13. August: Das ist schon ein Träumchen, so in den Tag starten zu können.





Nun haben wir Zeit für einen Rückblick: Diese interessanten Entdeckungen haben wir gestern auf unserem Ausflug zu den beeindruckenden Hügelgräbern von Anundshög gemacht.




Und natürlich noch viel mehr. Seht selbst, denn die Anundshögen sind nicht nur die größten Grabhügel im Land, sie bewahren auch eine eindrucksvolle Geschichte.

Die prähistorischen Überreste rund um Anundshög zeigen deutlich, dass das Gebiet während der Eisenzeit das Zentrum eines Machtzentrums war. Wir werden vielleicht nie erfahren, wie groß die Macht war, die hier konzentriert war, aber es war sicherlich königliche Macht. Zu Beginn des Mittelalters scheint es absichtliche Versuche gegeben zu haben, dieses Machtzentrum auszulöschen.

Die Schiffsuntersetzer wurden zerstört, der Runenstein umgeworfen und der königliche Besitz, der sich hier befunden haben muss, wurde aufgeteilt. Heute ist nicht einmal der Name des königlichen Anwesens erhalten, da sein Name im Mittelalter durch den Namen des Hügels – Anundshög – ersetzt wurde.





Innerhalb des Geländes sind weitere 11 Grabhügel und 10 runde Steinsetzungen zu sehen. Diese Gräber wurden wahrscheinlich über Mitgliedern verschiedener Generationen derselben Familie errichtet. Die meisten Gräber wurden vor langer Zeit geplündert, was an den Vertiefungen in ihnen zu erkennen ist.


Und auch das haben wir entdeckt: Die rätselhaften Königsgräber von Uppsala. Sie beschwören das Flüstern von alten Königen oder Göttern herauf. In der Nähe deutet der Uppsala-Tempel auf die göttliche Vergangenheit der Stadt hin. Der Tempel, der in einem Text von Adam von Bremen aus dem 11. Jahrhundert erwähnt wird, soll an der Stelle gestanden haben, an der sich heute die Kirche Gamla Uppsala befindet.
Die Königshügel

Drei mächtige Hügel sind es, die sich westlich des Thinghügels erheben. Während der mittlere Hügel nie untersucht wurde, fanden sich im Ost- und Westhügel Reste von Brandbestattungen. Im Osthügel war eine Urne mit verbrannten Knochen und Asche sowie ein kleines Goldblech mit eingefaßten Granatsteinen. Weiterhin fand man u.a. Kämme, Spielsteine, Nägel und Bärenklauen.


Der Osthügel wird auf das Jahr 500 u.Z. datiert, der Westhügel auf das Ende des 6. Jahrhunderts. Da man für diese Zeit die Namen von drei Königen weiß, vermutet man, daß in den Gräbern die folgenden Könige in zeitlicher Reihenfolge bestattet sind:
• Mittlerer Hügel: König Aun oder „Ane der Alte“ aus dem Ynglinga-Geschlecht
• Osthügel: König Auns Sohn Egil
• Westhügel: König Egils Enkel Adil
Es wird vermutet, daß im Ottarhügel bei Vendel König Egils Sohn Ottar begraben ist.
Man hat die drei Hügel auch nach den Göttern Thor, Odin und Freyr (von Ost nach West) benannt.

Vom Chronisten Adam von Bremen wissen wir, daß es in Gamla Uppsala einen heidnischen Tempel der Asen- und Vanenreligion gegeben haben soll (‚templum quod Ubsola dicitur‘) – von Bremen hat ihn aber nicht mit eigenen Augen gesehen.
„Dieses Volk verfügt über einen berühmten Tempel, der Uppsala genannt wird und nicht weit entfernt von der Stadt Sigtuna liegt. In diesem Tempel, gänzlich mit Gold ausgeschmückt, verehrt das Volk die Bilder dreier Gottheiten. Thor, der mächtigste von ihnen, hat seinen Thron mitten in der Halle.
Zu beiden Seiten von ihm sitzen Odin und Frejr. Ihnen wird folgende Bedeutung zugeschrieben: Thor, so heißt es, herrscht in der Luft und gebietet über Donner und Blitz, Wind und Regen, Sonnenschein und Saat.
Odin, das bedeutet Raserei, gebietet über Krieg und schenkt den Menschen Kraft, ihre Feinde zu bekämpfen. Der dritte aber, Frejr, schenkt den Sterblichen Frieden und Genuß. Sie versehen sein Standbild auch mit einem mächtigen, aufgerichteten männlichen Glied.
Odin stellen sie bewaffnet dar, wie unsere Landsleute den Mars. Thor dagegen, mit seinem Zepter, scheint Jupiter zu gleichen. Sie verehren auch zu Göttern aufgestiegene Menschen, welchen jene als Anerkennung großer Taten Unsterblichkeit verleihen. In der Lebensbeschreibung des Heiligen Ansgar ist zu lesen, daß sie so mit König Erik verfuhren.
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Nun ein kurzes Resümee zu unseren Eindrücken über knapp 10 Tage entlang schwedischer Landstriche, durch Dörfer und Städte:
Wir stehen heute Abend auf einem ruhigen Platz in der wunderschönen Region Dalarna, unweit des Siljansees. Gerade fielen ein paar Regentropfen vom Himmel, der heute leider nicht so klar ist, wie in den vergangenen Tagen.

