In zwei großen Heersäulen drangen nun Tilly und Wallenstein nach Norden vor. Tilly schlug Christian IV. bei Lutter im Braunschweigischem, und Wallenstein siegte bei der Dessauer Elbbrücke über die protestantische Partei unter dem Grafen Mansfeld.
Wehrlos lag Norddeutschland zu Füßen der Eroberer; Maximilian und Ferdinand waren die Herren von Deutschland. Jetzt konnte sich die Gegenreformation ungehindert ausbreiten.

Aber bald ergab sich, dass die Interessen Ferdinands und Maximilians keineswegs in gleicher Richtung gingen. Wallenstein war sofort an die Ausführung der Pläne gegangen; er vertrieb die Herzöge von Mecklenburg und ließ sich selbst das Fürstentum übertragen. Maximilian aber gedachte weder diese Bedrohung des deutschen Fürstenstandes noch die Übermacht des Kaisers zu dulden, und schließlich wurde Ferdinand von den Fürsten gezwungen, Wallenstein zu entlassen.
Gewiss hätte sich Ferdinand weigern und gerade mit Hilfe der Wallensteinischen Waffen die Fürsten niederwerfen können, aber er mochte wohl das Gefährliche dieses soldatischen Emporkömmlings fürchten; denn man konnte sicher sein, dass ein überall siegreicher Wallenstein auch nicht mehr gewillt gewesen wäre , sich unter den Kaiser zu beugen.
Aber es kam alles ganz anders. In dem Augenblick, da Wallenstein das Feld räumen musste, erschien dem am Rande des Abgrunds stehenden Protestantismus der Retter: König Gustav Adolf von Schweden.
1611, mit siebzehn Jahren auf den Thron gekommen, stand dieser geniale Herrscher , jetzt in der Blüte seiner Manneskraft – ein treuer Lutheraner und ausgezeichneter Feldherr, vor allem aber schwedischer Patriot. Bei seinen Kriegern hielt er auf Gottesfurcht und reine Sitten. Solange er lebte, zeigten die Schweden rühmliche Manneszucht.
Am 24. Juni 1630 landete Gustav Adolf auf der Insel Usedom. Sein Eingreifen machte in kurzer Frist alles, was der Katholizismus durch Wallenstein und Tilly gewonnen hatte, wieder zunichte. Zwar konnte er es nicht verhindern, dass das Heer der Liga und Pappenheim die die wichtige Stadt und Festung Magdeburg eroberte und entsetzlich verwüstete, aber im September 1631 besiegte er es in der entscheidenden Schlacht bei Breitenfeld, in der Nähe von Leipzig.


Es war die Lebensrettung für den Protestantismus. Und nun trat Gustav Adolf seines Siegeszug durch Deutschland an.
————-
So geht es dann morgen weiter: In seiner Verzweiflung flehte der Kaiser seinen einstigen Feldherren Wallenstein an, wieder ein Heer zu schaffen.
——–
In Ergänzung zu Wallenstein (Waldstein):
Jacob Baron von Treuberg Bassevi
Jacob Bassevi, auch Baschevi, war ein Sohn des aus Italien stammenden Abraham Basch. Bassevi begann in jungen Jahren mit geschäftlichen Aktivitäten und spezialisierte sich erfolgreich zunächst auf den Handel mit Silber, Bestandteil der damals gängigen Währung der Silbermünzen.
Durch sein Vermögen als Großhändler, Steuereinnehmer von Böhmen und Heereslieferant trug er wesentlich zur Finanzverwaltung der Kaiser Rudolf II., Matthias, und Ferdinand II. aus dem Hause Habsburg bei. Gemeinsam mit anderen Geldgebern gab er diesen finanzielle Kredite, besonders an Ferdinand II., der große Summen für die Durchführung des Dreißigjährigen Krieges und der Rekatholisierung nach der Schlacht am Weißen Berg bei Prag benötigte. Bassevi pachtete ab dem 1. Februar 1622 zusammen mit Hans de Witte, Albrecht von Wallenstein, Karl von Liechtenstein und Paul Michna von Vacínov von Kaiser Ferdinand II. das Münzregal von Niederösterreich, Böhmen und Mähren auf ein Jahr.
Nach außen trat Hans de Witte als Vertreter des Konsortiums in Erscheinung. Zur Finanzierung der Pacht und um Mittel für die wachsenden Kreditansprüche des sich ausweitenden Krieges aufzubringen, wurden Münzen geprägt, die teilweise nur ein Sechstel des angegebenen Silbergehaltes aufwiesen. Der Handel mit ausländischen Münzen wurde vom Kaiser verboten. Eine gewaltige Inflation der Währung war die Folge.
Mit dieser Münzverschlechterung der sogenannten Kipper- und Wipperzeit destabilisierte das Konsortium die Versorgungslage der Bevölkerung, was zu Hungersnöten, Plünderungen und sonstigen Grausamkeiten führte. Mit diesem Geld kauften Liechtenstein, Wallenstein, Michna und andere die Güter zwangsenteigneter evangelisch-lutherischer Standesherrn. Wallenstein entlohnte mit Bassevis finanziellen Krediten die Söldner seiner Feldzüge im Dreißigjährigen Krieg. (Auszug Wikipedia + Meyers Lexikon)
————
„Der Krieg muss den Krieg ernähren“ war Wallensteins Motto, und er scheute sich auch nicht Güter und Gelder von der Bevölkerung der Kriegsgebiete zu erpressen. Die Geldgeber, (das Kartell dahinter), halten bis in die Gegenwart ihre Stellung, nur in anderen Gewändern. Das Vorgehen hat nie an Aktualität verloren. Bassevi war übrigens der erste Jude im habsburgischen Reich, der geadelt wurde.