„Der „Osten Deutschlands“ wird im September Geschichte schreiben.“… ?

So, oder so ähnlich lauten die Meldungen der letzten Tage auf den Kanälen der sozialen Netzwerke, vermutlich im Zusammenhang mit den anstehenden Wahlen.

Und ich lese dann nach, ob es wirklich so gemeint ist, wie es dort geschrieben steht. In den Kommentaren, dann die Bestätigung: „Ja, die Ostdeutschen haben schon immer eine Wende herbeigeführt. Sie sind die wahren Revolutionäre“…

Nun ja, die Riege der Träumer und Wünschelrutengänger schrumpft nicht. Oder um es auch an dieser Stelle mit den Worten des Schweizers „Chnopfloch“ zu sagen: „Die Einarbeitung in die Abarbeitung der Aufarbeitung dauert noch etwas länger.“

Und daher möchte ich noch ganz kurz ein paar Fakten zu „unserer Geschichte“ erwähnen.

– Der Osten Deutschlands, von dem hier die Rede ist, wurde ausgeraubt, seine Bevölkerung auf menschenunwürdige Weise vertrieben, und unter polnische Verwaltung gestellt.

– Mitteldeutschlands Geschichte bis 1989 macht ebenfalls deutlich, dass sie längst geschrieben war, und die „Revolution“ mit einer gewissen „Vorbereitung“ einherging, die aber weniger vom Volke ausging,

Was nicht heißen soll, dass das mitteldeutsche Volk seinen wachen Geist darüber verloren hat. Nein, das gewiss nicht. Denn wenn man über viele Jahre immer und immer wieder betrogen wird, wenn man auf das Leid der Vorfahren aus den ostdeutschen Gebieten zurückblickt, dann wird man mit einem Wissen ausgestattet, dass sich nicht so leicht abstreifen lässt. Nicht zuletzt ist es das Gespür für das Echte, für das eigentliche Geschehen, Und nicht für das, was uns vorgegaukelt wird.

Ich nenne das Erfahrung, und verurteile Niemanden ob seines Unwissens, weil es über Jahre den Menschen auch „anerzogen“ wurde. Doch würde ich mir wünschen, dass sich die Leute mehr mit ihrem Land auseinandersetzen, um wenigstens den Osten Deutschlands von Mitteldeutschland unterscheiden zu können, und die Geschichte dahinter besser verstehen lernen.


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