Und weil alles mit allem irgendwie zusammenhängt, möchte ich auch zum Film „A Beautiful Mind“ etwas ausholen und zu der daraus resultierenden Diskussion noch etwas ergänzen. Allerdings fällt die Ergänzung – wie so oft, länger aus, als gedacht.

John Nash (verkörpert von Russell Crowe) gab es wirklich.
Zu Zeiten des Kalten Kriegs hatte Nash für die US-Regierung gegen sowjetische Spionage gearbeitet
Seine Theorie befasste sich mit der Dynamik menschlicher Rivalität
Ab 1950 war Nash vier Jahre lang in den Sommermonaten an der Rand Corporation mit geheimer Forschungsarbeit beschäftigt, wo auch Kenneth Arrow, John Milnor (der bei Rand mit Nash zusammenarbeitete) und andere an Anwendungen der Spieltheorie auf strategische Situationen im Kalten Krieg arbeiteten.
1951 bis 1953 war Nash Moore-Instructor am Massachusetts Institute of Technology und ab 1953 war er dort Assistant Professor und von 1957 bis 1959 Associate Professor. 1955 übermittelte er der National Security Agency einen Vorschlag für ein Verschlüsselungsverfahren, erhielt jedoch eine Absage.
Nash starb zusammen mit seiner Ehefrau im Mai 2015 bei einem Verkehrsunfall auf dem New Jersey Turnpike; sie waren in einem Taxi auf dem Heimweg von der Verleihung des Abelpreises.

Nash wurde dazumal aufgrund seiner Aussagen und mit seinem Wissen in die Psychiatrie eingeliefert. Es ist bekannt, dass einige ausgewählte US- amerikanischen Psychiater bestimmte Personen unter ihre Fittiche nahmen und ihnen die entsprechenden Mittel verabreichten.
Selbstverständlich stellen sie uns Nash als schizophren dar.
Außerdem begann er sich in Kalifornien für Programmierung und theoretische Informatik zu interessieren, und schrieb im Sommer 1954 ein damals unbeachtet gebliebenes, heute geradezu visionär wirkendes working paper über „Parallel Controlling“, Jahre bevor die ersten Parallelrechner implementiert wurden. In diesem Sommer wurde Nash von der Polizei wegen „indecent exposure“ am Strand von Santa Monica festgenommen.
Die Anklage wurde bald fallen gelassen, aber Nash wurde fortan als ein Sicherheitsrisiko gesehen und von der RAND Corporation kalt gestellt. Parallel dazu wandte er sich von Spieltheorie ab und anderen Gebieten zu.
Bald gab er seine Stellung am MIT auf und suchte in der Schweiz um politisches Asyl an, natürlich erfolglos. Er wurde deportiert, festgenommen, entmündigt, mehrmals gegen seinen Willen in Anstalten eingeliefert und Schockbehandlungen unterworfen. Seine Ehe wurde geschieden. Viele Monate verbrachte John Nash in Spitälern, immer auf unfreiwilliger Basis, wie er später schrieb. „Medikamentösen Therapien misstraute er und unterstrich immer wieder, seine Heilung ohne sie erreicht zu haben.
2004 kam eine Arbeit von Nash ans Licht, die er fünfzig Jahre früher verfasst hatte.
Es war ein Vorschlag an die NSA für eine neue Klasse von Verschlüsselungen. Im Nachhinein konnte man darin Grundzüge moderner Chiffriermethoden entdecken. Bei der NSA hatte Nash damals keinerlei Resonanz gefunden.
Die Behörde behauptete, die Unterlagen zu dem Verfahren niemals erhalten zu haben, und ließ die Korrespondenz ausklingen, vielleicht aus Unfähigkeit, vielleicht aus Misstrauen gegenüber dem jungen Sonderling, den die RAND Corporation als Sicherheitsrisiko einstufte und der in ungelenker Handschrift behauptete, kein „crank“ und Zirkelquadrierer zu sein, sondern Mathematiker. Nash begründete die Sicherheit seiner Verschlüsselung mit „computational hardness“, Jahrzehnte bevor die entsprechende Komplexitätstheorie entwickelt wurde. Es klingt wie ein Vorgriff auf die heute gängigen kryptographischen Verfahren.
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In dieser Zeit, in der sich John Nash als begnadeter Wissenschaftler hervorhob, agierten auch andere „Köpfe“. So Albert Einstein und Oppenheimer. Oppenheimer habe ich schon in einem anderen meiner Artikel erwähnt https://undinepeter.blog/2024/03/11/das-geheimnis-der-stasi-strahlen-kiste/
Bei einer Zusammenkunft meinte der „alte“ Einstein zu Nash: „Du musst noch viel lernen.“
Wer war eigentlich dieser Einstein, dessen Bild uns immer und immer wieder als großartiger Wissenschaftler vor Augen geführt wird?

