Dem Inhalt des nun folgenden Textes (verfasst vom Görlitz Insider) schließe ich mich an, vor allem auch in Bezug auf meinen soeben verfassten Beitrag (im Anschluss): Die Nachkriegszeit und ein fest geschnürtes Vorhaben-Paket der Alliierten // Morgenthau und sein teuflisches Vorhaben – Hunger als Nachkriegswaffe

Das Gedenken 2024 an das Kriegsende 1945 beschränkte sich wie immer auf die üblichen Floskeln. Es gab KEINE Veranstaltung in Görlitz, nur zwei Termine in Zgorzelec. Ich empfinde das als äußerst unzureichend und mahne es an!
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Kriegsende in Görlitz – und das „danach“
Letzte Woche am 8. Mai wurde das Ende des zweiten Weltkriegs erinnert. Nun sind wir alle schon wieder in unserem Alltag gedanklich angekommen. Das geht nicht 1945.
Die Stadt wird überflutet mit Flüchtlingen aus Schlesien. 4,2 Mio Menschen müssen raus. Die meisten gehen nur bis kurz hinter die völlig neue Grenze in der Hoffnung auf baldige Rückkehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe! Görlitz „erstickt“ unter den vielen Menschen.
Die Einwohnerzahl von Görlitz steigt rasant an:
7. Mai 1945 = 31.007 Einwohner.
13. Juni 1945 = 48.767 Einwohner.
Fast in allen Stadtteilen sind es doppelt so viele Frauen, wie Männer. Die sind im Krieg gestorben oder von der Front bzw Gefangenschaft noch nicht zurück.
Auch die Zahl der Kinder geht sprunghaft hoch:
21. Mai 1945 = 2.100 Kinder.
13. Juni 1945 = 4.632 Kinder.
Am 19. Juni 1946 sind es 60.000 Flüchtlinge. Die Stadt muss reagieren und verhängt eine „Flüchtlingssperre“: „Der weitere Zuzug wird hiermit gesperrt. […] Irgendwelche Lebensmittelvorräte für Flüchtlinge sind im Stadt- und Landkreis Görlitz nicht mehr vorhanden.“
Es droht eine Hungersnot.
Die Stadt ruft die Bürger bereits am 7. Juni 1945 auf:
„Bürger in Stadt und Land, macht euch sofort an die Arbeit, bestellt jedes Fleckchen Erde mit Gemüse und Kartoffeln! Noch ist Zeit, um durch Selbsthilfe die drohende Ernährungskatastrophe zu mildern. Verliert keinen Tag!“
Der Schmuckplatz am Wilhelmsplatz wird zum Kartoffelacker umfunktioniert – und ist es in seiner Gestaltung bis heute. Nur das jetzt um den Acker eine Zierkante ist!
Die starken Frauen.
Die Frauen versuchen sich und die Kinder durchzubringen. Mit Handwagen ziehen sie auf die Dörfer und betteln bei den Bauern. Häufig sind sie vom langen Marsch nicht vor der Sperrstunde zurück und bekommen richtig Ärger.

Lichtblicke.
Es ist Johanna Dreyer, die in dem ganzen Wahnsinn am 20. Mai 1945 im Stadthallengarten ein Kinderfest organisiert. Nur 12 Tage nach Kriegsende, nach 6 Jahren Kriegsleid. “Es gibt nur Gerstenkaffee, ein markenfreies Brötchen und etwas gefärbtes Magermilchkonfekt.” Ein winziges Stück Normalität! Eine Denktafel erzählt es bis heute…
Es gäbe so viel mehr zu erzählen von den Menschen 1945/46 in der Stadt Görlitz. Ihrem Leid, ihrem Zusammenhalt, ihrem Überlebenskampf und -Willen erst recht nach dem Krieg.“
(Text übernommen vom „Görlitz Insider“ )
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Vom Hunger als Nachkriegswaffe und einem gewissen Herrn Morgenthau und seinem teuflisches Vorhaben
Die 1940er Jahre: Und während Kaufmann hasserfüllt daherschreibselt, Hooton sein Züchtungsvorhaben vorantreibt , möchte Morgenthau ein für allemal die deutsche Frage geklärt haben, zückt seine bösartigen Demontagepläne und bringt sie nicht nur auf den Tisch, sondern auch in Umsetzung. Das übernahm er selbstverständlich nicht alleine. Er war nur Vater des „Gedankens“.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Alliierten systematisch der Hunger als Waffe zur Umerziehung der Deutschen eingesetzt. Man ließ nicht nur Hundertausende gefangener deutscher Soldaten nach Kriegsende – besonders auf den berüchtigten Rheinwiesenlagern – verhungern und erließ strenge Verbote, Nahrung den Gefangenen zukommen zu lassen, sondern belegte auch die Zivilbevölkerung mit einer Hungersnot, obwohl genügend Nahrung vorhanden war oder hätte beschafft werden können.
Und im Jahr nach Kriegsende wurde die Hungersnot noch bewusst vergrößert. So wurden zum Beispiel die Hochseefischerei und die Herstellung synthetischer Fette den Deutschen nach 1945 jahrelang verboten. Hunderttausende Menschen starben an Entkräftung, insbesondere in dem kalten Winter 1946/47 als die Kohlenzuteilung verringert wurde. Die geförderte Kohle musste größtenteils ans Ausland abgeliefert werden.

