Wie war das eigentlich damals, 1582 mit der eingeführten Zeitrechnung vom Papst? Was ging dem voraus?

Zwei Ereignisse der letzten Tage, brachten dieses Thema hervor, zum einen, weil ich ja ohnehin gerade über das Machtgefüge des Papsttums seit Mittelalter berichte (siehe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel), und weil sich in manchen Gruppen Zwist und Unstimmigkeiten breit machen, das erste Jahresfest der Heiden betreffend.

Insbesondere am heidnischen Feuer, erhebt sich der Wunsch nach unserem ursprünglichen „Kalender“, wenn man diesen als solchen bezeichnen möchte, denn Naturvölker brauchen keinen offiziellen Kalender, um die Jahreszeiten zu bestimmen und primitive Zivilisationen haben sich selbst über Generationen hinweg versorgt, ohne einen Kalender zu haben.

So rechnet sich ein germanisches Jahr nach zwölf Vollmonden. Und den historischen Quellen zufolge, gibt es kaum Zweifel, dass die germanischen Stämme einen Mond-kalender hatten.

Schlägt man nun die Seiten der öffentlichen-rechtlichen Informationsanstalten auf, findet sich den Ursprung betreffend (Zeitrechnung, Kalender) lediglich und wiederkehrend der Hinweis auf die Weltreligionen. Ganz oben erwähnt, der Islamische Kalender, gefolgt vom Gregorianischen Kalender, dem christlichen Weltkalender – Aufteilung des Weltenjahres ins Kirchenjahr , der Jüdische Kalender, der buddhistische Kalender, der Kalender der Inder. Doch kein Vermerk auf den tatsächlichen Ursprung unserer Zeitrechnung.

Aus der Verwirrung und Irreführung heraus:

Ein bisschen wollte ich dem nachgehen – gerne könnt ihr aus eurem Wissen heraus, dieses Prozedere ergänzen. Ausgangspunkt: Ein germanisches Jahr rechnet sich nach zwölf Vollmonden.

Es gibt Quellen zu Datumsbezeichnungen (Kalender), die auf ein hohes Alter hindeuten, sie reichen bis weit vor die Zeiten der Zwangschristianisierung. Diese Datumsbezeichnungen belegen, dass das Jahr in Mondmonate eingeteilt wurde. Am verbreitetsten ist der „Jul-Mond“, an zweiter Stelle steht der „Dis-Mond“ oder „Distings-Mond“. Er war nur in Mittelschweden verbreitet.

Der älteste Beleg für den nordischen Jul-Mond findet sich in Island. In einer Abschrift des isländischen komputistischen Werkes Rím II, das selbst in der zweiten Hälfte des 13. Jh. entstanden ist, heißt es:

„Þat skal iola tungl telia, þem þrettanda dag er a himne, hvort sem þat er ungt eda gamallt …“

„Der Mond, der am Drei-Königstag am Himmel steht, soll als Jul-Mond angesehen werden, ob er jung oder alt ist“– (Rím II in Rimtǫl 1914–1916. S. 140 Note 5.)

Die altskandinavischen Kalender sind diejenigen Kalender, die in der Wikingerzeit (800–1050 n. Chr.) bis zur Einführung des gregorianischen Kalenders in Gebrauch waren.

Dass der Kalender unserer germanischen Vorfahren in den Wirren der Geschichte unwiederbringlich verloren gegangen ist, wird uns immer wieder dann schmerzlich bewusst, wenn wir die Feste des Jahreslaufes feiern wollen und uns dabei auf einen päpstlichen Kalender verlassen müssen, der die Jahre nach der angeblichen Geburt der obskuren „Gottheit“ Jesus Christus zählt.

„Sonne und Mond

Mond bei den Menschen,

Mindrer bei den Göttern,

Himmelsrad bei Hel,

Eiler bei den Riesen,

bei den Elben Schein,

bei den Zwergen Zeitmesser.“

(Alvissmál)

 Dieses Zitat aus der Edda gibt Auskunft über die Namen des Mondes. Es deckt sich mit den Erkenntnissen der modernen Sprachforschung. Demzufolge geht der „Mond“ auf eine indoeuropäische Wurzel *me- mit der Bedeutung „messen“ zurück. (Jan de Vries)

 Tacitus beschreibt es seiner Germania: „Man versammelt sich an bestimmten Tagen, bei Neumond oder Vollmond, dies sei, glauben sie, für Unternehmungen der gedeihlichste Anfang. Sie rechnen nicht nach Tagen, wie wir, sondern nach Nächten. So setzen sie Fristen fest, so bestimmen sie die Zeit. Die Nacht geht dem Tage voraus.“

Ich persönlich putze nun weiterhin fleißig das Haus, erwarte die Lichtgöttin Brigid und feiere die Rückkehr des Lichts: https://undinepeter.blog/…/brigid-auf-streifzug-von…/

Auf ein genaues Datum mag ich mich nicht festlegen, die Zeremonie trägt in erster Linie einen symbolischen Charakter, verbunden mit dem Wissen zu unseren Ursprüngen, fern des christlichen Dogmas – Unruhe und Verwirrung dazu, wurde seitens der Kirche genug verbreitet. Wenn sich die Menschen also zum 25.1. (Vollmond) um das Feuer versammeln oder zum 1.2. die Lichtgöttin begrüßen, ist es genauso gut und richtig.

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Noch ein paar Infos im Überblick:

Der Julianische Kalender wurde nur von den Kirchen und den Adeligen verwendet – wenn überhaupt. Es gab also nie einen Grund für einen anderen Kalender.

 Das neue Jahr begann mit der Nacht der Mütter um die Wintersonnenwende herum im Monat Giuli (Jul), der Winter mit dem Wintervollmond (Winterfilleð) im Oktober und der Sommer mit dem Eostremonað (Ostermonat) im April. Gezählt wurde im gesamten germanischen Raum nicht nach Jahren, sondern nach Wintern.

 Der Beginn des Jahres wurde mit einem großen Fest gefeiert, dass unter anderem den „Müttern“ geweiht war. Der Beginn des Sommers und des Winters wurden ebenfalls mit einem Fest gefeiert. Die „Tage” begannen mit den Nächten.

 Beda Venerabilis behandelt in „De Temporum Ratione“ die kalendarische Fragen, insbesondere die Zeitrechnung der eingewanderten Germanenstämme. Er bezeichnet die Kalender ausdrücklich als die der Angeln, was wohl die Sachsen und Jütländer umfasste. Er betont ausdrücklich, dass diese Zeitrechnung bis zur Christianisierung und der Einführung des julianischen Kalenders bei ihnen in Gebrauch war, also vor dem 5. oder 6. Jahrhundert. .Der von ihm überlieferte Kalender ist ein klares Beispiel für ein gebundenes Mondjahr. Die Monate werden nach dem Lauf des Mondes berechnet, aber im Sonnenjahr verankert, indem die vier Quartale sich nach dem Sonnenstand und den Äquinoktien richten.

 In ganz Europa war die Sitte verbreitet, Brot und Butter anlässlich Rückkehr der Sonne zu opfern.

 In Deutschland führten die ersten Gebiete die neue Kalenderform 1583 ein. Bis alle Gebiete gleichzogen dauerte es jedoch ein wenig und mit Friesland war der gregorianische Kalender 1701 in Deutschland vollständig eingeführt.


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