Noch ein paar Gedanken am Rande, bezüglich der bevorstehenden Narrenfeste,

… und hin zu einer fast vergessenen Welt naturmagischer Bräuche. Zwischen Licht und Dunkelheit , zwischen Winter und Frühling – wir feiern die Zeit, die mit dem Erwachen der Natur im Frühling einhergeht.
Von den Ursprüngen bis in die Gegenwart
Fasching – wie soll es anders sein, auch hier wurde ein ursprünglich heidnischer Brauch „umzitiert“ Aber mittlerweile hat man ja die Menschen daran gewöhnt, dass bestimmte heidnische Bräuche in christliche Festzeiten umgeformt wurden.
Warum wird Karneval eigentlich am 11. November ausgerufen? Tatsächlich lässt sich dieser Zeitraum auf Samhain zurückführen: Mehr noch als die bevorstehende Wintersonnenwende am 21. Dezember markiert Samhain, das genau genommen „Sauwen” (mit gehauchtem „w”) ausgesprochen wird, Anfang, Ende und Neubeginn.
Es handelt sich vorrangig um ein Totenfest, welches traditionell zum 11. Schwarzmond (unsichtbarer Mond) des Jahreskreises zum Abschied des Sommers gefeiert wird und zugleich das letzte Erntefest des Jahreskreises ist.
Und auch das konnte ich noch herausfinden:
- Aber auch die antiken Saturnalien, Lypercalien, Dionysien und Floralien sind Vorläufer der Fasnacht.
- Europäische Höhlenmalereien deuten darauf hin, dass sich bereits die Menschen des Jungpaläolithikum vor etwa 30.000 Jahren mit Tierfellen und Hörnern maskierten.
- Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert, im Land mit den ersten urbanen Kulturen.
- Bei den Römern: Diese huldigten etwa ihrem Gott Saturn mit den sogenannten Saturnalien – feuchtfröhlichen Frühlingsfesten, zu denen sowohl das Vortragen von Spottgedichten als auch der Rollentausch von Herren und Sklaven gehörten.
- Heidnische Bräuche wie das Vertreiben von Winterdämonen zur Sonnenwende oder das Begrüßen des fruchtbaren Frühlings wurden im Laufe der Zeit nur argwöhnisch von der christlichen Kirche akzeptiert. Sie setzte alles daran, diese Festlichkeiten zu übernehmen und mit christlichen Werten und Bräuchen zu überlagern – wie auch die Fastnacht.
- Fasnacht wurde erst nach dem Jahre 1200 unter dem Einfluß des frommen Mittelalters ihrem Herkunftssinn widersprechend zu Fastnacht umgewandelt, nachdem das Konzil von Benevent im Jahre 1091 den Beginn der österlichen Fastenzeit auf den Mittwoch vor Sonntag Invocavit festgesetzt hatte. Den ältesten schriftlichen Nachweis für die Form Fasnacht finden wir in Wolfram von Eschenbachs Parzival aus dem Jahre 1206. Er schreibt im VIII. Buch in der 8. und 9. Zeile des 409. Verses: Das diu koufwip ze Tolenstein an der vasnaht nie baz gestriten
- Vom 12. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts werden in den Kirchen Narrenfeste gefeiert.
- Martin Luther war der Ansicht, die Menschen sollten nicht nur zu bestimmten Zeiten, sondern ganzjährig gottgefällig leben. Somit war die Durchführung der Fastenzeit in den evangelischen Gebieten Deutschlands zeitweise gänzlich erloschen – und damit auch die Fastnacht.
- Die alt Fasnet — Buurafasnet Der Sommer-Winter-Kampf wird aber durch die Fasnacht noch nicht endgültig entschieden. Acht Tage nach dem Fasnachtssonntag, am Sonntag Invocavit, am Funkensonntag, an der alten Fasnacht oder an der Bauernfasnacht, werden auf den Bergen die Funkenfeuer entzündet und Scheiben geschlagen. Auf der Spitze des Holzstoßes steckt eine ausgestopfte Hexenfigur. Sie symbolisiert den Winter, der nun endgültig, durch den Feuertod, sterben soll.
- Ein weiterer Wendepunkt in der Geschichte der Fastnacht war das Jahr 1823. Damals brachte die Stadt Köln eine gänzlich neue Form des Brauchs hervor. Festlichkeiten wurden „gezielt organisiert, um die Straßenfastnacht in kultivierte Bahnen zu lenken“. Ein Festkomitee sorgte für klar geregelte Umzüge und Prunksitzungen. Der rheinische Karneval war geboren.
Doch zurück zum Ursprung: Hingegen nutzten die germanischen Stämme diese Zeit, um böse Geister zu vertreiben und den guten zu huldigen, sie markierten den Übergang von Winter zum Frühling, mancherorts auch mit einem Heidenlärm. Wie bei allen heidnischen, also unseren ursprünglichen Festen, stand und steht die Natur im Mittelpunkt mit einem naturmagischen Segen aus Blüten: Nelken, Tulpen, Rosen und Veilchen. Naturrituale, um das Neujahr zu begrüßen, Fruchtbarkeitskulte, um den Frühling anzulocken.

Für mich ist es die schönste Art zu „feiern“.
Und nicht, wie wir heute leider erleben müssen: ein ausuferndes Saufgelage mit den schlimmsten Auswüchsen und perversem Treiben.
Wissenswertes, nachgeschlagen bei Wolf Dieter Storl:
Den ganzen Februar hindurch zieht die alte Göttin in der Gestalt der Percht oder Berta mit ihrer Geisterschar durchs Land. Die Menschen werden davon mitgerissen und feiern jetzt Fastnacht, Fasching, Karneval und andere Narrenfeste. Es ist die Urkraft der Wildnis und des Waldes, die in der Gestalt von Naturgeistern, Teufeln und Hexen über die kultivierte, zivilisierte Welt herfällt.
Diese Kreaturen der ungezähmten Wildnis regen zum lustvollen Treiben an. Das Wort Fastnacht hat nichts mit Fasten zu tun, wie es uns die Kirchendoktrin glauben machen will. Es kommt vom neuhochdeutschen Wort faseln (mittelhochdeutsch: vaselen) und bedeutet gedeihen, fruchtbar machen. Schon Bonifatius, der angelsächsische Missionar und sogenannte Apostel der Deutschen, der die heiligen Eichen umhauen ließ, verdammte in der Synode von Liftinae in Belgien (745) diese „unflätigen Feste im Februar“.