Es geht weiter in der Reihe: „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel (Band 2)
Wenn das politische Trümmerfeld Deutschlands wieder aufgeräumt und ein neuer Bau entstehen sollte, dann musste sich eines der Landesfürstentümer über alle anderen erheben und die Interessen Deutschlands als seine eigenen pflegen und verteidigen. Dass dies wirklich geschah, war höchst unwahrscheinlich und am unwahrscheinlichsten im Nordosten, wo ein ohnehin armes Land nach dem großen Krieg fast zur Wüste geworden war, wo keine starke staatliche Macht bestand und eine halb deutsche, halb slawische Bevölkerung mühsam ihr Leben fristete.

Im besonderen das Kurfürstentum Brandenburg (mit dem seit 1618 das alte Ordensland Preußen in Personalunion stand) war ein territorial völlig zerrissenes und vielfach umstrittenes Herrschaftsgebiet.
Und doch wurde gerade zu der Zeit, wo Deutschland am tiefsten gesunken war und rettungslos verloren schien, der erste Grundstein zu einem Neubau gelegt, als der zwanzigjährige Friedrich Wilhelm Kurfürst wurde. Mit ihm bricht der erste Lichtstrahl durch das Dunkel der Nacht über den deutschen Landen.

Die drei Hohenzollern des folgenden Jahrhunderts (1640 bis 1740) machen aus dem Kleinstaat Brandenburg-Preußen einen kraftvollen Mittelstaat, dann kommt der große Friedrich (1740-1786) und erhebt ihn zur europäischen Großmacht.
Die Geschichte des brandenburg-preußischen Staates von 1640 bis 1786 zeigt – ebenso wie die Reichsgründung im 19. Jahrhundert – deutlich, dass die größte Macht in der Geschichte die große Persönlichkeit ist.
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Es sind nur noch wenige Kapitel bis zum Eintritt in das Zeitalter Friedrich des Großen (1740-1786). Bis dahin lesen wir vom Großen Kurfürsten, der unter anderem die Anfänge des Beamtentums schuf, und weiter von den drei großen Kriegen um 1700.

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