Die Mythen und Rätsel um Albrecht Wenzel Eusebius Wallenstein (Waldstein)

machen es erforderlich, ihm wenigstens zwei Kapitel zu widmen. Er war nicht nur ein listiger Feldherr, sondern auch ein Finanzgenie. Wollte Wallenstein gar Kaiser werden? Wir werden es nie wissen. Sicher ist, dass die Mächtigen seiner Zeit ihn so fürchteten, dass sie ihn ermorden ließen.

Wallenstein (um 1625) – Teil I

Er war 1583 als Kind protestantischer Eltern geboren. Nach deren frühem Tod brachte ihn ein Oheim in eine Jesuitenanstalt, wo er zur katholischen Kirche übertrat. Später besuchte er die Universitäten Altdorf (bei Nürnberg), Bologna und Padua. In Padua hat er sich, wie so viele Zeitgenossen, bemüht, in die Geheimnisse der Astrologie oder Sterndeutekunst einzudringen.

Später unternahm er Reisen durch einen großen Teil von Europa – neben Deutschland, England, Frankreich, Holland, Spanien und Italien.

Eine sehr günstige Heirat brachte ihm großen Grundbesitz in Mähren und ein stattliches Vermögen. Als die Güter der geächteten böhmischen Adligen verkauft wurden, bereicherte er sich weiter durch den billigen Ankauf von 60 Gütern. Kaiser Ferdinand verlieh ihm zum Lohn für geleistete Dienste die Herrschaft Friedland.

Der Name Wallenstein, der den Kriegsmännern bereits wohlbekannt war, zog Leute aus allen Gegenden an, auch Männer von höchstem Rang.

Der richtige Blick, mit dem er die Tüchtigsten von ihnen zu Offizieren auswählte, sowie die Strenge mit der er jeden beobachtete, machten aus der bunt zusammengewürfelten Masse bald eine bewunderungswürdige Einheit.

Schon sein Anblick hatte etwas Furchtgebietendes. Ein seltsames Grauen wandelte auch unerschrockene Krieger an, wenn seine lange, hagere Gestalt durch das Lager schritt. Sie hielten ihn für „fest“ und im Bund mit bösen Geistern. Das Heer, das er dem Kaiser brachte, wurde in Wirklichkeit niemals ein kaiserliches, sondern bleib immer ein wallensteinisches.

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Bei Friedrich Schiller geblättert:

„Wallenstein ist eine gespaltene Figur, in seiner Brust wohnen gleich mehrere Seelen: Er ist ein eitler Zauderer, der den Treulosen vertraut, den Loyalen misstraut und der die vernichtet, die ihn lieben. Nur vordergründig setzt er sich für einen guten Zweck, den Frieden, ein. Insgeheim sieht er sich als neuen Cäsar. Weil er die Macht auf krummen Wegen zu erlangen versucht, scheitert er und wird mit seinen eigenen Waffen geschlagen

Albrecht von Waldstein, im Volksmund als Wallenstein (Schiller) bekannt, war er der Herzog von Friedland und Sagan und zudem einer der bedeutendsten Feldherren im Dreißigjährigen Krieg. Friedrich Schiller fasste seinen Erfolg und seinen Untergang in der Dramen-Trilogie „Wallenstein“ zusammen, die aus den Stücken „Wallensteins Lager“, „Die Piccolomini“, und „Wallensteins Tod“ bestand.

Obwohl Schiller viele überlieferte Eigenarten und Neigungen der historischen Persönlichkeit Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, besser bekannt als Wallenstein, aufgreift, so behandelt er ihn und die Ereignisse im Drama doch mit großer dichterischer Freiheit.


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