Dänemark – Schweden – Norwegen – Dänemark: Unsere Auszeit über drei Wochen in skandinavischen Gefilden – Teil II

7. August: Einen wunderschönen guten Morgen. Gegen 5 Uhr morgens ging die Sonne auf, aber wir haben ihr nur entgegengeblinzelt und uns noch einmal umgedreht.

Jetzt wird gefrühstückt, noch ein kurzes Bad im Meer genommen und weiter geht’s zur fabelhaften Welt der Astrid Lindgren. Vimmerby und Lönneberga wollen wir in jedem Fall einen Abstecher widmen.

Gestern haben wir auf der Insel noch etwas entdeckt: Mit einer Höhe von fast drei Metern und einer Breite von 1,5 Metern, und einer Stärke von 20 cm ist dieser Runenstein (Tingsflisan) einer der größten auf Öland.

Die Inschrift:“ Torer und Torsten und Trofast errichteten diesen Stein für ihren Vater Gunnfos.

Gud hjälpe Hans Själ“

Mach‘s gut, du wunderschöne Insel. Wir kommen wieder!

Und wieder einmal genießen wir einen Tag mit ganz viel Sonne, und erneut haben wir einen wunderschönen Platz gefunden, wo man herrlich baden kann.

Davor waren wir in Kattehult und haben uns den Ort angeschaut, an dem Michel mit seiner Familie wohnte.(also im Film). Ein wirklich schöner Ort, mit genauso schönen Eindrücken. Aber dazu gleich mehr. Ich finde, die Welt des Michel Lönneberga verdient ein eigenes Kapitel.

Anschließend haben wir eine, vermutlich 1000 Jahre alte Eiche besucht, mit einem stattlichen Umfang von 14 Metern, doch leider trauert sie, und trägt kaum noch Blätter. Auch dazu gleich noch mehr.

Nun wird erstmal in schöner Atmosphäre Leckeres auf dem Grill gebrutzelt.

Ich spring nachher nochmal ins Wasser. Und dann ist es an der Zeit Schlafen zu gehen.

8. August: Es folgen noch weitere Aufnahmen (Informationen) zur vermutlich 1000 jährigen Eiche im Kvills Nationalpark. Diese Eiche hat viel zu erzählen, hier zeigen sich die Wesen, die sie stützen.

Auf einem der letzten Bildern erkenne ich zum Beispiel einen alten Mann mit einem langen weißen Bart und vor ihm stehen noch andere Gesellen.

Es ist ein guter Ort. Auch wenn die Eiche trauert, und ihre grünen Blätter verliert.

Und hier noch mehr Bilder und Infos (am Ende der Bilderreihe) zum Katthult Hof.

9. August: Wir haben heute genau 2100 Kilometer zurückgelegt, und soooo viel gesehen.

Eigentlich sind wir gerade froh darum, dass da draußen dicke Regentropfen vom Himmel fallen, so können wir die vielen Eindrücke einmal „sacken“ lassen.

Heute Morgen hatte ich noch fix ein Brot gebacken, ein Bad im See und anschließend unsere Route entlang des Vättersees in Augenschein genommen.

Jetzt stehen wir am Beginn der Panoramastraße entlang des Vättersees gegenüber eines Riesen, allerdings im Regen.

Was es mit diesem Riesen auf sich hat, erfahrt ihr gleich.

Und so war das dann heute: Zuerst waren wir beim Riesen Vist. Die Sage erzählt, dass er mit seiner Frau beim Riesen von Killekulle zu Gast war. Vom reichlichen Essen und Trinken nicht mehr ganz trittfest,, wagte Frau Vist nicht den großen Schritt über den Vättersee… Kurzerhand riss der Riese ein Stück Land vom Ufer und warf es in den See, damit man ihn in zwei Schritten überqueren konnte.

Dann sind wir gewandert, mit einem herrlichen Blick über den Vättersee, der übrigens 10 Mal so groß ist, wie der Bodensee. Ganz dolle mussten wir auf die vielen kleinen Kröten achten, die immer und immer wieder unseren Weg kreuzten. Sie sind ja nun mal hier zu Hause. Überall Blaubeeren und Pilze, aber wir wollten weiter. Ach ja, und nahezu überall am den Wanderwegen „leuchten“ die hübschen Plumsklos auf.

Und so gelangten wir an eine beeindruckende Klosterruine. Hinter den dicken Mauern versteckt sich eine besondere Geschichte. Inmitten wunderschön angelegter Lavendelfelder, umgeben vom betörenden Duft der zahlreichen Obstbäume haben wir eine wunderschöne Atmosphäre genossen.

Dann sind wir nochmal kurz zum Vättersee, der sich allerdings nur schwer üferseits erreichen lässt.

Doch das wohl beeindruckendste Ereignis des Tages war der Weg zum Rök-Runensten, auf den ich später noch etwas näher eingehen möchte.

Nun stehen wir wieder in einem Naturreservat (24 Stunden erlaubt) und genießen die Stille, musikalisch unterlegt vom Gezirpe der Grillen.

Wir haben hier im Naturreservat am Täkernsee richtig gut geschlafen und uns gleich heute Morgen hier noch ein bisschen umgeschaut.

