Immer und immer wieder wird uns gepredigt, Deutschland hat gewütet und sich vieler Verbrechen schuldig gemacht. Unabhängig davon, dass viele unter uns die Art dieser Predigt längst durchschauen konnten, habe ich mir heute Morgen mal die Mühe gemacht Google folgende Fragen zu stellen:
Wie viele Städte wurden von Deutschen im Krieg bombardiert?
Welche deutsche Luftangriffe sind bekannt?
Hat Deutschland im Zweiten Weltkrieg viele Städte zerstört?

Nun, die Antworten waren in dieser Hinsicht recht interessant. Denn behandelt wurden nur Luftangriffe der Alliierten. Merkwürdig? Nein, das ist nicht merkwürdig, sondern der Tatsache geschuldet, das die Bilanz zu Luftangriffen von deutscher Seite aus, recht dürftig ausfällt. Im Gegenzug blicken wir auf unzählige zerstörte Städte durch alliierte Vernichtungsangriffe.

Der Deutschlandfunk schreibt dazu: „Am 14. Februar 1942 entschied die britische Militärführung, „ohne Einschränkung“ Bomben über dicht besiedelten deutschen Städten abzuwerfen. Vorbild für die Flächenbombardierungen waren verheerende deutsche Luftangriffe auf Städte wie London und Coventry oder Warschau.“
Verheerende deutsche Luftangriffe? Ab Februar 1942? Tatsächlich? Unabhängig von der Tatsache, dass die alliierten Vernichtungsangriffe vor allem ein bestimmtes Ziel verfolgten und ihren Beginn bereits 4. September 1939 nahmen, schauen wir doch noch einmal genauer hin.
Coventry ist bekannt, darüber habe ich schon berichtet. (siehe im Kommentar) Als angebliche Beweise werden die Bombardierungen von Coventry, Warschau und Belgrad medial herangezogen. Die Wirklichkeit ist aber anders.
Die Fakten:
Erst nach wiederholten Angriffen auf Berlin Ende August 1940 erfolgte am 7. September ein erster deutscher Vergeltungsangriff auf London.
Zu Beginn der Schlacht um England war den deutschen Kampffliegern der Angriff auf Städte untersagt. Erst nachdem Kriegspremier CHURCHILL die Bombardierung deutscher Städte freigegeben hatte, wurde auch London angegriffen. Der erste deutsche Angriff auf London erfolgte als Vergeltung am 7. September 1940.
Erst weitere Monate später, am 15. November 1940, erfolgte der deutsche Luftangriff auf die Rüstungsstadt Coventry, der oft unberechtigt als Auslöser des alliierten Luftterrors im Zweiten Weltkrieg genannt wird.
Warschau: Bekanntlich kapitulierte Warschau am 27. September 1939. Millionen von Flugblättern waren vorher abgeworfen worden, um Warschau zur Kapitulation und die Zivilbevölkerung zum Ausweichen in die östlich der Weichsel gelegene Vorstadt aufzufordern. Die polnische Hauptstadt war keine offene Stadt. Im Gegenteil: Sie war vorher in Verteidigungszustand gebracht worden. Der polnische General Juliusz ROMMEL und der Bürgermeister hatten die Verteidigung organisiert. Als die Kapitulation nicht erfolgte, griffen deutsche Flugzeuge, vom damaligen Kriegsrecht völlig gedeckt, die als Festung ausgebaute Stadt an.
Die deutsche Luftwaffe hatte den Auftrag, nur militärische Ziele zu bombardieren. Schriftliche Dokumente darüber liegen vor. Auch hatte der französische Luftattache in Warschau, General ARMENGAUD, seine Regierung darüber informiert, dass die deutsche Luftwaffe nach den Kriegsgesetzen gehandelt habe.
Am Morgen des 6. April 1941 begann der deutsche Luftangriff auf Belgrad. In Belgrad wurden – soweit dies möglich war – nur militärische Ziele bombardiert. Hinter den dazu vorangegangenen Aktionen standen die Engländer und der amerikanische Diplomat Bill DONOVAN. Anfang April schloss die neue Regierung einen Pakt mit der Sowjetunion. Es kam deswegen am 6. April zum Krieg Deutschlands mit Jugoslawien.
