Über dieses Thema bin ich „gestolpert“, als ich zu einem Beitrag zu Maximilian I. ((1493-1591) (Reihe deutsche Geschichte)) recherchiert habe.
Oft vernehmen wir den Ausruf: „Das ist ein Freimaurer“, in einem negativen Kontext.

Bevor wir jedoch urteilen, müssen wir uns dazu einlesen. Denn tatsächlich wandelte sich das Bild der Freimaurerei, beginnend mit der 1914 hereingebrochenen Weltkatastrophe. Schon bald offenbarten sich Strömungen zur Menschheit zerspaltenden Kräfte.
Gewisse Geheimgesellschaften der Ententeländer und deren Logen, waren ihrem Ursprung nach, eine gute und notwendige Sache. Doch später folgten sie eigensüchtigen Interessen und dienten dem Völker-Egoismus.
Diese ursprünglich gute Sache der Logen sollte der ganzen Menschheit ohne Rassen- und Interessen-Unterschiede dienen unter dem beherrschenden Prinzip der Brüderlichkeit. Doch aus der guten Sache wurde eben eine schlechte, weil sie sich zur Machtgrundlage einzelner Menschengruppen entwickelte.
Über die Geschichte der Freimaurerei richtet sich der Blick zwangsläufig auf das Entstehen der Weltkriege, vor allem, wenn man auf der Suche nach Ursache und Schuld ist.
Bis weit in historische Zeit hinein war das Königtum der germanischen Völker, dem immer ein mystisches Element – die alte Einweihung, die Urform des Königtums – zugrunde gelegen hatte, sozial-aristokratischer Natur, indem der König als Erz-Armane oder Höchstbevollmächtigter heraus von Edelingen zum Oberhaupt erwählt wurde, ohne Anspruch auf erbliches Königtum.
Ein uraltes Prinzip, das von der politischen Maurerei verdorben worden ist.
Die oftmals vorherrschende Willkür innerhalb der Logen kannte das Deutschtum nicht.
Schließlich trat das Maurertum an die Stelle der Mysterien. Der Niedergang im Ordenswesen ließ nicht lange auf sich warten, dank diesem Geist, der sich zuerst in seinen einzelnen Gliedern und dann in ganzen Gemeinschaften als schwach erweist.
Und deshalb finden wir heute ein so ganz offenkundiges, frevelhaftes Spiel in den Freimaurerkreisen der Entente, wie sie einst ein Windthorst, der Gründer der deutschen Zentrumspartei, als kulturwidrig bekämpfte.


Ein seltsames Konstrukt entstand – nach außen hin, erklären sie sich als gegenseitig bitter befehdende Maurer, Jesuiten, Juden, Antisemiten, Protestanten, Katholiken und Sozialisten, doch in ihrer organisierte Gemeinsamkeit , genannt „die große Internationale“ sind sie sich einig, und pflegen diese akribisch.
Ich möchte das Thema zur Freimaurerei nur anreißen, eine detaillierte Beschreibung würde das „Feld“ sprengen.
Worüber man lesen sollte, zum besseren Verständnis (aus den Inhalten des Karl Heise zur Freimaurerei) :
• „Von England als die führende maurische Macht
• Von der politischen Tätigkeit der Entente und ihrem wichtigsten Ziel
• Vom wirklichen Sinn der echten Freimaurerei
• Von der Durchführung des Nationalitäten Prinzips
• Von der englischen Logenpresse in Amerika
• Von Verbindungen zwischen Okkultismus und Freimaurerei
• Von der Zusammensetzung der Hochgradmaurerei
Hier noch eine Übersicht aus Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1894 – Stand der Freimaurerei
In Großbritannien bestehen drei Großlogen: Die Vereinigte große Loge von England zu London mit 2283 Logen, Großmeister ist der Herzog von Connaught; die Großloge von Schottland in Edinburg mit 543 Logen; die Großloge von Irland zu Dublin mit 470 Logen.
In Frankreich bestehen der Grand-Orient de France mit 359 Logen, die Grand Loge mit 80 Logen und die Symbol-Großloge mit 2 Logen. Präsident des Bundesrats (des Grand-Orient) ist F. Lasserre, Abgeordneter.
Der Groot-Oosten (Großloge) des Königreichs der Niederlande zählt 93 Logen; Großmeister ist Bankier Vas Vißer in Amsterdam.
An der Spitze der belgischen Logen steht der Grand-Orient de Belgique zu Brüssel mit 19 Logen, dessen Großmeister der Advokat Cocq ist. Daneben besteht, für die Hochgrade, der Conseil Suprême de Belgique. Unter dem Conseil Suprême zu Luxemburg arbeitet eine Loge.
Die Großloge der Schweiz, »Alpina«, gegründet 1844, zählt 32 Logen; Großmeister ist Quartier la Tente, Neuchâtel. Die Großloge von Dänemark, anderen Spitze als Ordensmeister der Kronprinz Friedrich steht, hat 10 Logen unter sich.
Die Große Landesloge von Schweden, deren Ordensmeister der König Oskar II. ist, zählt 23 Johannislogen, jene von Norwegen 9 Logen.
In Deutschland arbeiten im ganzen 462 Logen unter folgenden Großlogen, die sich seit 1872 zu einem Großlogenbund mit wechselndem Vorsitz vereinigt haben, und in 5 unabhängigen Logen: die Nationalmutterloge zu den drei Weltkugeln in Berlin; die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Berlin; die Große Loge von Preußen, genannt Royal York zur Freundschaft; die Große Mutterloge des eklektischen Bundes in Frankfurt a. M.; die Große Loge zu Hamburg; die Große Landesloge von Sachsen zu Dresden; die Große Loge zur Sonne in Bayreuth; die Großloge des Freimaurerbundes zur Eintracht in Darmstadt.
Noch ein bisschen was zur Geschichte, ebenfalls aus Meyers Lexikon (1894)
Den deutschen Forscher Kloß, Keller, Schneider, Lachmann, Findel u. a. hat das frühere Dunkel gelichtet und den Nachweis geliefert, daß die Wurzeln des Bundes kaum über das 13. Jahrh. hinausreichen zufolge , ist der Freimaurerbund ist hervorgegangen aus der Bruderschaft der Steinmetzen und deren Bauhütten (s.d.), die anfangs mit den Klöstern, namentlich denen der Benediktiner, im engsten Zusammenhang standen, später aber sich unabhängig machten und unter sich den Bund deutscher Steinmetzen unter der Leitung von vier Haupthütten schlossen, unter denen Straßburg den obersten Rang einnahm.
Die vorhandenen Steinmetzordnungen, deren älteste, die Straßburger, dem Jahr 1459 angehört, deuten bereits auf eine über ganz Deutschland, die Schweiz, die »Donau abhin« verzweigte Verbrüderung, die durch das Geheimnis des Grußes und des Handschenks sowie durch das eidliche Gelöbnis der Verschwiegenheit nach außen abgeschlossen und durch eine gemeinsame, 1498 vom Kaiser Maximilian sanktionierte Gesetzgebung zusammengehalten wurde.
An der Spitze der Steinmetzbruderschaft stand nach alter Sitte ein frei nach Verdienst gewählter Vorsteher, Stuhlmeister, der in jedem Jahr neu gewählt wurde und »nach Handwerksgebrauch und Gewohnheit« alle Streitigkeiten schlichtete.

