Ein breites Bündnis aus Politik, Gesellschaft und Kirchen ruft für Samstag, 16. März dazu auf …

auf den Marktplätzen in Deutschland eine Menschenkette für Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu bilden.

Dahinter steht ein Bündnis aus allen Parteien, Fraktionen, Wohlfahrts- und Sozialverbände, Kirchen und von vielen mehr.

Die Stadt ist, wird, bleibt bunt – wir bilden eine Menschenkette.“ So heißt es in dem Aufruf, der über unser Land ertönt.

Die Teilnehmer werden dazu aufgerufen, bunte Tücher oder Schals mitzubringen, die sie nicht mehr brauchen. Damit sollen die Bäume auf den Märkten geschmückt werden, um ein buntes Zeichen zu setzen.

Mir stellen sich Fragen. Woher rühren diese regelmäßigen Aufmärsche? Und von welchen Bäumen auf den Marktplätzen ist die Rede? Allein auf dem Marktplatz unserer Stadt wurden schon vor wenigen Jahren gesunde Bäume gefällt und durch Betontreppen, Bänke und Papierkörbe ersetzt.

Die öffentliche Presse gibt Antwort: „Seit Wochen demonstrieren bundesweit immer wieder Tausende für Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Auslöser der Proteste war ein Bericht des Medienhauses Correctiv über ein Treffen Rechtsextremer im November in Potsdam, an dem auch AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder von CDU und Werteunion teilgenommen hatten.“

Die Bäume betreffend: Auf dem Marktplatz unserer Stadt wurden vor wenigen Jahren Bäume gefällt und einige auch umgesetzt, und durch Betontreppen, Bänke und Papierkörbe ersetzt. Der Aufschrei blieb aus, es waren nur wenige Menschen, die sich gegen die Fällung wehrten.

Dass Propaganda in den Köpfen viel an -und ausrichten kann, das ist bekannt, aber das sie zu einer vollständigen Erblindung führt, ja, das verblüfft einen schon. Schließlich erscheint das Prozedere nicht nur skurril, es hinterlässt einen faden, ja modrigen Geschmack. Ich schaue mich um, und sehe, wie der Raubbau an unserer Natur fortschreitet und von diesen Wesen, die heute auf den Marktplätzen bunte Tücher spannen, völlig unbeachtet bleibt.

Auf unserer letzten Reise in den Teutoburger Wald habe ich nach einer Wanderung kaum geschlafen, immer wieder tauchten die Bilder von verstümmelten Bäumen auf, gerahmt von diesen unsäglichen Windrädern, inmitten mächtiger Flächen aus Beton, akzentuiert von Funkmasten.

Ein Trauerspiel, zu dem der Geigenspieler wohl kaum ein fröhliches Frühlingslied herbeistreicht, eher klingt es nach der Melodie von : „Spiel mir das Lied vom Tod“

Was ist eigentlich aus den umgesetzten Bäumen von damals geworden? Ich habe nachgehakt: Die drei Ahornbäume, aufwendig wurden sie ausgegraben und auf einer Wiese außerhalb der Stadt unter Einsatz von Männer- und Maschinenkraft eingepflanzt / April 2010. Im ersten Jahre blühten sie noch. In den weiteren Jahren-2011, 2012 kümmerten sie. Im April 2013, stellten sie, bis auf einen Dahinkümmernden, endgültig das Wachstum ein. Als Totholz bieten sie einen traurigen, deprimierenden Anblick.

Ein Anblick, der sich mittlerweile über das ganze Land erstreckt.

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Das Foto des Geigers stammt vom Künstler Kwok Hung Lau und wurde auf dem Kunstwanderweg Kleinbreitenbach ausgestellt.


Eine Antwort zu “Ein breites Bündnis aus Politik, Gesellschaft und Kirchen ruft für Samstag, 16. März dazu auf …”

  1. Wie bei der Auseinandertreibung einer Herde – die meisten wollen auf der „richtigen“ Seite stehen, die Guten sein. Dabei sind konservative Werte nicht per se schlecht oder rechtsradikal.

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