Ich halte nicht viel von „Aufrechnungen“ oder „Gegenrechnungen“. Doch in bestimmten Fällen sind sie angebracht und notwendig, weil man darüber auch erfährt, wie es sich tatsächlich zugetragen hat.
Lesen wir also von Coventry

Auch hier, wird In völliger Verkehrung der geschichtlichen Tatsachen die Schuld am alliierten Bombenterror des Zweiten Weltkrieges gegen die Zivilbevölkerung von Umerziehern den Deutschen aufgebürdet. Als angebliche Beweise dafür werden die Bombardierungen von Coventry, Warschau und Belgrad herangezogen. Die Wirklichkeit ist aber anders.
Wir beginnen mit Coventry einer englischen Stadt, südöstlich von Birmingham, die 1940 etwa 220 000 Einwohner hatte. Coventry war nicht nur Bischofssitz, sondern auch eine wichtige Industriestadt, es war das Zentrum der britischen Flugzeugmotorenindustrie. Von Feldmarschall KESSELRING wurde beim Nürnberger Prozess ausgeführt, dass Coventry in den Zielmappen der Luftwaffe unter genauer Einzeichnung der Rüstungsanlagen als das englische Klein-Essen geführt wurde.
Am 14./15. November 1940 wurde gegen die Rüstungsbetriebe von Coventry ein deutscher Luftangriff geflogen, nicht gegen die Stadtbevölkerung!
Coventry: so bei Wikipedia: Insgesamt betrug die Zahl der Todesopfer bei den Angriffen auf Coventry bis 1942 etwa 1200.
Indes in einem Artikel der Welt: Mindestens 568 Menschen kamen ums Leben, weitere tausend wurden verletzt. Und weiter : Die Wirkung von Coventry ist in der ganzen Welt sehr groß. Selbst die US-Blätter sind davon tief beeindruckt. In London völlige Hilflosigkeit.“ .
(Veröffentlicht am 13.09.2021 Von Johann Althaus)
Tatsächlich liegen über die Zahl der Toten in Coventry Angaben vor. Die Zahlen schwanken nur wenig. W. GÖRLITZ nennt 380 Tote und 800 Schwerverletzte. Der polnische Historiker PIEKALKIEWICZ schreibt, dies sei der Preis für die Bewahrung des „Ultra“ Geheimnisses für CHURCHILL gewesen.
Die Engländer begannen sofort bei Kriegsbeginn mit der Bombardierung deutscher Städte. Schon am 4. September 1939 wurde Wilhelmshafen angegriffen. Am 11. Mai 1940 (CHURCHILL war am Vortag Chef des Kriegskabinetts geworden) wurde die strategische Luftoffensive gegen das Deutsche Reich eröffnet. Essen wurde angegriffen, am 20. Mai 1940 auf Hamm gebombt. Im August 1940 wurden Bombenangriffe auf Hannover, Hamburg und Berlin geflogen. (Wir lesen darüber in der Reihe: Unsere deutschen Städte und ihre Zerstörer)
Am 14./15. November 1940 wurde gegen die Rüstungsbetriebe von Coventry ein deutscher Luftangriff geflogen, nicht gegen die Stadtbevölkerung. Diese Maßnahme war ein Vergeltungsangriff. Angriffe gegen offene Städte waren zuerst von den Engländern gegen Deutschland geflogen worden.
Der Angriff auf Coventry diente den Umerziehern bis zur Gegenwart als publizistischer Dauerbrenner.
Die zerstörte Kathedrale St. Michaels. König GEORG VI. höchstpersönlich schaut sich das Ausmaß der Zerstörung an. Auch hier in Coventry handelte es sich um einen Angriff auf Rüstungsindustrie.
Rein kriegsrechtlich betrachtet handelte es sich um ein legitimes Ziel. Denn in Coventry waren rund 30 Fabriken beheimatet, die Teile für die Flugzeugproduktion herstellten.
Wenn man den Darstellungen von Colonel Frederick WINTERBOTHAM Glauben schenken darf, hatte CHURCHILL von dem Angriff auf Coventry vorher durch die Aktion „Ultra“ erfahren. Um das Geheimnis seiner Quelle nicht preiszugeben, verzichtete er auf eine Benachrichtigung und Evakuierung der Bevölkerung und nahm die Opfer in Kauf.
Zudem hat der Angriff auf Dresden alles erreicht, was man von ihm erwarten werden konnte: Über zwanzig Quadratkilometer der Stadt waren in einer Nacht verwüstet worden: Zum Vergleich: In London wurden während des ganzen Krieges noch nicht einmal 2,4 Quadratkilometer zerstört.
Wir erinnern uns, als die Bomben in Dresden fielen, war der Krieg längst entschieden.
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Colonel Frederick WINTERBOTHAM, Aktion Ultra, Ullstein, Frankfurt/M.-Berlin 1976.
Eberhard SPETZLER, Luftkrieg und Menschlichkeit, Musterschmidt, Göttingen 1956, S. 160
Albert KESSELRING, Soldat bis zum letzten Tag, Athenäum-Verlag, Bonn 1953, S. 106.
Georg W. FEUCHTER, Der Luftkrieg, Athenäum, Frankfurt/M. 21962, S. 219. 2 In: Flugzeug, Nr. 3, Juni-Juli 1990, S. 24-28. 3 CZENANY, aaO. (Anm. 11), S. 235.