Anknüpfend an Albrecht I. von Österreich

Nach Albrechts Tod, gelang es abermals einem Erzbischof von Mainz, die Wahl des Nachfolgers zu lenken. Heinrich XII von Luxemburg bestieg den Thron. Er erwarb das erledigte Königreich Böhmen. Ganz erfüllt von dem lockenden Gedanken, die Macht und den Glanz des deutsch-römischen Kaisertums, das seit 1250 erloschen war, wiederherzustellen, zog er nach Italien, von Dante, dem größten Dichter Italiens, begeistert begrüßt – wurde in Mailand zum lombardischen König und – nach Überwindung großer Widerstände – in Rom zum Kaiser gekrönt.

Als er einen Kriegszug gegen König Robert von Neapel, den Enkel Karls von Anjou, unternahm, starb er in Siena (1313).

Nach seinem Tod erhob sich über die Wahl des neuen Königs große Zwietracht im Reich. Es kam wieder einmal zu einer Doppelwahl, und beide Bewerber wurden gekrönt, der Habsburger Friedrich der Schöne von Österreich, Albrechts Sohn, und der Wittelsbacher Ludwig der Bayer, zwei alte Jugendfreunde. Wieder verheerte (acht Jahre lang) Bürgerkrieg das deutsche Land. 1322 kam es zur Entscheidungsschlacht bei Mühldorf am Inn. Es war die letzte große Schlacht auf deutschem Boden, die ohne Anwendung der Feuerwaffen geschlagen wurde.

Ludwig der Bayer siegte, Friedrich wurde gefangen. Ludwig empfing seinen Jugendfreund mit den Worten: Vetter, wir sehen euch gern!“ Später ließt Ludwig den gefangenen Gegner auf die Festung Trausnitz in der Oberpfalz führen. Hier saß Friedrich in langer Haft. Der Kummer bleichte vor der Zeit seine Haare, während seine treu Gemahlin im fernen Wien sich die Augen blind weinte.

Trotz seines Sieges hatte Ludwig noch nicht endgültig gewonnen. Friedrichs Bruder, der leidenschaftliche Leopold, setzte den verheerenden Krieg für die Habsburger fort; der Papst belegte sogar Ludwig mit dem Bann und befahl ihm, die Regierung niederzulegen. In seiner Bedrängnis suchte Ludwig sich mit der österreichischen Partei auszusöhnen. Er legte durch eine Botschaft ein Sündenbekenntnis ab und versprach für sich und seine Nachfolger dem päpstlichen Stuhl den Eid des Gehorsams. Als alles ohne Erfolg blieb, schilderte Ludwig auf einem Reichstag den Fürsten seine Bemühungen um die Herstellung des Friedens und die Anmaßung des Papsttums. Darauf erklärten die Reichsstände die päpstliche Verfügung für ungültig.

Einige Zeit danach traten die Kurfürsten zusammen und schlossen den Kurverein zu Rhense (1338), sie erklärten, jedem rechtmäßig gewählten deutschen König stehe die Kaisermacht zu, auch ohne päpstliche Bestätigung, allein von Gott stammend. Doch hat Ludwig die Gunst dieser Lage nicht auszunutzen verstanden.

In dem Bestreben, seine Hausmacht zu vergrößern, hatte Ludwig großen Erfolg. Er gewann die Mark Brandenburg – nach dem Aussterben der Askanier – Tirol, Holland, Seeland, Friesland, Hennegau. Durch solche Ländergier verletzt, stellen seine Gegner im Reich 1346 einen Gegenkönig auf, Karl von Mähren, den Enkel Heinrichs VII. Dennoch behauptete sich Ludwig, bis ihn, im 60. Lebensjahr, ein plötzlicher Tod dahinraffte. Auf einer Jagd bei München wurde er vom Schlag getroffen und verschied alsbald.

——

Weiter geht es dann in der nächste Woche mit Karl IV. (1347-1378) und Sigmund (1410 -1437)


Hinterlasse einen Kommentar