Indes begannen die Briten als erstes mit Bombenangriffen auf Deutschland, ohne dass das Reich darauf zunächst antwortete. Nach einer Notiz bei den Akten des Oberbefehlshabers der Luftwaffe-Arbeitsstab I.S.- erfolgten bereits bis 31. Dezember 1939 zahlreiche britische Bombenabwürfe.
Dass CHURCHILL vor nichts zurückschreckte, beweist der britische Luftangriff auf Bulgariens Hauptstadt Sofia in der Nacht zum 7. April 1941. Bulgarien befand sich mit England nicht im Krieg. England hat diesen Angriff als Repressalienhandlung gerechtfertigt.
Vorausgegangen war der Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt. Die deutschen Truppen konnten daher – ohne dass Bulgarien in den Krieg eintrat – durch das Land marschieren. Die Anwesenheit englischer Truppen auf griechischem Hoheitsgebiet gab Deutschland das Recht, dieses als Kriegsschauplatz zu behandeln.
Weitere Beispiele alliierter Zerstörungswut:
Als die Alliierten Frankreich bombardierten – siehe die Schlacht um Frankreich 1944/45. Zwischen Juni 1940 und Mai 1945 wurden von britischen und amerikanischen Flugzeugen 67078 Franzosen getötet. Mehr als 90000 Gebäude oder Häuser wurden zerstört, und 45 000 wurden unbewohnbar.
Die Zerstörung der normannischen Stadt Caen durch zweiwöchige, unablässige Luftbombardements auf deutsche Besatzungstruppen sowie auf die einheimischen Zivilisten bis zur Einnahme durch die anglo-amerikanischen Invasionstruppen am 9. Juli 1944 gehört zu den schlimmsten Beispielen der rücksichtslosen Vorgehensweise der alliierten Luftwaffe
Nach der alliierten Invasion 1944 in Frankreich bombardierten Engländer und Amerikaner rücksichtslos auch die Städte ihres französischen Verbündeten, solange die Gebiete noch in deutscher Hand waren. Aber auch schon vorher wurden französische Orte, vor allem an der Atlantikküste, von britischen Terrorangriffen heimgesucht. Dabei nahmen die Engländer auf die Zivilbevölkerung ebenso wenig Rücksicht wie bei ihrem Angriff am 3. Juli 1940 gegen die französische Flotte in Mers-el-Kebir bei Oran in Nordafrika auf die französischen Marinesoldaten.
Am 3. Mai 1942 starteten die Alliierten einen intensiven Bombenangriff auf die Pariser Umgebung.
Am schlimmsten ist, meint der Zeitzeuge Philippe GAUTIER, „dass die Alliierten, und ganz besonders die Engländer, die historischen Kerne von nahezu allen Städten der Normandie. .. zerstörten, obwohl sie sehr wohl wussten, dass ihre deutschen Feinde ihre Panzerdivisionen nicht in den normannischen Kirchen und Kathedralen versteckten, ebenso wenig in den alten Abteien, in den mittelalterlichen engen Gassen mit Fachwerkhäusern oder in Krankenhäusern. Eine ungeheuerliche Bilanz von ebenso willkürlichen wie überflüssigen Massakern!“
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Quelle:
Der Grosse Wendig Band 1 S. 830 Grab ert Verlag / Kosiek/Rose
Georg W. FEUCHTER, Der Luftkrieg, Athenäum, Frankfurt/M. 21962, S. 219. 2 In: Flugzeug, Nr. 3, Juni-Juli 1990, S. 24-28. 3 CZENANY, aaO. (Anm. 11), S. 235.
Philippe GAUTIER, Deutschenangst — Deutschenhaß, Gra bert, Tübingen 1999, S, 11.
Hans-Joachim VON LEESEN, »Wer warf Bomben auf Nantes?«, in: Ostpreußenblatt, 7. 10. 2000, S. 4. 5 Siehe Beitrag Nr. 161: »Bromberger Blutsonntag«. 6 Christian ZENTNER U. Friedemann BEDÜRFTIG, Das Große Lexikon des Zweiten Weltkriegs, Südwest, München 1988, S. 241; Philippe GAUTIER, Deutschenangst – Deutschenhaß, Grabert, Tübingen 1999, S. 130-133. 7 Philippe GAUTIER, ebenda, S. 132
Auswärtiges Amt Berlin (Hg.), Dokumente über die Alleinschuld Englands am Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung, Achtes Weißbuch der Deutschen Regierung, Berlin 1943, Nachdruck ArchivEdition, Viöl 1995, S. 155