Dresden – wir lesen nun täglich (Teil 2)

Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte.

Anknüpfend an die Frage: „Wer oder was, musste zum Kriegsende sterben: der deutsche Mensch, die deutsche Kultur?“ zitiere ich: „In dieser Nacht sah ich im Traum hoch am hellen Nachthimmel in göttlicher Stille einen Schwarm wundersamer Lichter stehen, die Namen trugen: Bach, Beethoven, Mozart, Haydn, Wagner, Liszt, Strauss, Schumann, Schubert. Dahinter, davor und daneben solche mit Namen Goethe, Schiller, Eichendorff, Kant, Heine, Nietzsche, Luther, Mörike, Uhland, Grimm, Novalis, Hesse, Jean Paul, Chamisso, Hebel, Hauff, Herder, Brentano, Arnim, Arndt, Kleist, Lenau, Storm, Schopenhauer, Stifter, Rückert, Keller, Fontane. „

Plötzlich schob sich in die unendliche Stille eine riesige Bombe, darauf ein Banner aus bluttriefenden Sternen, aus denen grelle Blitze in die schweigenden Lichtnamen krachten, die wie Sternschnuppen nach und nach erloschen. Und ich empfand im Traum unsägliche Trauer durch das Sterben von Licht. Dann stieß dieses Monster wild heulend auf die ahnungslose Frauenkirche und die in ihrem Schutz betenden Menschen. Und ich hörte, weinend im Traum, das Wimmern der sterbenden Kinder in den Armen ihrer toten Mütter.

Zögernd kamen erwachende Lichtlein aus der menschlichen Feuerhölle.

Und es wurden mehr und mehr , und sie vereinigten sich wieder hoch am hellen Abendhimmel, und alle Namen auch.

Eine Flüchtlingsfrau aus Schlesien berichtet: „Immer mehr türmten sich auf, man deckte sie mit einer Decke zu, die ich mir aber dann für meine lebenden Kinder nahm, die schrecklich froren. Im Morgengrauen kamen einige ganz alte SA-Männer. Ich packte meine Kinder, rannte darauf zu und sagte: Retten Sie uns schnell hier heraus, es geht gleich wieder los. Er nahm den sechsjährigen wortlos auf den Rücken, und ich sollte ihm folgen. Eine halbe Stunde später liefen wir so aus der überall brennenden Stadt. Unter den Opfern waren Kinder in Karnevalskostümen, die vielleicht auf dem Bahnhof auf ihre Eltern aus dem Osten gewartet hatten.“

Während nur das zufällige Durchschlagen der Decke dieser Handvoll Menschen im Heizungskellers des Bahnhofs das Leben gerettet hatte, erwarteten mehrere Tausend ein schlimmeres Schicksal. Von etwa zweitausend Flüchtlingen aus dem Osten, die in dem einzigen abgestützten Tunnel untergebracht waren, kamen nur hundert durch direkte Verbrennungen um; aber weitere 500 waren nach Angaben des Luftschutzleiters des Bahnhofs durch den Rauch erstickt.

Die Flüchtlingsfrau aus Schlesien berichtet weiter: „Da ich von meinem Mann keine Nachricht bekam, war ich so verzweifelt, dass ich es wagte, nochmal Dresden aufzusuchen. Denn für meinen Säugling hatte ich nicht eine einzige Windel, kein Jäckchen usw. Ich wusste ja, dass der Bahnhofskeller, der einem Irrgarten glich, erhalten war; die Menschen waren dort unten nur erstickt. Es war jedoch alles abgesperrt, denn es herrschte Typhus. Ich erreichte es aber doch, dass ich in den Keller durfte, begleitet von einem Bahnbeamten mit einem Arm, der mich warnte und meinte: „Das halten Sie nicht aus; es liegen da unten noch Tausende Tote, und ich kann Ihnen nicht helfen. Was ich dort unten gesehen habe, ist wahrhaft ein Greuelmärchen, dazu schemenhaft beleuchtet von der Laterne des Bahnmannes. Diese unzähligen Menschen dort unten glichen ledernden Gestalten“.

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Die Verfasser hierzu, wie Franz Kurowski und David Irving stützen sich bei ihren Ausführungen auf Erlebnisberichte, die sie sensibel zusammengetragen haben, die Gefühle beschreibend, zusammenfassend. Mehr als einmal wurden sie staatsseits dafür „gerügt“, um es freundlich auszudrücken.


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