Aber nun zu unseren Eindrücken. Auf dem Land, in den kleinen Dörfern geht es noch wohltuend traditionell zu, überall wird schwedisch gebrabbelt, viele Blondschöpfe, Mädchen mit goldenen Locken, kräftige Jungs, die mit der Angel losziehen, sowie aufmerksame Väter und Männer, die immer zur Stelle sind, wenn „Frau ruft „…
Anders in den größeren Städten. Und damit meinen wir auch Städte von etwa 15 000 bis 20.000 Einwohnern. Karlskrona haben wir schon unter geflaggtem Regenbogen erlebt. Die Stadt wirkte kalt, leblos, fern allen Ursprungs.
In anderen Städten stellten wir uns oft die Frage: Sind wir wirklich in Schweden? Denn wir vermissen sie hier, die typischen Schweden, Dafür überall Frauen unter langen Säcken mit Kopftüchern verhüllt. Ohne zu schauen, wird über Rot an der Ampel gelaufen, provokant laufen sie daher, zahlreiche Kinder vorne weg.
In den eigentlich beschaulichen Parks wird gegrillt, nur eben nicht vom Schweden, der ist noch fleißig auf der Arbeit, oder sucht das Weite in die abgelegenen Gebiete. Sei es Karlskrona, Falun oder Gävle die größte Stadt Nordschwedens, den Schweden sucht man nahezu vergeblich…, doch sieht man ihn stets bei der Arbeit auf Baustellen, im Supermarkt und so weiter.
Das ist unser persönliches Empfinden.
Ach ja…, und auch das haben wir entdeckt: Ein deutsches Womo, auf einem Parkplatz in Nordschweden, immer auf „Empfang. 😀

Was soll man noch sagen? Insbesondere auf den Wegen zur den Pfaffen und Kirchen, flappen sie auf.., die bunten (Fahnen) und Bändchen in staatlich verordneter Farbgebung…


Selbst die täglichen Nachrichten (oder besser Offerten einer Propaganda) unterscheiden sich kaum von denen in Deutschland…

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14. August: Nach einem Ausflug in die so hübsch am Ufer gelegene Stadt Leksand, haben wir nur wenige Kilometer weiter unser Lager aufgeschlagen mit einem wunderschönen Blick über den Siljansee.

Die Region Dalarna ist für die Schweden der Inbegriff der Erholungslandschaft. Da werden im Sommer – besonders in der Zeit um Mittsommernacht – die ländlichen Feste gefeiert. Jung und Alt tanzt dann zu Fiedel und Harmonika unter schattigen Bäumen, da wird nach alter Bauernsiitte getafelt und gerecht, werden die farbenfreudigen Trachten getragen.
Schön wäre der Besuch des Freilichtmuseums mit alten Bauernhäuser gewesen, doch leider war es geschlossen.

Nun speisen wir auch, und später machen wir noch ein Feuerchen.

Die Atmosphäre hier am Siljansee lässt sich nur bedingt über Fotos vermitteln, aber vielleicht lässt es sich aus der Ferne nachempfinden.






Tällberg!




Am Abend des 15. August: Ein bisschen wehmütig, denn es ist dann unsere vorletzte Nacht im wunderschönen Schweden, morgen geht es dann Richtung Oslo und von dort aus weiter nach Kristiansand, wo wir dann mit der Fähre nach Dänemark rüber schippern möchten. Zumindest ist das der aktuelle „Plan“



Heute haben wir noch die kleine Insel Sollerön besucht, mit beeindruckenden Zeugnissen aus der Zeit der Wikinger und davor.

Und wieder einmal wird deutlich: mit der Zwangschristianisierung wurden auf heidnischen Kultstätten Tempel der Kirche gesetzt, um alles Ursprüngliche und Volkstümliche, den Glauben an die Natur und ihre Götter auszulöschen. Jede Kirche ist ein aufgesetztes, beherrschendes Gemäuer der Macht, errichtet von einem Syndikat, dass über seine Tempel, ganze Völker in Fesseln legte.









Ach ja, da war noch was: Telefoniert habe ich heute auch, ganz klassisch…

Für solche kleinen hübschen Liebenswürdigkeiten haben die Schweden wirklich ein gutes „Händchen“. Nahezu jedes kleine Dorf hält eine liebevolle Überraschung bereit.



Auf Wiedersehen Schweden – hallo Norwegen!
Nun gibt es doch noch einen Teil IV. Also bleibt dran. Langweilig wird’s nicht – versprochen!
16. August: Wir nehmen euch dann (bildlich) auf unserer letzten Etappe mit.

Am Morgen haben wir uns bei bestem Wetter auf den Weg gemacht, sind durch wundervolle Dörfer „gezogen“, haben uns noch einen letzten Halt in schwedischer Idylle vorgenommen, doch sind uns hier (an dem Platz) gleich zwei Womos aus Deutschland zuvor gekommen.
Also zogen wir weiter, und stehen nun bereits in Norwegen, etwa 100 Kilometer von Oslo entfernt. Das Osebergschiff können wir leider nicht bewundern, denn das Museum, wo es beheimatet ist, wird noch bis 2026 umgebaut.
Wir werden dafür im Polar-Museum vorbeischauen, um noch ein bisschen mehr über den Polarforscher Amundsen zu erfahren.
Dann trudeln wir die norwegische Südküste hinunter bis Kristiansand, um dort mit der Fähre nach Hirtshals überzusetzen.