„Wache, deutsches Volk, und lerne deine Feinde kennen, um dich gegen ihre List verteidigen zu können.“ – damals wie heute…

Wie angekündigt, folgt nun ein Extra-Beitrag oder besser ein Zweiteiler zum Orden der Jesuiten – Teil I

(bevor wir in das Zeitalter der Gegenreformation eintauchen)

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“

Von der Moral eines Ordens und den Auswüchsen bis hin zur Gegenwart – ein kurzer Überblick der jesuitischen Sittenlehre:

o Für wahr; Der Orden der Jesuiten, ein mit wahrhaft teuflischer Schlauheit gewebtes Netz, worin diese die gesunde Vernunft fingen und abtöteten.

o So veranstalteten sie theatralische Feste, stattliche Aufzüge und prunkvolle Kirchenfeierlichkeiten.

o Ihre Politik war: sich den verschiedenen Sitten der Menschen anzuschmiegen, mit den Strengen streng, hingegen mit Leuten von weitem Gewissen auch wieder nachsichtig zu sein, überall den Neigungen entgegen zu kommen und zu schmeicheln

o Sie wussten, dass ungebildete Menschen durch die abergläubische Furcht vor unsichtbaren Mächten am leichtesten zu beherrschen seien. Deshalb ersannen sie tausend abenteuerliche Erzählungen von den Listen der bösen Geister gegen die Menschen ..

o … wenn sie dadurch schwache Gemüter geschreckt und bis zur Verzweiflung verwirrt hatten, so boten sie sich selbst, wie höhere mächtige Wesen, zu Rettern dagegen an.

o Volk und Monarchen trachteten sie gleichmäßig in einer geistigen Unmündigkeit zu erhalten; denn sie wussten wohl, dass man am leichtesten solche Menschen beherrschen kann, welche das Denken verlernt haben;

o deshalb stellten sie auch gar eifrig den angeborenen Trieb des Menschen, über das Höchste, über Glaubenssachen nachzudenken, als sündhaft, als Einflüsterung des bösen Geistes dar. Indem sie so den Verstand abstumpften, regten sie die Einbildungskraft heftig an

o War ein Monarch protestantisch und auch nur ein Teil des Volkes katholisch, so wiegelten sie das Volk wider jenen auf, schilderten ihm denselben als einen von Gott verfluchten Tyrannen und lehrten frech, dass man ihn ungestraft ermorden dürfe,

o Waren Fürst und Volk protestantisch, so schlichen sie sich in weltlichen Kleidern, als Kaufleute, Botschafter oder dergleichen ins Land, gaben sich sogar für Protestanten aus, fingen dann im Stillen an zu wirken, und ließen alle Minen springen.

Kurz: sie benahmen sich als offene Feinde, obwohl sie nie den Schein davon haben wollten, stifteten Empörung, Meuterei, Revolution und Bürgerkrieg und heiligten die scheußlichsten Verbrechen.

Der oberste Grundsatz der jesuitischen Sittenlehre hieß: „Der Zweck heiligt das Mittel!“

1840 waren es gerade dreihundert Jahre, seit der Jesuitenorden vom Papst feierlich bestätigt worden ist; dreihundert Jahre lang währte der Kampf gegen den Protestantismus, ein Kampf der Finsternis gegen das Licht, ein Kampf der Lüge gegen die Wahrheit, ein Kampf der Tyrannei gegen die Freiheit, welcher in der ganzen Weltgeschichte beispiellos war.

Hunderttausende von Menschen sind dadurch elend geworden, Ströme Menschenbluts sind dadurch geflossen, ganze Völker voll der herrlichsten Fähigkeiten in ihrer geistigen und sittlichen Entwicklung aufgehalten worden — alles unter dem Vorwand: „zur größeren Ehre Gottes!“ Wie eine Gotteslästerung schallt diese Losung durch die Weltgeschichte.

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Die Parallelen sind da. Ach, was sag ich: Sie spiegeln sich in der Gegenwart nahezu 1:1 wieder. Was sich allerdings in der Gegenwart kaum noch beobachten lässt:

> „Außerdem erlangten sie großes Ansehen durch den Schein ihrer Gelehrsamkeit, und allerdings muss man, um nicht ungerecht zu sein, auch einräumen, dass sie in einzelnen Wissenschaften, wie in den mathematischen, Anerkennenswertes geleistet, und dass Erd-, Länder und Völker-, sowie Sprachkunde infolge ihrer mit wahrem Mut und beispielloser Ausdauer vollbrachten Missionen manche Bereicherung erhielten.“😁

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Quelle:

In Teilen übernommen aus: „Die Jesuiten wie sie waren und wie sie sind“ – Dem deutschen Volk erzählt von Eduard Duller Berlin 1845 Verlag von Karl J. Klemann

Ein bereits verfasster Beitrag von mir, vom 6. September 2023: https://undinepeter.blog/2023/09/06/zum-thema-dreisigjahriger-krieg-und-was-davor-geschah/


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