Nun steht die Sommersonnenwende unmittelbar bevor.
Werdet ihr feiern? Ich freue mich auf jeden Fall über viele schöne Bilder zur Sommersonnenwende. Und ganz gleich, wo ihr dem Fest des lichten Sonnengottes Baldur, dem schönsten und freundlichsten der Asen-Götter, gedenkt, habt eine gute Zeit!

Gedanken zur Sommersonnenwende
Das Licht, die Reinheit, gilt auch als Symbol der sittlichen Reinheit und des guten Rechts; daher mahnt ein in manche Sage gekleidetes Sprichwort: „Die Sonne bringt es an den Tag“, d. h. das Unrecht, das Verbrechen, z. B. den Mord, der sich tief verborgen und sicher wähnt.
Der Sommer beginnt bei uns am 21. Juni, weil der nördliche Wendekreis der Sonne am meisten zugekehrt ist. Vom 21. Juni an wendet sich der Sonnenstrahl nach dem Süden des Äquators: Sommersonnenwende, bei uns am 21. Juni der längste Tag, dann nehmen die Tage ab.
Am 21. Dezember ist die Wintersonnenwende und von dem Tage an werden die Tage allmählich länger, bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Die Germanen feiern diese Marke im Kreislaufe der Zeit als Fest des lichten Sonnengottes Baldurs und gedenken zugleich Freyrs. Beide sind die Lichtgottheiten
Wie Freyr ist auch Baldur, ebenfalls Odins Sohn, ein Gott des Lichtes, der Sonne, doch in vielfach abweichender Richtung; so wird nicht der Erntesegen wie auf Freyr-Frô, sondern der Frühling auf ihn zurückgeführt; er ist das aufsteigende Licht des wachsenden Jahres und muss daher sterben, wann das Jahr sich neigt, wann die Tageslänge nicht mehr zunimmt, sondern abnimmt, und die Nacht dem Tageslicht zu obsiegen anhebt; also zur Sommersonnenwende, ungefähr zwischen dem einundzwanzigsten und dem vierundzwanzigsten Juni;
„Es zeigten uns die Einheimischen, wo die Sonne ihre Ruhe halte“, so lautet die Erkenntnis aus einem Bericht des griechischen Astronomen Pytheas während eines Besuches in Norwegen um 330 v. u. Z. Darüber wird deutlich, wie wichtig die Himmelsbeobachtung für das germanische Volk war.
Damals, als sich Glaube und Erkenntnis noch nicht widersprachen
Sonnenwarten konnten zugleich Sonnenheiligtümer sein, und die ernste Sonnenbeobachtung zugleich eine frohe Sonnenwendfeier. Darüber erweist sich der Urgrund der germanischen Sonnenwendfeier: beobachtendes Wissen, ordnen des Verstandes und gläubiges Vertrauen. Den Menschen nordischen Blutes war Klarheit, Wissen und Erkenntnis innerstes Bedürfnis.
Feste wie die Sonnenwendfeier sind nichts anderes als Ausdruck einer überlegenden, aus sich selbst schöpfenden Lebensweise und Weltanschauung.
Die Bräuche, mit denen man auch heute noch in Skandinavien die Sonnenwende, dort Mittsommer genannt begeht, gehen auf uraltes germanisches Brauchtum zurück. Leider sind sie in unseren Breitengraden kaum noch anzutreffen.
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Quelle:
Felix Dahn Walhall
Fritz Martini Germanische Heldensage
Germanitaothala