Konrad IV. /Konradin – mit ihm endet das ruhmreiche Geschlecht der Hohenstaufen

Nach dem Tod Friedrichs II.: In den Herzen der Deutschen aber blieb eine tiefe Sehnsucht nach der versunkenen Kaiserherrlichkeit. Sie fand ihren Niederschlag in der deutschen Kaisersage vom Kyffhäuserberg, die sich zunächst an Friedrich II. knüpfte, später auf Barbarossa übertragen wurde.

Konrad, der Sohn und Nachfolger Friedrichs II., zog sich von Deutschland in sein Hauserbe Unteritalien zurück. Der Papst erneuerte sofort den Kampf gegen das verhasste Geschlecht der Hohenstaufen, doch musste er, da er allein zu schwach war, immer fremde Hilfe herbeirufen. Zunächst ist es Karl von Anjou, der Bruder des französischen Königs. Der Papst belehnte ihn mit Neapel und Sizilien.

Karl war ein kluger und kraftvoller Mann, aber arglistig und grausam, aller edleren Gefühle bar, was sich schon in seinen finsteren Gesichtszügen spiegelte. Da Konrad bald starb (1254), übernahm sein Bruder Manfred die Aufgabe, das staufische Erbe zu verteidigen. Doch wurde dieser, nach anfänglichen Erfolgen, bei Benevent durch den Verrat eines Teiles seiner Anhänger entscheidend geschlagen. Er selbst stürzte sich unter die Feinde und starb tapfer kämpfend den Heldentod (1266).

Karl war nun König und wurde zu Neapel gekrönt.

Die Herrschaft dieses Königs wurde seinen Untertanen bald unerträglich. Da schickten die hohenstaufisch Gesinnten Botschaft nach Deutschland an den jungen Sohn Konrad IV, den 15jährigen Konradin. Dieser lebte arm und unbeachtet bei seinem Oheim in Bayern. In ihm war der frohe Geist seiner Ahnen lebendig. Vergeblich warnte ihn seine zärtlich-besorgte Mutter vor dem Italien, das alle Hohenstaufen ins Verderben gelockt hat. Konradin war entschlossen den gefährlichen Kampf um das Erbe der Ahnen zu wagen und lieber würdig unterzugehen, als daheim sicher, aber ruhmlos weiterzuleben.

Er verkaufte oder verpfändete die letzten Trümmer der hohenstaufischen Güter in Schwaben und warb mit dem Ertrag ein Heer (von 10 000 Mann). An dessen Spitze trat er 1267, begleitet von seinem treuen Jugendfreund Friedrich von Baden, den Zug über die Alpen an. Anfangs ging das Unternehmen glücklich vonstatten. Trotz des päpstlichen Bannspruches führten ihn die Römer im Triumphzug in ihre Stadt ein. Ganz Sizilien erhob sich gegen die Franzosen. Karl von Anjou befand sich in der schwierigsten Lage. Da rettete ihn ein unerwarteter Sieg bei Tagliacozzo (1268).

Konradin und sein Freund entkamen zunächst, wurden aber später gefangen und an Karl ausgeliefert. Dieser verurteilte beide und alle übrigen Gefangenen zum Tode. Konradin saß gerade mit seinem Freund beim Schachspiel, als ihm der Todesspruch verkündet wurde. Mit männlicher Fassung vernahm ihn der 16jährige Jüngling. Auch sein Verhalten auf dem Blutgerüst war seiner großen Ahnen würdig, Seine letzten Worte waren: „O Mutter, welches Leid bereite ich dir?“

Als Friedrich das Haupt seines Freundes fallen sah, schrie er so gewaltsam auf, dass alle Umstehenden in Tränen ausbrachen. Dann fiel auch sein Haupt und anschließend alle übrigen Getreuen. Solches geschah am 29. Oktober 1268 auf dem Marktplatz von Neapel.

So endete das ruhmreiche Geschlecht der Hohenstaufen.

Nicht lange aber sollte Karl die Früchte seines Sieges genießen. Im Jahr 1282 wurde die Herrschaft der Franzosen auf Sizilien durch die „Sizilianische Vesper“ vernichtet. Dem furchtbaren Blutbad fielen fast sämtliche Franzosen zum Opfer. Als König von Sizilien bestieg ein Schwiegersohn Manfreds den Thron, Peter III. von Aragonien. (Das Haus Anjou musste sich mit Untertiteln, dem Königreich Neapel begnügen.)


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