Nach ausgiebiger Recherche, erfahre ich mehr über einen Einstein, der stets vor deutschem Antisemitismus warnte, aber nicht vor den wahren Antisemiten. Und es offeriert sich noch so einiges mehr an Wissenswertem. Manches davon mag dem einen oder anderen längst bekannt sein, anderes möge vielleicht verblüffen.
Eine Einladung, erster Präsident des neugegründeten Staats Israel zu werden, lehnte Einstein zwar ab, vermachte aber seinen literarischen Nachlass und persönliche Dokumente aber der Hebräischen Universität in Jerusalem.
1933 fing das FBI eine Akte über Einstein an, kurz vor seiner dritten Reise in die USA. Die Akte würde auf stattliche 1.427 Dokumentenseiten anwachsen, die von Einsteins lebenslangen Verbindungen zu pazifistischen und sozialistischen Organisationen handelten.
Seine Freundschaft zu „Vater des Gaskrieges“:
Fritz Haber war ein deutscher Chemiker, der Einstein zu einer Anstellung in Berlin verhalf und zu einem seiner engsten Freunde werden sollte. Haber war Jude, konvertierte aber zum Christentum und predigte Einstein die Tugend der Anpassung, bevor die Nazis an die Macht kamen. Im Ersten Weltkrieg entwickelte er ein tödliches Chlorgas, das schwerer als Luft war und in die Gräben sinken konnte. Dort erstickte es die Soldaten qualvoll, indem es sich durch ihre Lungen und Kehlen ätzte. Haber wird manchmal als der „Vater des Gaskriegs“ bezeichnet.
Im August 1939 macht Albert Einstein den US-Präsidenten auf die deutsche Uranforschung aufmerksam. Daher unterzeichnet er am 2. August 1939 einen Brief, zwei getippte Seiten lang. Ein Schriftstück, das schreckliche Folgen haben wird. Der Empfänger: US-Präsident Franklin D. Roosevelt.
In dem Schreiben erklärt Einstein, „dass es möglich
werden könnte, in einer großen Menge Uran eine nukleare Kettenreaktion auszulösen, wodurch ungeheure Mengen von Energie und neuer, radiumartiger Elemente erzeugt würden“. Dann der entscheidende Satz: „Dieses neue Phänomen könnte zur Konstruktion von Bomben führen, und es ist denkbar – obgleich viel weniger gewiss –, dass auf diese Weise neuartige Bomben mit einem extrem hohen Zerstörungspotenzial hergestellt werden.“
Einstein rät Roosevelt, Zeit und Geld in die Kernforschung zu investieren, da in Deutschland „in diesem Moment“ Wissenschaftler ebenfalls daran arbeiteten.
Was sich dann zuträgt, ist umstritten: „Man hat mir einen fertigen Brief gebracht, und ich habe bloß unterschrieben“, sagt Einstein später – und redet seine Verantwortung so wohl nachträglich klein.
Am 6. August reißt die Atombombe „Little Boy“ über Hiroshima rund 140.000 Menschen in den Tod.
Als Einstein die Nachricht hört, gibt er angeblich nur einen Seufzer von sich: „O weh. Noch 1945 gründet er mit Szilárd das „Notkomitee der Atomforscher“ und fordert, die Bombe einer „Weltregierung“ anzuvertrauen.
Einstein kämpfte vehement gegen die „blonde Bestie“ Deutschland: „Ich verachte alle, die es lieben im Takt der Musik zu marschieren, denn sie haben ihr Gehirn nur aus Zufall bekommen, ein Rückgrat hätte dazu vollkommen gereicht.“
Dies gelang ihm besonders nach seiner Emigration. Im Exil regte er den Bau der Atombombe an, um Deutschland zuvorzukommen.
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Quelle, Verweise
P.M. History Ausgabe 2/2019 erschienen.
Wikipedia >Einstein-Szilard Brief
Süddeutsche de. Einsteins Brief an Roosevelt- … would also lead to the …
Judentum Projekt.de (Einstein kämpfte vehement gegen die „blonde Bestie“ Deutschland … )
Sigmund Michor2015-nashIMN2