 Am 01.05.1945 stellten sich den Yankees noch einmal 30 junge SS Männer entgegen, von denen keiner überlebte.

Vom Münchner Norden bis nach Schleißheim sind es gerade mal 20 min zu Fuß. Hier war im Zweiten Weltkrieg der fünftgrößte Militärflughafen im Reich. Der ganze Wald war bedeckt mit Bombentrichtern und Ruinen.

Hin und wieder streifen hier interessierte Wanderer entlang und entdecken immer etwas Neues.

Zwischen Fliegeralarm und Bombenterror

Die Geschichte beginnt auf dem Flugplatz Waddington in England, rund 200 Kilometer nördlich von London. Der Flugplatz Waddington wurde 1916 eröffnet und 1920 zunächst wieder geschlossen. Im Jahr 1934 erfolgte die Reaktivierung und seither wird er durchgehend bis heute von der Royal Air Force genutzt.

In den 1940er Jahren war Schleißheim eine kleine Gemeinde mit zwei großen Schlössern. Aber viel mehr noch hat der Fliegerhorst die Gemeinde verändert. Am Ende des Flughafens entstanden Baracken für russische Kriegsgefangene. Überbleibsel von Kriegsgerät stammen von amerikanischen Geschützen. Die Soldaten hatten diese aufgebaut, um vom Kirchplatz aus München zu beschießen.

Auf den Bildern sieht man die Gräber von abgeschossenen Briten, die mit militärischen Ehren am Friedhof Hochmutting beerdigt wurden. Von unseren Buren ist jedoch nichts zu sehen. Das ganze Gebiet wurde damals von der SS und Der Luftwaffe genutzt. Noch heute nennt man es Panzerwiese!

Die damals jungen SS-Männer im Alter von 17 bis 25 Jahren stemmten sich noch gegen die US-Übermacht und ließen ihr Leben fürs Vaterland. Mehr als 200 Mal mussten die Menschen wegen Fliegeralarms ihre Häuser verlassen, viele Schleißheimer starben, viele Häuser und auch das Alte Schloss wurden zerstört.

Ich übernehme weiter aus den Erzählungen:

„Als Kinder, das muss um 1972 gewesen sei, haben wir noch auf den zerschossenen US-Panzern gespielt, mittlerweile haben sie diesen weggeräumt. Es ist merkwürdig, dass davon nahezu nichts mehr erkennbar ist. Das war 1972 noch anders!“

Werfen wir noch einen Blick auf die Bildergalerie: So hat es bis 1972 in Oberschleißheim noch ausgesehen, der Minitaurus Bunker wurde gesprengt, obwohl er noch vollständig intakt mit Telefonen und allen Gerätschaften war. Komischerweise wurde dieser bei den Luftangriffen nicht getroffen, das Schloss daneben schon.

Das Schloss Oberschleißheim wurde von Kurfürst Max Emanuel erbaut – bekannt aus den Türkenkriegen und als Befreier von Belgrad. Vor dem Schloss befindet sich der Bunker Minotaurus, davon gab es im Reich nur drei Stück. Allerdings wurde auch dieser im Jahr 1972, obwohl noch intakt, wegen den Olympischen Spielen in München gesprengt. Begründung: In Oberschleißheim werden Ruderwettbewerbe stattfinden.

München 1945…..München/Allach, ein Nebenlager des KZ Dachau, dort waren die Arbeiter von BMW/Flugzeugmotoren, MAN und MTU untergebracht, Als der Yankee kam, machte er die Tore auf, die Insassen (Fremdarbeiter) waren so geschwächt, dass sie mordend, raubend und vergewaltigend durch die Ortschaft zogen. Doch der Yankee (als offizieller Befreier) tat nichts dagegen, und schaute „interessiert“ zu.

Aus der Chronik eines evangelischen Vikariats in Moosach: „Bei den Angriffen um den 20. April herum wurde das Alte Schloss schwer beschädigt. Dort hatten die evangelischen Christen ihren Betsaal, der ebenfalls zerstört wurde. „Die Schleißheimer Bevölkerung hat den Ort größtenteils fluchtartig verlassen und sich in der Umgebung zerstreut. Die Obdachlosen schlafen in Stadeln, Ställen und im Luftschutzkeller des Neuen Schlosses“, heißt es in der Chronik vom 26. April 1945.

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Rückblick: Am 21. Januar 1943 einigten sich die Alliierten auf ein gemeinsames Konzept zur Intensivierung des strategischen Bombenkriegs gegen Deutschland, die so genannte „Casablanca-Direktive“.

Hier ging es dann auch gegen das Ruhrgebiet, der sogenannten „Ruhrschlacht“, die in der Nacht vom 5./6. März 1943 mit einem schweren Luftangriff auf Essen begann und in der Nacht vom 29./30. Mai 1943 einen grausigen Höhepunkt erreichte: Beim Bombenangriff auf Wuppertal wurde zum ersten Mal im Zweiten Weltkrieg ein „Feuersturm“ entfacht, der innerhalb weniger Stunden 3.400 Menschenleben auslöschte.

Die „Ruhrschlacht“ ging in der Nacht vom 25./26. Juli 1943 mit einem weiteren Luftangriff auf Essen zu Ende. Zu dieser Zeit hatte bereits eine neue, noch verlustreichere Phase des Bombenkriegs begonnen: die Operation „Gomorrha“, bei der innerhalb weniger Tage etwa 40.000 Einwohner Hamburgs starben.

Ich verweise an dieser Stelle auf meinen Beitrag

https://undinepeter.blog/…/von-kriegen-von-wahrheit…/zur Auflistung der Friedensangebote von deutscher Seite aus, die aus den Alliierten-Reihen allesamt abgelehnt worden sind.

Und auf Aussagen wie diese: Churchill forderte seine zaudernden Stabschefs auf, notfalls „Deutschland mit Giftgas zu durchtränken“.

„Wenn man Menschen in die Steinzeit zurückbombt, denken sie nicht an Aufstände, sondern ans Überleben.“ schreibt der Augenzeuge Forte.

Was bleibt, ist die unauslöschliche Erinnerung an den beispiellosen Heldenkampf unseres Volkes. Niemand muss sich seiner schämen. Wer heute jammert, sollte sich der Generation von 1944 erinnern. Sie kämpfte.

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Quelle: private Aufnahmen und Beobachtungen (bereitgestellt von Wolf Tusch )

Aufnahmen aus den Stadtarchiven wie ein Luftbild, das den südlichen Flugplatz zeigt. (u.a Archiv Otto Bürger),

Auszüge aus SZ und Spiegel

https://michaelende.de/…/hamburger-bombennacht-und-das…


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