„Wir werden Deutschland zur Wüste machen, ja, zu einer Wüste“, hatte Churchill schon im „Blitz“-Jahr 1940 angekündigt. Damals allerdings verfügte die RAF weder über eine ausreichende Zahl von Bombern und Piloten noch über geeignete Navigations- und Waffentechniken, um die Drohung wahr zu machen.

Jede deutsche Stadt, kündigte Churchill an, solle fortan einer „Feuerprobe“ unterworfen werden, „wie sie kein Land an Unablässigkeit, Strenge oder Umfang bisher erlebt hat“.
Mehrmals holten die Alliierten zu einem zermalmenden Vernichtungsschlag aus. Allein die „Battle of Berlin“ von November 1943 bis März 1944 forderte 10000 Todesopfer, machte ein Viertel des Zentrums dem Erdboden gleich und ließ 1,5 Millionen Berliner obdachlos werden.
Berlin am 3. Februar 1945:
Rund Tausend „Fliegende Festungen“ bombardierten am 3. Februar 1945 die Reichshauptstadt. Es war der bis dahin schwerste Angriff auf Berlin und wohl die schlimmsten 50 Minuten in der Geschichte der Stadt. Mit 958 Bombenflugzeugen griffen die 1. und 3. Luftdivision der 8. US Air Force Berlin an. Die ersten Flugzeuge erreichten ihr Zielgebiet und 11.01. Uhr und die letzten verließen den Raum Berlin um 11.51. Uhr.
Von den 958 gestarteten Flugzeugen hatten Berlin 939 erreicht, die insgesamt 1854,5 Tonnen Sprengbomben und 225,8 Tonnen Brandbomben abwarfen.
Britischen und amerikanischen Quellen zufolge, werden die Verlustzahlen der Berliner mit 25.000 angegeben. Nach einem ersten deutschen Bericht des Angriffs konnten von 3043 Verschütteten etwa die Hälfte lebend geborgen werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt mit den Flüchtlingstrecks überflutet, zahlreiche Opfer wurden daher vermutlich nicht erfasst.

Noch Jahre später wurden beim Ausschachten von Kellerräumen für Neubaufundamente Skelette geborgen.
Eine oberflächliche Bilanz zum Bombenterror durch die Alliierten:
Die Nachtflieger, die sich häufig verfranzten, warfen ihre Bombenlast zeitweise „überall ab, wo ein Licht auf das Vorhandensein einer Siedlung wies“ (Friedrich). Bei einem Angriff von 50 britischen Bombern auf die Reichshauptstadt im August 1940 wurde gerade mal eine hölzerne Gartenlaube getroffen; zwei Berliner erlitten leichte Verletzungen.
Einen dänischen Reporter erinnerten die Bilder ausgebrannter Ruhrstädte an „Luftaufnahmen von Pompeji“.
Gut einen Monat später, nachdem er von Bombenangriffen auf Berlin erfahren hatte, notierte Brecht: „Das Herz bleibt einem stehen.“ Weil die Luftangriffe auf die Innenstadt „nicht mit militärischen Operationen verknüpft“ seien, „sieht man kein Ende des Kriegs, sondern nur ein Ende Deutschlands“.
Bei sämtlichen Bombenangriffen handelte es sich um raffinierte Kombination diverser Waffen: Teuflische Folge dieser Technik: Über den in Brand gesteckten Stadtteilen bildet sich eine gigantische Heißluftsäule, die orkanartige Stürme produziert und Tausende Tonnen Sauerstoff ansaugt. Die Menschen, gleich ob sie sich im Keller verbergen oder ins Freie fliehen, krepieren an Hitzschlag oder Überdruck, Verbrennungen oder Kohlenmonoxidvergiftung.
Aus der Luft beiseite geräumt wurden die historischen Stadtkerne unter anderem von Freiburg, Heilbronn, Nürnberg, Hildesheim, Mainz, Paderborn, Magdeburg, Halberstadt, Worms, Pforzheim, Chemnitz, Trier, Potsdam und Danzig.
Berlin, es war einmal…

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Bisher erschienen in der Reihe: https://undinepeter.blog/…/unsere-deutschen-stadte-und…/