Ein Artikel unseres regionalen Wochenblatts, hat mich zum Recherchieren angeregt. Da sprühen städtische Beauftragte mit Sprühkreide, „nachhaltig, umweltbewusst“ die ausgesprochen „beliebten“ Farben auf die Platten vor dem Rathaus. In dem Zusammenhang rufen sie dazu auf, zusammenzukommen, um darüber zu „“lamentieren“, wie man sich denn ein Europa in Zukunft so vorstellt.

Dass dieses Unternehmen (Europa) schon längst ausgearbeitet, und in trockenen Tüchern liegt, das weiß der brave Bürger, der nun im Rathaus antanzen darf und sich dort zu Wort melden. natürlich nicht. Genauso, wie vermutlich die wenigsten Bürger der in der EU vereinigten Länder wissen, was diese zwölf goldenen Sterne auf blauem Hintergrund überhaupt zu bedeuten haben.
Danach gefragt, würden wahrscheinlich viele antworten, dass die Zahl dieser Sterne von einer einstmals bestehenden Zahl von zwölf Mitgliedsstaaten der Union herrührte. In der Tat gab es nach dem Beitritt Griechenlands und der Türkei 1949 eine Zeitlang zwölf Mitgliedsstaaten. Doch diese Begründung ist falsch.
Europa, Europawahl, Europafahne… Genau! Was hat es eigentlich mit den 12 Sternen auf dieser Fahne auf sich?
Ich habe tief gebuddelt, bin fündig geworden, habe nachgelesen,
… und nun versuche ich, mich so kurz wie möglich zu fassen:
„Seit der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) weht die Europaflagge über 27 Staaten und damit über fast alle Staaten des Abendlandes. Sie besteht aus zwölf goldenen Sternen auf dunkelblauem Hintergrund.
Die Zahl Zwölf: Dass im germanisch-deutschen Sprachgebiet der Zahl „zwölf“ eine gewisse Bedeutung zugemessen wurde, geht aus den „Zwölften“, den zwölf „Heiligen Nächten“ oder „Rauhnächten“ hervor, wie in einigen Regionen unseres deutschen Landes die Nächte zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar genannt werden und für die ein besonderes Brauchtum bestand. Doch mit dieser Überlieferung hat die Europaflagge nichts zu tun.
Denn diese zwölf Sterne symbolisieren nach dem Buch Genesis (37,9) des Alten Testaments die zwölf Stämme Israels, und weisen somit auf das angeblich auserwählte Volk Gottes hin.
Bleiben wir noch bei der Zahl zwölf. Bereits im frühen Altertum hatte die Zahl für die verschiedensten Völker eine hervorragende Bedeutung.
Im alten Ägypten hatte die Unterwelt zwölf Tore.
In der griechischen Mythologie hatte Herakles zwölf schwere Aufgaben zu erfüllen.
Im alten Rom gab es das Zwölf-Tafel-Gesetz.
Jesus wurde von zwölf Jüngern umgeben.
Die Offenbarung des Johannes im Neuen Testament weist auf das künftige Jerusalem hin, das als Heimstadt der Gläubigen zwölf Tore mit zwölf Engeln besitzt.
Auf die Bedeutung der Zwölf im germanischen Raum habe ich bereits verwiesen.
Zurück zur Europafahne: Aber wie kam es nun zu der endgültigen Symbolik, wem obliegt der Entwurf und wie ging er in die Umsetzung?
Nun, das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Die schlüssige Erklärung dazu, lieferte am 26. August 1998 die Tageszeitung „ Die Welt“ in einem Artikel von Thomas Pinzka (Link unten angefügt). Demzufolge geht die Europaflagge mit ihren zwölf Sternen auf den Belgier Paul Levi zurück. Dieser Mann jüdischer Abstammung soll im Zweiten Weltkrieg, als seinen Glaubensgenossen in Eisenbahntransporten nach dem Osten verfrachtet wurden, ein Gelübde abgelegt haben, dass er zum katholischen Glauben übertreten werde, wenn er die Kriegszeit lebend übersteht. Das gelang ihm, und er wurde Katholik.
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Und so hat es sich dann weiter zugetragen (zitiert aus der Welt):
„Am 5. Mai 1949 wurde in London der Europarat gegründet, und Paul Lévi wurde zum Leiter der Kulturabteilung des Europarats ernannt. Sechs Jahre später, 1955, diskutierten die Vertreter über eine gemeinsame Flagge. Sämtliche Entwürfe, in denen, etwa nach dem Vorbild der skandinavischen Flaggen, ein Kreuz enthalten war, wurde von den Sozialisten als ideologisch gebunden und zu christlich verworfen.
Eines Tages kam Lévi bei einem Spaziergang an einer Statue der Mutter Gottes mit dem Sternenkranz vorbei. Durch die Sonne beschienen, leuchteten die goldenen Sterne wunderschön vor dem strahlend blauen Himmel. Lévi suchte daraufhin Graf Benvenuti, ein venezianischer Christdemokrat und damaliger Generalsekretär des Europarats, auf und schlug ihm vor, zwölf goldene Sterne auf blauem Grund als Motiv für die Europafahne vorzuschlagen. Benvenuti war begeistert, und wenig später wurde der Vorschlag allgemein akzeptiert.“
Die Sterne in der heutigen Europaflagge stammen also von dem Sternenkranz der vom Christentum verehrten Maria.

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So kam schließlich , nachdem das christliche Kreuz abgelehnt worden war, doch ein Zeichen religiöser Abkunft über die Wahl der Fahne in das Symbol für das kommende Europa, und zwar ein Zeichen aus dem alten Testament, dessen Geist nicht zufällig zunehmend die europäische Öffentlichkeit bestimmt.
Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt…
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Auszug aus Welt-Artikel, veröffentlicht am 26.08.1998 von Thomas Pinzka https://www.welt.de/…/Der-Sternenkranz-ist-die-Folge…
Die Zwölfzahl der Sterne ist ein Hinweis auf die zwölf Stämme Israels (Gen 37,9)
„Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Söhne der Stämme Israels . . . Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.“ Auch hier findet sich dpie Verbindung der Stämme Israels vom Alten Testament mit den zwölf Aposteln des Neuen Testaments.

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Quelle
Rolf Kosiek aus der „Große Wendig“ – Richtigstellung der Zeitgeschichte Band 2. S. 786