Wisst ihr noch? Unsere ersten Schreibversuche, unsere ersten Diktate und die knisternde Spannung, wenn der Lehrer mit den Heften durch die Reihen schlich, und in unsere fragenden Gesichter blickte, worin stand: Wie viele Fehler habe ich wohl gemacht?

Ich erinnere ich mich noch: Ein Rechtschreibfehler bedeutete die Note 2. Zeichensetzung, also ein Komma vergessen, galt als halber Fehler und es gab noch die Note 1.
Nun, auch das ist „Geschichte“ Denn ab dem nächsten Schuljahr werden die Rechtschreibfehler bei Aufsätzen nicht mehr einfach gezählt. Es soll nicht mehr darum gehen, wie viele Fehler die Schüler machen, sondern welche.

Demnach ist die bloße Anzahl von Rechtschreib-Mängeln pro Text nicht mehr entscheidend für die Note im Deutsch- Abi. Das gilt auch für Deutsch-Aufsätze in darunter liegenden Jahrgängen.
Die Rechtschreibung von Schülerinnen und Schülern wird nun auch in Schleswig-Holstein künftig anders bewertet. Der Fehlerquotient spielt dabei keine Rolle mehr.
Das ist fast so ein bisschen wie „Schreiben nach Hören“… Um der deutschen Sprache den Garaus zu machen, ist eben jedes Mittel recht.
Der Lehrerverband findet es gut, und hat den Irrsinn bereits abgesegnet…
Zurückhaltender äußerte sich die Präsidentin des Philologenverbandes, Kirsten Schmöckel: „Rechtschreibleistung, Sprachrichtigkeit ist ein Kulturgut, das in allen Kontexten Berufswelt, Universität mit Studium und Forschung und so weiter einen kompetenten Eindruck vermittelt.“ Man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass etwa KI oder Textverarbeitungsprogramme Rechtschreibung und Zeichensetzung „schon richten“ würden. „
Ich befürchte, diese Äußerung wird ungehört bleiben. Denn man möchte ja genau das: Sprachrichtigkeit als Kulturgut abschaffen. Noch gestern wurde in einem meiner Beiträge im Zusammenhang zur lutherischen Übersetzung deutlich, wie wichtig doch unser deutsches Sprachgut ist.
Aber wer will davon schon was wissen – in Zeiten, wo Mozart zensiert und Goethes Faust vom Lehrplan gestrichen wird?
(Übrigens: An seine Stelle rückte: „Nathan der Weise“ von Ephraim Lessing)

Hier findet hier noch einen ( vor Kurzem) von mir verfassten Beitrag zu unserer deutschen Sprache: https://undinepeter.blog/2024/03/12/auf-ein-wort-zu-unserer-muttersprache-sie-hat-es-verdient-erhalten-zu-bleiben/