Das Haus Habsburg (1438 – 1806)

Mit Sigmund erlosch das Haus Luxemburg. Ihm folgte als deutscher König und zugleich als König von Böhmen und Ungarn sein Schwiegersohn Albrecht II. von Österreich.

Mit Albrecht II. kam die Krone wieder an das Haus Habsburg und blieb bei ihm – abgesehen von einer kurzen Zwischenregierung (1742-1745 Karl VII. von Bayern) – bis 1806.

Albrecht, ein Mann der Tat, ein „Spiegel der Ritterlichkeit“, hat die Regierung eigentlich nie angetreten, er starb schon ein Jahr nach seiner Wahl. Um so länger regierte – leider – sein Vetter und Nachfolger

Friedrich III. (1439-1493)

Friedrich zählte bei seiner Wahl erst 25 Jahre, aber er hatte gar nichts Jugendliches an sich. Er war eine unkriegerische, phlegmatische, beinahe greisenhafte bedächtige Natur, ohne jeden Schwung, seiner Aufgaben und Pflicht als deutscher König in keiner Weise gewachsen. Es war ein Unheil, das gerade dieser Herrscher über 50 Jahre regierte. Gleichgültig gegen das Reich, war er mit zäher Ausdauer und Geduld nur auf den Vorteil seines Stammhauses bedacht. Geradezu fatalistisch war sein Glaube an die zukünftige Größe des Hauses Österreich.

Das Reich befand sich dauernd in der traurigsten Verwirrung: Fehden, wohin man blickte – zwischen Fürsten, Burgherren, Städten. Vor allem suchten die Fürsten ihrer Geldnot abzuhelfen, indem sie die reicheren Städte in- und außerhalb ihres Landes gewaltsam unterwarfen. Andererseits wollten die Fürsten die politische Gleichstellung mit den Kurfürsten, und Friedrich sah untätig zu. Kaum ein Herrscher war jemals im Reich so ohnmächtig wie er. Sein fanatischer Glaube aber an die Zukunft seines Hauses hat ihn nicht getrogen; er sollte sogar selbst noch ihre Morgenröte erleben. Durch die Vermählung seines Sohnes Maximilian mit Maria, der schönen Erbin von Burgund, kamen die blühendsten, wohlhabendsten Landschaften jenseits des Rheins an das Haus Habsburg.

Der Auftakt zum Hauses Habsburg

ist damit getan. In den nächsten Tagen lesen wir dann auch über die Ausbreitung des Deutschtums im Mittelalter.

Auszug zum Reinschmökern: Zur selben Zeit als die Macht des Reiches immer tiefer sank, vollbrachte das deutsche Volk in allen seinen Ständen eine geschichtliche Großtat: Die Wiedergewinnung alten germanischen Bodens im Osten, der in den Zeiten der Völkerwanderung verlassen und von den Slawen besiedelt worden war. Am Anfang der deutschen Geschichte um 900, bildeten Elbe und Saale die Ostgrenze des Reiches; um 1350 reichte es aber bis zur Narwa und zum Peipussee. Die außerordentliche Bedeutung dieser Tat, ergibt sich eindrucksvoll aus Folgendem: Noch um das Jahr 1200 lag der Schwerpunkt der deutschen Geschichte im Süden und Westen des Reiches, etwa auf der Linie Köln – Frankfurt – Augsburg. Durch die Ausbreitung des Deutschtums nach dem Osten rückte das Schwergewicht auf die Linie Hamburg – Breslau und fand seinen Mittelpunkt in Berlin, in einer Landschaft also, die am Anfang der deutschen Geschichte noch gar nicht zum Reich gehört hatte.

Wir erinnern uns: Schon unter Heinrich I. und Otto I. waren Vorstöße in den Osten erfolgt. Aber unter Otto II. war diese Bewegung jäh abgebrochen. Erst Lothar von Sachsen nahm die Ostmarkenpolitik wieder auf.  Er verlieh die Grafschaften Holstein und Stormarn an Adolf von Schauenburg, die brandenburgische Nordmark (die heutige Altmark)  an Albrecht den Bären und die Mark Meißen an Konrad von Wettin. Drei Geschlechter haben Großartiges für die Zukunft des deutschen Volkes geleistet.“

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Neugierig? Es lohnt dabei zu bleiben:

Denn wir erfahren in diesem Teil der Reihe viel Interessantes zur mittelalterlichen Stadt, wir lesen über Maximilian I. und schlagen das Kapitel der Fuggers auf.

… tasten uns bis zum Übergang der Neuzeit vor – eine inhaltsreiche Zeit mit wichtigen Ereignissen wie Renaissance, Humanismus, Entdeckungen, Erfindungen.

Und wenn wir dieses Kapitel aus unserer Reihe „Deutsche Geschichte nach Albert Thümmel“  schließen, dann beginnt das Zeitalter der Reformation.


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