Das Schöne an diesem Beitrag ist, dass wir uns hier stückweit genau in dem Zeitraum befinden, indem insbesondere die Zeit unter Karl IV. in Erscheinung tritt, und das parallel zu den Kapiteln „Die Kaiser aus verschiedenen Häusern“ aus der Reihe Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel.

1335 gelangte Breslau zusammen mit dem größten Teil Schlesiens auf Bitten der schlesischen Herzogswitwe Agnes, Enkelin des deutschen Kaisers Konrad III., im Vertrag von Trentschin wieder unter die Oberhoheit des deutschen Lehnstaates Böhmen. Der polnische König Kasimir III. verzichtete in Trentschin „für ewige Zeiten“ auf die Lehenshoheit über die schlesischen Fürstentümer. Breslau erhielt eine reichsstädtische Verfassung. Schon bald nach ihrer Neugründung entwickelten sich die Stadt zu einem der größten Handelsplätze des Deutschen Reiches.
Von den böhmischen Königen, namentlich Karl IV. (1346-1378), wurde Breslau sehr begünstigt, sodass sich trotz der Stürme der Hussitenkriege und der folgenden Jahrhunderte ein wohlhabendes deutsches Bürgertum herausbildete. Der Handel der Stadt, die zwischen 1368 und 1474 der Hanse angehörte, reichte bis nach Venedig.
In dieser Periode erhielt Breslau auch sein architektonisches Gepräge. Die meisten Kirchen der Stadt wurden damals neu- oder umgebaut. Die herzögliche Burg stand auf dem Platz der jetzigen Universität. Später hat der Jesuitenstil in der Universität ein Denkmal hinterlassen.

1526 kam die 1523 protestantisch gewordene Stadt an das Haus Habsburg. Im 16. Jahrhundert erlebte Breslaus eine kulturelle Blüte. Seit dem ausgehenden Mittelalter war es mit 36 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Deutschlands. Im Dreißigjährigen Krieg verarmte das 1633 von Schweden, Sachsen und Brandenburg verwüstete Breslau. Die Gegenreformation leitet eine neue Entwicklung ein.






Am 10.08. 1741 besetzten preußische Truppen Breslau. Durch den Breslauer Frieden (11.6.1742) kam Schlesien mit der Grafschaft Glatz, aber ohne die Herzogtümer Jägerhof, Teschen und Troppau, von Österreich an Preußen. Damit begann eine neue Blütezeit. Noch einmal (1757) wurde die Stadt von den Österreichern besetzt, wenig später jedoch von Friedrich nach der Schlacht bei Leuthen befreit.
1760 schlug General Graf von Tauentzin einen Angriff Loudons zurück. 1806/7 belagerte Vandamme die Stadt und ließ nach der Übergabe die Festungswerke schleifen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung auf 400 000 Personen an. Die 1811 neu gegründete Universität wurde zum geistigen Zentrum des deutschen Widerstandes gegen die Napoleonische Unterdrückung. Auf der Breslauer Schmiedebrücke hatte das berühmte Lützower Freikorps, auch als „Schwarze Schar“ bekannt, sein Standquartier.
Am 17. März 1813 erging von Breslau aus der Aufruf Friedrich Wilhelm III. „An mein Volk“. Es war der Startschuss zur Vertreibung Napoleons von deutschem Boden. In Breslau wurde auch das Eiserne Kreuz gestiftet.
Bis 1945 war die Stadt Sitz zahlreicher Behörden (Oberpost- und Reichsbahndirektion, Oberbergamt, Reichsbankhauptstelle u. a.) und Hochschulen (Universität, Technische Hochschule, Akademie für Kunst und Kunstgeschichte) sowie ein bedeutender Messeplatz und Kulturzentrum mit mehreren Theatern, Museen und Bibliotheken.
Vor dem Zusammenbruch war Breslau die viertgrößte Stadt Preußens (nach Berlin, Köln und Essen) und die achtgrößte Stadt des Deutschen Reiches.

Bisher in der Reihe „Stadt und Festung Breslau“ verfasst:
Die Fotos stammen aus „Burda Druck“ zu Schlesien aus dem Jahr 1972