Wallensteins Ermordung /der Prager Frieden /ein nicht enden wollender Krieg, und ein furchtbares Gesamtergebnis

Wallenstein, der sich mit dem Rest seiner Truppen nach Böhmen zurückgezogen hatte, überlebte seinen großen Gegner nicht lange. Nach Gustav Adolfs Tod änderte sich das Bild seiner Tätigkeit.

Während er sich in seinem Kampf gegen den Schwedenkönig nur als Heerführer bestätigt hatte, wurde er nun vor allem Politiker. Obwohl er sein Heer durch neue Werbungen bald wieder auf die alte Höhe brachte, blieb er meist untätig und beschränkte sich in der Hauptsache auf Verhandlungen mit den bisherigen Feinden, mit Schweden und Sachsen.

Wir wissen nicht sicher, was für Pläne Wallenstein im geheimen schmiedete, doch dürfen wir mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen: Er wollte den Frieden für das Reich und dadurch für sich selbst den ruhigen Genuss seiner Stellung als Reichsfürst. Der Friede sollte aufgebaut sein auf der Gleichberechtigung der beiden Bekenntnisse und auf dem Stand von 1618. Seine Haltung wurde den Kaiserlichen immer verdächtiger, seine Feinde drängten auf seinen Sturz.

Anfang 1634 wurde er vom Kaiser als Hochverräter abgesetzt und in der Nacht vom 25. zum 26. Februar samt seinen Getreuen von kaiserlichen Offizieren in Eger (Böhmen) ermordet.

Als im Herbst 1634 das kaiserliche Heer bei Nördlingen einen entscheidenden Sieg über die Schweden errungen hatte, trennte sich der Kurfürst von Sachsen von seinem bisherigen Bundesgenossen Schweden und schloss 1635 mit dem Kaiser den Prager Frieden. Auch andere protestantische Fürsten und Städte traten diesem Frieden bei.

Doch der Krieg hörte damit nicht auf. Er wurde von Schweden und Frankreich fortgesetzt – Protestanten im Bund mit Katholiken, daraus geht schon hervor, dass es nicht um die Religion ging, sondern nur noch um Eroberungen.

Das arme ausgesogene Deutschland bildete noch dreizehn Jahre lang den Tummelplatz wüster Soldatenhorden, die auf Raub und Plünderung, auf Mord und Brand ausgingen. Immer stärker wurde der Einfluss Frankreichs unter der zielbewussten politischen Führung seines großen Staatsmannes Richelieu. Die Franzosen selbst richteten im Feld nichts Entscheidendes aus, sie standen weit hinter den Schweden zurück, die doch bedeutende Erfolge erfochten.

Endlich musste der Kaiser einsehen, dass er die Gegenreformation ganz Deutschlands nicht erzwingen konnte, und so kam es nach jahrelangen Verhandlungen am 24. Oktober 1648 zum Westfälischen Frieden, in Münster mir Frankreich und in Osnabrück mit Schweden.

Über das Gesamtergebnis lesen wir dann in der nächsten Woche. So auch über die Inhalte des Westfälischen Friedens und weiteren Ereignissen dieser Zeit, über die Reichsgrenzen hinaus.

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An dieser Stelle schon mal eine kurze Vorschau auf Kommendes:

Dann beenden wir diese Epoche, die vor allem vom dreißigjährigen Krieg und seinen Folgen geprägt war. Weiter geht es mit „Europa im Zeichen des Absolutismus“.

Den Anfang macht das Zeitalter Ludwigs XIV., seine Innen- und Außenpolitik, gefolgt von

• An deutschen Fürstenhöfen

• Der Aufstieg Brandenburg-Preußens

• Der große Kurfürst (160-1688)

• Friedrich III. (I.) (1688-1713)

• Die drei großen Kriege: –

– Die Türkenkriege (1683-1717)

– Der Nordische Krieg (1700-1721)

– Der Spanische Erbfolgekrieg (1700-1714)

• Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig (1715-1740)

Doch zunächst verweilen wir noch ein bisschen im 17. Jahrhundert mit weiteren spannenden Episoden.


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