Als ich mir in jungen Jahren das Buch das „Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco auf eine Empfehlung hin aus dem Freundeskreis zulegte, konnte ich zunächst nicht viel damit anfangen. Das war noch die Zeit, als es galt: „Das muss man gelesen haben“. (Was eigentlich auch Quatsch ist.)

Wenn es leicht war, den „Namen der Rose“ als einen Roman zu definieren, dessen Handlung in sieben Tagen an einem begrenzten Ort und zu einer bestimmten Zeit spielte, so kommt man in Verlegenheit, sollte man die Einheit von Ort, Zeit und Handlung in diesem Roman bestimmen.
Worum geht’s: Drei Mailänder Verlagslektoren beschließen, nachdem sie zu viel Umgang mit Autoren auf eigene Kosten hatten, die sich an okkulten Wissenschaften, Geheimbünden und kosmischen Komplotten delektieren, aus reiner Spiel- und Spottlust (ohne jedes Verantwortungsgefühl) einen großen Welt verschwörungsplan zu entwerfen. Doch jemand nimmt sie ernst.
Fakt ist: hier muss man hinter den Zeilen lesen, denn Umberto schreibt „Eindeutig zweideutig“
Mutter sagte immer nur, „er schreibt schon so, wie es ist, man muss es nur verstehen lernen… Dazu fehlte mir aber damals einfach die Zeit, und ich legte es zur Seite. Und da blieb es liegen, bis zu meinem 55. Lebensjahr. Seit etwa drei Jahren, ist dieses Buch nun zu einem wertvollen Begleiter in meinem „Schreibe-Alltag“ geworden, und von Tag zu Tag wird die „Geschichte“ darin für mich durchsichtiger.
Nun zu seiner Bibliothek, worum es auch in dem kurzen Film (Video) in diesem Beitrag geht. Wenn man um das Wissen eines Umberto Eco weiß, war meiner Ansicht nach, der Übertrag an das Ministerium für Kulturgüter ein großer Fehler. Was auch immer die Familie tatsächlich dazu bewogen haben mag; Umberto Eco wollte nichts mehr, als dass seine Bibliothek im Familienbesitz verbleibt. Schade, daraus ist nichts geworden.
Seine umfangreiche Privatbibliothek wurde nach mehrjährigen Verhandlungen mit den Erben Anfang 2021 vom Ministerium für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten erworben. Für die über 30.000 Titel neuzeitlicher Werke soll in Bologna eine eigene nach Umberto Eco benannte Bibliothek als Teil der Universitätsbibliothek entstehen, in der auch sein Arbeitszimmer rekonstruiert werden soll.
Die vor dem 20. Jahrhundert entstandenen Werke, etwa 1200 Titel, 36 Inkunabeln sowie 380 Bände, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden sind, werden der Biblioteca Nazionale Braidensee in Mailand zugeführt.
