Wer hat’s gewusst? Oder wendet es sogar schon länger an?
Dank der in ihr enthaltenen Salicylate kann Weidenrinde schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Deshalb findet sie seit langer Zeit medizinische Anwendung beispielsweise in Form von Teeaufgüssen bei Erkältungssymptomen, insbesondere mit Gliederschmerzen und dumpfen Kopfschmerzen.

Schon in der Antike wurden die Blätter und die Rinde zur Behandlung von Schmerzen genutzt. Das erste medizinische Zitat stammt aus dem Jahr 1762. Damals wurde ein Tee aus 24 g Weidenrinde zur Fiebersenkung eingesetzt.
Ich habe heute fleißig geschält, und nun lasse ich die Rinde für ca. 48 Stunden trocknen. Dazu lege ich sie (wie auf dem Bild zu sehen) einfach auf eine Papierserviette ins Körbchen oder auch auf ein Leinentuch.

Man sollte die Rinde nicht in der direkten Sonne trocknen oder gar auf dem Ofen oder dem Heizungskörper. Das Trocknen an der Luft, locker ausgelegt auf einem Tuch, ist das schonendste Verfahren, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren.

Wenn die Rinde vollständig getrocknet ist, kommt sie ins Glas und wird dunkel gelagert.
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Zubereitung und Dosierung
Die mittlere Tagesdosis für Erwachsene beträgt sechs bis zwölf Gramm Weidenrinde.
Für den Tee ein bis zwei Teelöffel Rinde mit einer Tasse Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen und bis zu drei Tassen pro Tag nehmen.
Zubereitung für eine Tasse Tee: 1 TL Weidenrinde mit etwa 300 ml Wasser aufkochen und abgedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Rinde abseihen. Täglich zwei bis drei Tassen trinken. Die Tagesdosis sollte 6–12 g Rinde betragen, um die gewünschte schmerzstillende Wirkung zu erzielen.
Nachteil des natürlichen Weidenrindenextrakts: Die schmerzlindernde Wirkung der Weidenrinde tritt erst nach 2–3 Stunden ein. Der Vorteil: Die Wirkung kann bis zu 12 Stunden andauern und löst keine Reizungen oder Blutungen der Magenschleimhaut aus.
Auch äußerlich angewendet, beweist die Weidenrinde gute Eigenschaften. Dank ihrer Tendenz, Haut aufzuweichen, empfiehlt sie sich z.B. im Einsatz gegen Hühneraugen oder Schwielen; etwa als Beigabe im Fußbad.
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Und hier noch ein bisschen was Informatives:
Hildegard von Bingen (1098–1179) setzte Weidenrinde im Mittelalter gegen Gelenkschmerzen und Rheuma ein.
In der Pflanzenheilkunde der Weltmedizin hatte es in vielen Kulturen schon immer einen festen Platz. Historisch standen die schmerzstillenden Eigenschaften eher im Hintergrund. Weidenrinde als entzündungshemmendes und zusammenziehendes (adstringierendes) Mittel kannten aber bereits ägyptische Ärzte. Unser medizinischer Urvater Hippokrates verordnete sie bereits 400 vor unserer Zeit
ASS oder Acetylsalicylsäure kennt jeder, die Weidenrinde kennen dagegen nur Eingeweihte. Dabei ist der Wirkstoff eigentlich nichts anderes als eine chemische Kopie der Natur. Salicin aus der Weidenrinde wurde als Reinextrakt zu Acetylsalicylsäure (ASS) synthetisiert.
Weidenrinde wirkt wie Aspirin, hat jedoch im Gegensatz zu Aspirin keine blutverdünnende Wirkung und hemmt die Bildung der Magenschleimhaut nicht.
Auszug aus Net-Doktor: „Es ist ein natürliches Schmerzmittel: Weidenrinde enthält einen Wirkstoff, der dem Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure (ASS) ähnelt. Tatsächlich werden Extrakte der Weidenrinde auch schon seit Jahrhunderten gegen Schmerzen und Fieber eingesetzt. „
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Die Wirkungsweise auf einen Blick:
• entzündungshemmend
• schmerzlindernd
• fiebersenkend
• Abschwellend
• besser verträglich als Aspirin
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Und zum Abschluss noch ein Tipp:
Wer mag, kann auch eine Weidenrinde-Tinktur herstellen. Dazu die Rinde mit einem scharfen Messer entfernen, kleinschneiden und in ein Glas füllen. Mit 70 %igem Alkohol aufgießen, Glas verschließen und an einem hellen, aber nicht zu sonnigen Platz 2-3 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und Flüssigkeit in Flasche(n) füllen.
Das Salicin aus der Weidenrinde wird über die Nieren aufgenommen, Salicylsäure über den Magen. Entsprechend wirkt eine Schmerztablette sehr schnell, während die Weidenrinden-Tinktur erst ein paar Stunden nach der Einnahme ihren Weg in die Blutbahn findet und ihre Wirkung entfaltet. 2-3x täglich 10-15 Tropfen der Tinktur.

Gut zu wissen:
Es sollten vornehmlich die noch jungen Triebe verwendet werden. Am besten sammelt man in der Zeit vor dem Weißdorn (März/April), also im Frühjahr. Dieses Jahr war ich recht spät dran, aber die Rinde war noch schön weich und grün, und dank einer lieben Freundin kamen die Weidenstöcke frisch aus dem Garten. Die Silber- als auch die Purpurweide sind wohl die hauptsächlichen Träger des Salicyl.
Man kann auch einfach nur auf der Rinde herumkauen.