Und siehe da, es offeriert sich ein kleines Paradies sowohl für Groß und Klein, aber für Familien mit Kindern ein grandioser Platz. Hier gibt es sooo viel zu entdecken. An jeder Ecke gibt es Wissenswertes für die Kleinsten, spielerisch umgesetzt. Respekt! Das ist ein echter „Freizeitpark“, und dazu noch kostenlos.

Wir sind wirklich beeindruckt, wie liebevoll das Geschehen aus der Natur hier in Szene gesetzt wird.

Können wir nur empfehlen.

Wir sind nun wieder auf dem Weg, weiter gen Norden.  

Doch zuvor die versprochene Info zum Runenstein von Rök bei Ödeshog am Vättersee.

Es war tatsächlich mit einer der beeindruckendsten Momente, bisher auf dieser Reise.

Als wir dort ankamen, trafen wir einen jungen Mann, der auf dem Weg zum Midgard-Festival von Oslo war. Er kam aus Heidelberg und wir haben uns richtig gut unterhalten. Ein junger Mann mit großem Interesse an unsrerer Geschichte, und wie sich im Gespräch herausstellte, auch mit einem breiten Wissen dazu. Das trifft man selten.

Aber nun noch kurz etwas zu dem wohl berühmtesten Runenstein des Landes: Er stammt vermutlich aus dem 9. Jahrhundert und trägt eine Inschrift mit über 750 Runen, die auf den Ostgotenkönig Theoderich zurückführen könnten.

Die deutsche Erklärung dazu auf den Infotafeln ist schwer zu lesen, da dort genau die Sonne drauf strahlte. Vielleicht könnt ihr es lesen, wenn ihr es etwas größer „reißt“.

10. August: Die Sonne zeigt sich wieder, nachdem es die ganze Nacht hindurch geregnet hat.

Schnell noch ein Bad genommen, mein Göttergatte hat mir das Handtuch gereicht ,und nun ziehen wir weiter, zunächst in die Stadt des Donnergotts. Das Städtchen bewahrt eine lange Geschichte. Der Name der Stadt lautet übersetzt „Opferplatz für Thor“. Der Ort war, dank seiner günstigen Lage am Fluss Eskilstunaå, auch ein guter Handelsplatz.

Wir wandeln hier auf den Spuren des Gottes, der auch als Beschützer der Menschen bekannt ist.

Ihr seht auf einem Bild eine Darstellung, auf der sich Thor der Aufgabe widmet, feindlich gesonnene Riesen zu bekämpfen. Sie stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.

Thorshälla- ein idyllisches Städtchen, dass schon zwischen den Jahren 1300 und 1380 bewohnte wurde, bis ein Brand im 14. Jahrhundert alles zerstörte.

Vieles, was wir einfach so auf den Wegen und im Wald gefunden und gesammelt haben, wurde später gekocht, gebrutzelt und verspeist, Darunter Äpfel, Birnen, und einige Blaubeeren, die wir fleißig gesammelt haben.

Und es gibt noch viel mehr zu erzählen, so auch zu den Feldzeichnungen zur Sigurd-Sage. (Ramsundritzung bei Sundbyholm).

11. August: Heute wird gewandert!

Erste Rast nach knapp acht Kilometern an einem zauberhaften Schloss-Café – wir genießen Köstliches unter einer alten Linde

Fast 20 Kilometer Wegstecke: Es war wundervoll, genauso wie wir es uns vorgestellt haben.

Wir spüren ihn schon, den langen „Marsch“ von heute, der eher an eine Klettertour erinnert, und sitzen jetzt einfach nur so vor uns hin.

Uns gegenüber sitzen junge Schweden, die ein Feuerchen entfacht haben, und in geselliger Runde schwatzeln.

Wir hören gerne zu, denn es ist ja auch irgendwie unsere Sprache. Schwedisch ist eine altnordische (germanische) Sprache, sowie Dänisch, oder auch Englisch (Angelsachsen) die aber unserer deutschen Sprache am ähnlichsten ist. Und so klingt für uns das Geschwatzel der jungen Schweden sehr vertraut.

12. August: Weiterfahrt! Und da sind wir nun gelandet: Irgendwo im Nirgendwo, wir wissen es im Moment wirklich nicht. Wir stehen etwa 80 Kilometer nördlich von Uppsala. Rundum eine geschichtsträchtige Region, sehr beeindruckend.

Achim macht Feuer, sammelt Holz, und ich backe Brot und so….Da wir es uns jetzt hier aber erstmal „einrichten „..

Erster!  Da hängen doch schon die Weihnachtskugeln an den dicken Kiefern.

Eigentlich würden wir euch ja jetzt über den heidnischen Sitz der Svealkönige berichten. Denn unweit von hier entstanden etwa im 6. Jahrhundert die drei Kungshögarna (Königshügel), die der Sage nach die Grabhügel für die Könige Aun, Adels und Egil sind. Zuvor besuchten wir nämlich den höchsten Grabhügel des Landes. Es war wirklich beeindruckend.

Doch gerade lächelt uns an diesem idyllischen Platz hier, auch noch die Sonne entgegen. Wir machen jetzt also erst einmal ein Feuerchen. Am gegenüberliegenden Ufer hatten die Menschen wohl die gleiche Idee.

Es duftet herrlich nach Kiefernholz, dass vor sich hin glimmt. Wunderbar!

Es braucht wenig, und doch ist es soooo viel

Teil III zu unserer Reise folgt! Bleibt dran, denn es beliebt spannend.


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