Pforzheim – aus der Reihe: „Unsere deutschen Städte und ihre Zerstörer“

Das erschreckende an dieser Reihe: Die Zerstörung durch Alliierte und ihre Vernichtungsangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung scheinen kein Ende zu nehmen. Diese Tatsache und das Wissen dazu, sollte man sich in der Gegenwart verinnerlichen.

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Am Abend des 23. Februar 1945 erschienen britische Flieger über der Stadt am Nordrand des Schwarzwalds und erhellten den Luftraum mit Leuchtmitteln, auch „Christbäume“ genannt.

Der britische Militärhistoriker Richard Overy nennt die Bombardements im Frühjahr 1945 einen „entfesselten Orkan“. Er sei „unverkennbar strafend in seinem Charakter und maßlos in seinem Umfang“ gewesen.

Knapp 60.000 Menschen waren in der Stadt in dieser Nacht. Sie erlebten ein Inferno. Fast alle Häuser brannten nieder, in vielen Kellern wurde es unerträglich heiß. Menschen flüchteten und gerieten in stürmische Winde, die durch die Gassen fegten. Britische Bomber zerstörten vor 75 Jahren Pforzheim. Mehr als 17 000 Menschen starben, fast ein Drittel der Bevölkerung, als der tödliche Feuersturm durch das mittelalterliche Stadtzentrum fegte.

Kurz vor Kriegsende führten die Briten am 23. Februar 1945 einen verheerenden nächtlichen Bombenangriff auf die bis dahin unzerstörte Stadt Pforzheim in Südwestdeutschland durch, bei dem mehr als 17 000 Menschen den Tod fanden.

Am nächsten Tag hing beißender Rauch über den Ruinen der Stadt. Kleinere Feuer loderten noch, doch der große Brand war vorüber. Die Reste der Häuser dampften. „Morgens früh ging ich nach Pforzheim zurück“, erinnerte sich eine Augenzeugin: „Beim Messplatz sah ich die ersten Toten liegen. Schrecklich verstümmelt – Menschen, die wie Puppen zusammengeschrumpft waren. Eine Mutter, die ihr Kind noch schützend auf dem Arm hielt, beide halbverbrannt. Ein Albtraum.“

Die Stadt wurde bei diesem unter dem Codewort >Yellowfin< vorbereiteten Angriff zum größten Teil zerstört. Dabei gab es für diesen mörderischen Angriff weder zwingende militärische noch kriegswirtschaftliche Gründe, wie die in den USA lebende Historikerin Ursula MOESSNER-HECKNER in ihrem Buch Pforzheim – Code Yellowftn“ nachwies.

In Wirklichkeit wußten die Crews nicht, warum sie diese kleine Stadt zerstören mußten«, schreibt sie. Auf einem Angriffsplan, den ein Pilot noch aufbewahrt hatte, war vermerkt: »Militär in der Stadt, Präzisionsinstrumente, Chemikalien und Bier.« Es wurde vielmehr der Zweck verfolgt, eine bis dahin noch weitgehend erhaltene Stadt vollständig zu vernichten.

Die Alliierten hätten »Anfang Februar 1945 speziell nach noch relativ unzerstörten Städten gesucht, die prädestiniert gewesen seien für einen Flächenangriff. Die Luftherrschaft der Alliierten sollte eindringlich vor Augen geführt und die Loyalität der deutschen Bevölkerung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime weiter gebrochen werden«.

Ein anderer Augenzeuge notierte:

„Das Grauen war kaum in Worte zu fassen. Pforzheim existierte nicht mehr. Etwa 260 Hektar der Stadt waren total zerstört, bestanden nur noch aus Schutt und rauchenden Ruinen. „Nicht ein einziges Haus mehr bewohnbar in der ganzen Stadt“

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Hans Georg FRANK, „Wahrheit wird ausgespart bei Gedenkfeier für Bombenopfer“, in: Haller Tagblatt, 24. 11. 1994, S. 9. 2 Zit. in: Hans RUMPF, Der hochrote Hahn, Darmstadt 1952, S. 80 f. 3

David IRVING, Und Deutschlands Städte starben nicht, Schweizer Verlagshaus, Zürich 1967;

Gerhard BAUMFALK, Der Luftkrieg über England und Deutschland 1939 bis 1945, Grabert, Tübingen 2004.

In dieser Reihe bisher verfasst:


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