Die nach Kriegsende herbeigeführte Not geht unter anderem aus der am 15. Juni 1947 – über zwei Jahre nach Kriegsende – auf der Ärztekammertagung in Bad Naunheim verabschiedeten „Resolution der deutschen Ärzte zur deutschen Ernährungslage“ hervor, die folgenden Wortlaut hat.
„Die deutsche Ärzteschaft appelliert an das Weltgewissen, den bereits weit fortgeschrittenen körperlichen Verfall des deutschen Volkes nicht weiter zuzulassen. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lebt zur Zeit von Rationen, die nur ein Drittel des international anerkannten Mindestbedarfs ausmachen. Selbst die Zulagen der Schwerarbeiter reichen nur aus, das Leben zu erhalten, nicht aber, um die geforderte Arbeit zu leisten. Diese bestehende chronische Unterernährung hat bereits zum weitgehenden Abbau der Körpersubstanz des Deutschen geführt und nicht nur seine körperliche Leistungskraft extrem herabgesetzt, sondern auch seine geistige Spannkraft vermindert und sein seelisches Gefüge verändert. Der hungernde Mensch ist antriebslos, reizbar, überkritisch und untauglich für Aufbau und staatsbürgerliche Betätigung. Die Ärzteschaft warnt vor den Gefahren, die diese unvermeidbaren physiologischen Folgen des chronischen Hungerns in jedem davon betroffenen Volk für die übrige Welt, für die Ethik, für die Sicherheit der übrigen Menschheit in sich bergen….“
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Schon im und nach dem Ersten Weltkrieg war durch die von England gegen Deutschland verhängte Hungerblockade, die bis 1919 zur Erzwingung der deutschen Unterschrift unter das Versailler Diktat aufrechterhalten wurde, eine große Anzahl deutscher gestorben.
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Zurück zu 1945. Wir erinnern uns: Und schließlich atmeten die festgelegten Richtlinien der amerikanischen Besatzungspolitik (siehe Direktive JCS 1067) den Geist des Finanzministers der Vereinigten Staaten von Amerikas, Henry Morgenthau jr. , einer der führenden amerikanischen Juden jener Zeit.
Morgenthau hatte Roosevelt davon überzeugt, mit den Deutschen tough (hart) umzugehen. Er wollte die deutsche Frage ein für allemal gelöst wissen. Er beabsichtigte gewissermaßen die Endlösung für Deutsche durchzuführen. Hierfür stellte er seinen nach ihm benannten Plan auf. Unter dem Gesichtspunkt der Reparationen bedeutete dies, Deutschland in einen entindustrialisierten, bevölkerungsarmen Agrarstaat umzuwandeln.
Nach den Vorstellungen Morgenthaus galt es, Deutschland nicht nur völlig zu entwaffnen, sondern auch dessen gesamte Industrie abzubauen oder zu vernichten. Die Bergwerke und Kohlenschächte sollen geflutet werden.
Der amerikanische Historiker Nicholas Balabkins (alles anderes als deutschfreundlich eingestellt) räumte ein, dass die Direktiven, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, die offizielle Form des Morgenthau-Plans gewesen waren.
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Und später lesen wir dann von der Situation nach dem Dreißigjährigen Krieg – auch hier haben andere Länder die Deutschlandpolitik mehr oder weniger übernommen, mit Maßnahmen zum wirtschaftlichen Abbau.
Deutschland 1648- Endlich war Friede…! ?
Aber wie sah es in den deutschen Landen aus!
Grauenhaft waren die Verluste an Gut und Blut. Die Bevölkerung war schrecklich zurückgegangen, von etwa 18 bis 20 Millionen auf 5 bis 6 Millionen. Weite Gebiete Deutschlands waren zur Wüste geworden, unzählige Städte und Dörfer in Schutt und Asche gesunken, die deutschen Wirtschaft vernichtet. Die Äcker lagen öde unbebaut da.
Überall mangelte es jetzt an Arbeitskräften und Zugtieren, an Händen und Gespannen, um das Feld zu bestellen. Entsetzlich war auch die allgemeine geistige und moralische Verwilderung.
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Verweise /Quellen
Auszug aus der Direktive JCS 1067 (April 1945): „Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist nicht die Unterdrückung, sondern die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu verwirklichen. „
Weiter Quellen: Rolf Steininger „Deutsche Geschichte“ Band 1 Frankfurt(M 1983 S. 34
Claus Nordbruch: Der deutsche Aderlaß, Grabert Tübingen 2003
James Baque „Der geplante Tod“ Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern.
Der große Wendig Band 2 – Richtigstellungen zur Zeitgeschichte