Luther schlägt seine 95 Thesen an

Im Anschluss an unseren letzten Beitrag zu Martin Luther: https://undinepeter.blog/2024/04/07/luther/

Es war im Herbst des Jahres 1517. In der Kirche zu Jüterbog, in nächster Nähe zu Wittenberg predigte der Dominikanermönch Tetzel, der im Auftrag des Papstes durch die Lande zog, um einen allgemeinen Ablass zu verkünden.

Solcher Ablass sollte demjenigen zuteil werden, der nach Reue und Beichte einen Geldbetrag für kirchliche Zwecke spendete. Die Summen, die auf die Weise einkamen, sollten vor allem zum Ausbau der Peterskirche in Rom dienen. Auch viele von Luthers Beichtkindern liefen hinüber nach Jüterbog und gewannen den Ablass.

Da fuhr ein heißer Zorn durch Luthers Seele, und in der Mittagsstunde des 31. Oktober 1517 schloss er an die Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen (Streitsätze) wider solchen Ablass. Eine gewaltige Bewegung ergriff die Geister, als man die kühnen Worte las. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sie sich über Deutschland und das christliche Abendland.

Luther dachte damals noch nicht daran, den Papst und die katholische Kirche anzugreifen. Doch führten Zusammenkünfte mit päpstlichen Gesandten – in Augsburg, Altenburg und Leipzig – zu keiner Einigung. Auf der Leipziger Disputation stellte Luther damals die unerhörte Behauptung auf, dass Konzilen irren könnten und auch schon geirrt hätten.

Der Bruch mit der Kirche war da. 1520 veröffentlichte Luther seine drei reformatorischen Hauptschriften: „An den christlichen Adel deutscher Nation“, „Die babylonische Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen.“

Durch eine päpstliche Bulle wurde ihm der Ban angedroht, falls er seine Lehre nicht widerriefe. Als Antwort verbrannte er im Dezember 1520 die Bulle öffentlich vor dem Elstertor in Wittenberg und vollzog damit auch äußerlich vor aller Welt die endgültige Trennung von der alten Kirche. Die Antwort des Papstes war der Kirchenbann.

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In der nächsten Folge lesen wir dann vom jungen, neuen Kaiser Karl V. (1519-1556), dem mächtigsten Herrn der damaligen Welt und wie er sich zu Luther und seiner Bewegung stellen würde.


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