Wenn das Buch zur Hinrichtung „gerufen“ wird

Möge sich jeder selbst ein „Bild“ machen, von dem seit vielen Jahrhunderten bekannten Umgang zu missliebigen aufs Papier gebrachten Inhalten.

Die Geschichte hier, aus dem Jahr 2024, erinnerte ein wenig an das Geschehen aus dem Werk „Der Name der Rose“ aus der Feder Umberto Ecos. Dort lagerten Bücher in einer labyrinthischen Bibliothek. Die rechte obere Ecke der rechten Seiten eines Buches wurde mit einem Gift bestrichen, so dass jeder, der in dem Buch las und sich den Finger zum Umblättern mit der Zunge befeuchtete, vergiftet wurde. 

Warum so geschehen? In dem Fall schreiben wir das 15. Jahrhundert, und der Inhalt mancher Bücher entsprach nicht dem kirchlichen Doktrin.

Übrigens: In der DDR sprach man vom „Giftschrank“, dort lagerten all die verbotenen Bücher.

Aber wieder zurück in die Gegenwart:

Mehr als einmal, habe ich schon darauf hingewiesen, es wird nicht mehr allzu lange dauern, und wir werden bald keinen Zugang mehr zu den Schriften vor, aus und um das 19. Jahrhundert haben. Kauft die alten Bücher, kauft die weniger propagierten Schriften, kauft diese Bücher und Zeitschriften, die wenigstens noch den Funken Wahrheit bewahren.

60.000 historische Bücher aus der Bibliothek sind nun ab sofort gesperrt. Es handelt sich, um Bücher und Zeitschriften aus dem 19. Jahrhundert.

Ich zitiere aus dem „Kölner Stadtanzeiger“

„Der Verdacht: giftiges Arsen. „Arsen ist giftig und krebserregend und kann in grünen Farbstoffen vorkommen“, so ist es in der Mitteilung von Uni-Rektorin Angelika Epple und ihrem Kanzler Stephan Becker zu lesen.

Weil bei der Produktion von Büchern und Zeitschriften im 19. Jahrhundert mitunter Arsenverbindungen zum Einsatz gekommen sein können, hat die Bibliothek der Universität Bielefeld Zehntausende Bücher für die Ausleihe gesperrt. Solange die Bücher im Regal stehen, würden sie als unbedenklich gelten, hieß es.

(Aha, „Bitte nur angucken, nicht lesen!)

Die Bibliothek bittet um Verständnis, dass es Zeit brauche, Bücher in diesem Umfang aus dem Bestand zu entfernen, einzulagern

Seit Kurzem lägen hierzu erste wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Es gebe für den Umgang mit dieser Gefährdung bislang aber keine gesetzliche Regelung oder Handlungsempfehlungen. „Wir sind im Austausch mit anderen Bibliotheken“, erklärte die Universitätsbibliothek weiter.“

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Nun, hier dürfen wir wohl davon ausgehen, dass nach diesem Austausch noch weitere Bibliotheken „aufräumen“ werden.


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