Von der Gertrudskammer zu den Externsteinen – ein Wochenendausflug

Mitte Februar: Schnell ein paar Sachen in unseren Bert „geworfen“, Wegzehrung verstaut und ab ins Grüne. In einem Waldstück, nahe einer wenig befahrenen Landstraße haben wir übernachtet.

Am Tag darauf laufen wir über fast vier Kilometer entlang einer „Landschaft, die wie tot erscheint – ein Baumstumpf reiht sich an den nächsten, kein Vogelgezwitscher, still und unbehaglich. Die wirklich verborgenen Stätten zu unseren Ursprüngen bleiben unerwähnt, auf sie trifft man zufällig.

Wir hätten euch gern schönere Aufnahmen zum Auftakt gezeigt, und hoffen nun sehr auf bessere Wege auf dieser Wanderung.

Weiter geht’s.

Der Wanderweg erstreckte sich wie befürchtet entlang der weitläufigen abgeholzten Flächen. Keine Ende in Sicht. Auf einem Schild war vermerkt, dass dieses Totholz im Rahmen der Klimaveränderung seinen Zweck erfüllt. Ich werde das nicht weiter erläutern, weil dieses Argument für uns wenig schlüssig ist.

Was auch immer der Grund für dieses unsägliche Tabula rasa sei, wir sind unbeirrt weiter gelaufen, bis zum Steilabfall des Eggegebirgskammes. vorbei an an der Karlsschanze, einer einst mächtigen Befestigungsanlage, weiter über den Klippenweg und dort bis zum „Faulen Jäger“, einem sechs Meter hohen Opferstein mitt einem Umfang von 24 Metern. Hier haben die heidnischen Sachsen ihren Gott Wodan geehrt und trafen sich regelmäßig zu festen Zeiten. Mit der Ausbreitung des Christentums wurden die Treffen immer weniger.

Eine Sage erzählt, der Stein trägt den Namen „Fauler Jäger“, weil sich dort ein Wachtposten vom Feinde überrumpeln ließ.

Gleich gegenüber des „Faulen Jägers“ liegt die Durdenhöhle, auch Gertrudskammer genannt.

Der Sage nach war die Höhle die Klause der Eremitin Gertrud; vielleicht aber auch ein sächsisches Naturheiligtum, das von der “Weisen Wala”, einer Druidin bewohnt war.

“In jenen Tagen, als unsere Vorfahren noch Heiden waren und ihrem Gott Wodan opferten, hauste in einer Höhle bei der Karlsschanze die Drude, von ihrem Hunde bewacht. An den Opfertagen übte sie das Priesteramt aus. Sie war in schnee-weißes Linnen gehüllt und opferte das geweihte Fohlen. Mit dem Blute segnete sie die Festgenossen, die von weit und breit hergekommen waren.

Als sich hier in der Gegend das Christentum immer weiter ausbreitete und sich die Sachsen taufen ließen, verließ sie mit ihrem Hunde die Drudenhöhle. Niemand hat sie wiedergesehen. Der Name Druidenhöhle weist auf die drei Truden, die drei Ewigen oder drei Mütter. ”

Auf keinem der Wegweiser fand sich ein Hinweis zu den Kultstätten der Heiden, unserer Vorfahren. Das muss man sich „erlesen“ oder einfach wissen. Zudem waren die Stätten (wie auf den Bildern zu sehen) kaum begehbar, so viel Holz lag davor.

Von der etwa 12 Kilometer langen Wanderung zurück, suchen wir uns nahe der Externsteine ein stilles Plätzchen zum übernachten. Wir reisen also noch über 50 Kilometer weiter. Auf dem Weg erblicken wir zur rechten unzählige Windräder, und zur linken Engländer in Kolonne.

Nun haben wir tatsächlich einen schönen Platz gefunden, schon gut gegessen und noch kurz die Umgebung erkundet. Bis zu den Externsteinen sind es von hier aus nur wenige Kilometer, hier zwitschern die Vögel, gegenüber steht ein einsames Gehöft, und leider auch in Sichtweite ein Windrad. Wobei es in dieser Umgebung nahezu unmöglich ist, fern dieser unsäglichen Kolosse einen Platz zu finden.

Wir machen es uns jetzt kuschelig, die Dunkelheit bricht an.

Sonntag Morgen: Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf den Weg zu den Externsteinen. Die Bilder sprechen für sich. Dann nehmen wir euch noch ein kleines Stück mit, auf unserem Weg entlang der Externsteine.

Kaum haben wir den Ort verlassen, fing es wieder kräftig an zu regnen. Und doch war es hier wunderschön, es ist und bleibt ein Kraftort.


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