Nun wurde Albrecht wirklich gewählt und gekrönt. Von bleichem Antlitz und durch den Verlust eines Auges entstellt, war er ein umsichtiger und tatkräftiger Herrscher. Doch bald bereuten die Fürsten seine Wahl, da er die großen Versprechungen, die er ihrer Habgier gemacht hatte, nicht genügende erfüllte. Als er ihre Absicht erkannte, auch ihn wieder abzusetzen, rief er die Bürger die Rheinstädte gegen sie auf, demütigte mit ihrer Hilfe die widerspenstigen rheinischen Kurfürsten und hob als Dank gegen die Städte die Rheinzölle auf.

So förderte er den Aufschwung des Bürgertums und erhöhte zugleich seine Königsmacht. Nicht glücklich dagegen war er in dem Bestreben, seine Hausmacht zu vermehren. Im Kampf um Thüringen erlitt er eine Niederlage. Schon war er mit neuen Rüstungen beschäftigt, da ereilte ihn der Tod durch Mörderhand.
Sein Neffe Johann von Schwaben, der sich von ihm in seinen Ansprüchen benachteiligt fühlte, rannte ihm das Schwert durch den Leib, ein anderer Verschwörer spaltete ihm das Haupt. Im Angesicht seiner Stammburg starb der König, nachdem die Mörder geflohen waren, in den Armen einer einfachen Frau, Am Ort der grausamen Tat gründete Albrechts Gattin das Kloster Königsfelden. Johann Parricida (Verwandtenmörder) genannt, verscholl gänzlich, er soll als Mönche in Italien gestorben sein.
Der herkömmlichen Überlieferung zufolge fällt in diese Zeit die Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft.


Schon zur Zeit der letzten Hohenstaufen hatten sich die drei Bauerngemeinden von Schwyz, Uri und Unterwalden, die von Friedrich II. als reichunmittelbar anerkannt worden waren, gegen die Habsburger gewehrt, welche versuchten die Landeshoheit über sie zu gewinnen. Nach dem Tod Rudolfs von Habsburg, 1291, erneuerten die drei Urkantone ihr Bündnis und schlossen den „Ewigen Bund“.
(Der Sage nach kamen sie 1307 auf dem Rütli , einer Bergmatte hoch über dem Vierwaldstätter See, zusammen und schwuren, die habsburgischen Landvögte am nächsten Neujahrstag aus dem Land zu jagen). Mit dieser Sage vom Rütlischwur verschmolz später die Teilsage).
Als der kriegerische Leopold von Österreich 1315 mir einem glänzenden Ritterheer versuchte, die Eidgenossen zu unterwerfen, erlitt er bei Morgarten eine blutige Niederlage. Es war der erste Sieg, den Bauern über Ritter erfochten. König Ludwig der Bayer bestätigte die verbrieften Freiheiten der Schweizer. In der Folge vergrößerte sich die Eidgenossenschaft durch den Beitritt weiterer Kantone. Schwyz ging stets voran, sodass seine Name allmählich auf das ganze Land überging. Ihre endgültige Unabhängigkeit von den Habsburgern erkämpfte sich die Eidgenossenschaft in der Schlacht bei Sempach 1386.

Nach glaubwürdiger Überlieferung ist dieser Sieg in erster Linie der Heldentat eines einfachen Bauern, Arnolds von Winkelried, zu verdanken: durch seinen Opfertod schlug er eine Bresche in die Schlachtreihe der österreichischen Ritter, durch welche die Eidgenossen dann eindrangen. (1499 schied die Schweiz endgültig aus dem Reichsverband aus. Ihre Unabhängigkeit wurde 1648 im Westfälischen Frieden bestätigt.
Nach Albrechts Tod einem Erzbischof von Mainz, die Wahl des Nachfolgers zu lenken. Heinrich XII von Luxemburg bestieg den Thron. Er erwarb das erledigte Königreich Böhmen. Ganz erfüllt von dem lockenden Gedanken, die Macht und den Glanz des deutsch-römischen Kaisertums, das seit 1250 erloschen war, wiederherzustellen, zog er nach Italien, von Dante, dem größten Dichter Italiens, begeistert begrüßt – wurde in Mailand zum lombardischen König und – nach Überwindung großer Widerstände – in Rom zum Kaiser gekrönt.
Als er einen Kriegszug gegen König Robert von Neapel, den Enkel Karls von Anjou, unternahm, starb er in Siena (1313).
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In den nächsten Tagen lesen wir dann, wie sich über die Wahl des neuen Königs große Zweitracht im Reich erhob.