Um zu wissen, dass man nichts weiß, muss man schon einiges Wissen. Aber was wissen wir schon?

Ein paar Gedanken zur Wochenmitte:

Es sind nahezu immer die gleichen Vorgänge, Inhalte, die uns ereilen, und das offenbar, seit wir denken können, Es scheint, als seien wir Darsteller in einem Drehbuch, mit eben den gleichen Inhalten wie dazumal, nur der jeweiligen Epoche angepasst.

Wenn wir unsere Dichter und Denker aus längst vergangenen Zeiten zitieren, gleichen die dort beschriebenen Vorgänge oft denen der Gegenwart., Mehr als einmal rufen wir dann voller Erstaunen aus: „Schau, so hat es sich schon damals zugetragen. In der Tat: Manches, was wir wiedergeben, wirkt tatsächlich wie ein Abklatsch.

Heute möchte ich aber nicht unsere alten Meister zitieren und einen Vergleich anstrengen.

Mir kam gerade etwas ganz anderes in den Sinn.

Kennt ihr das auch, dass ihr in der Vergangenheit ein Buch gelesen habt, oder wie hier in dem Fall einen Film geschaut, dessen Titel euch nicht mehr eingefallen ist, ihr aber vage die Handlung nacherzählen könnt? Als heute morgen wieder einige Leute auf ihrem E-Roller vor unserem Haus vorbeirauschten, unter einem schrecklich düsteren Himmelszelt, kam mir dieser Film wieder in den Sinn. Lange ist’s her, denn Filme aus der Science Fiktion Rubrik schaue ich eher ungern.

Das muss damals zum Ende der 1980er Jahre gewesen sein. Ich erinnere mich an irgendwelche Mikrowellen, mit denen gesprochen wurde, was man essen möchte, und zack kam das Essen raus. Draußen drehten sich die Flügel von Windrädern, es war dunkel. Auch am Tag war der Himmel stark bewölkt. Die Menschen agierten wie ferngesteuert, bei allem, was sie taten. Auf den Straßen fuhren Kinder mit hoher Geschwindigkeit auf Rollschuhen und Rollern über die Straße. Schwache Erinnerungen, aber ich wollte wissen, wie der Film heißt.

Beruhend auf meinen Suchkriterien, gelangte ich zu „Rollerball“, einem US-amerikanischer Science-Fiction-Film der Produktionsfirma United Artists aus dem Jahr 1975. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich wirklich um den von mir gesuchten Film handelt.

Egal, ich habe mal nachgelesen, worum es in diesem hier ging:

Rollerball (1975): Der nahezu ausnahmslos in München gedrehte Spielfilm mit James Caan in der Hauptrolle basiert auf einer Kurzgeschichte von William Harrison, der auch das Drehbuch schrieb. Gegenüber seinen Studenten (während eines Kurses über das Schreiben für die Leinwand um 1989) soll Harrison über den Regisseur des Films von 1975, Norman Jewison, gesagt haben: „Er hat alles mit meinem Drehbuch gemacht, außer es zu benutzen.“

Die Handlung:

Im Jahr 2018 sind die Nationen der Welt durch ein Konglomerat globaler Konzerne ersetzt worden, die jeweils auf ein einzelnes „Produkt“ spezialisiert sind: Energie, Transport, Nahrung etc. Individualismus und Selbstbestimmtheit treten zugunsten von durch die Exekutiven der Konzerne garantierten Sicherheit und Luxus in den Hintergrund. Jeder Konzern kontrolliert jeweils eine Stadt. Ein zentrales Mittel, die Massen ruhig und bei Laune zu halten, ist der brutale Sport Rollerball, eine Mischung aus Hockey, Roller Derby, Motorradrennen und Football, der nicht nur Kriege, sondern auch alle anderen Sportarten ersetzt.

Gleichzeitig lassen die Konzerne zu, dass Teile des zentral gespeicherten Wissens der Menschheit in Vergessenheit geraten; die Vergangenheit geht verloren, jeder kritischen Nachfrage wird somit die Grundlage entzogen.

Jemand machte sich immer mehr Gedanken über die herrschenden Verhältnisse und möchte mehr über die Geschichte der Konzerne und die herrschenden Kräfte herausfinden. Sein Einfluss ermöglicht ihm einige Nachforschungen, jedoch stellt sich heraus, dass alle Geschichtsbücher vernichtet und alle enthaltenen Informationen in einen Computer eingespeist wurden, der jedoch fehlerhaft ist. Zeitgleich zeigt sich die moralische Verkommenheit und Ignoranz der herrschenden Klasse.

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So trägt es sich wohl zu, in einem eigens dafür geschaffenen „Netzwerk“ –

Und das wissen wir ganz sicher: Netze werden normalerweise verwendet, um etwas zu fangen.

1984 hat man in Europa noch über Orwell gelacht – jetzt nicht mehr.


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