An dieser Stelle möchte ich Bezug auf die Internetarchive wie „archiv org“ nehmen, die ja, wie einige vielleicht schon bemerkt haben, seit Tagen „geschlossen“ sind /wurden /waren. Die Begründungen und Ursachen dazu, sind derart widersprüchlich, dass es Unfug wäre, eine dieser Erklärungen zu erwähnen.

Ich möchte nun in diesem Zusammenhang noch ein paar Gedanken zu unserer deutschen Literatur, ihren Büchern und Verfassern teilen. Wohl dem, der noch im Besitz von alten Büchern in hohem Bestand ist, denn die, und davon müssen wir leider ausgehen, wird es so, in ihrer ursprünglichen Fassung bald nicht mehr geben. Und wenn sie doch noch in Erscheinung treten, dann in digitaler, überarbeiteter Form. Im Beitrag im Kommentar gehe ich noch etwas intensiver auf das Prozedere ein.

Unser Volksstamm, soweit wir zurückschauen können, besaß dichterische Begabung. Er wusste die bunte Menge von Gestalten und Handlungen zu erfinden, die den Inhalt unserer Mythenreihe ausmachen Es war eine Erfindung, oder anders ausgedrückt, die große Kunst „etwas“ wundervoll in Worte fassen zu können. So war es bald ein Abbild des Menschenlebens in gesteigerten Maßen, , bald ein verwegenes Hinausschreiten über alle Wirklichkeit, dem Märchen ähnlich, doch mächtiger und mit ernsterem Hintergrund.

Mit dem Dichterworte vermochten der Meißel und der Stift nicht Schritt zu halten. Erst viel später, als die Germanen lange Zeit bei den südlichen Nachbarn in die „Schule“ gegangen waren, erhob sich ihre bildende Kunst zu freien großen Schöpfungen. Doch die Dichtung blieb der führende Teil, die bildende Kunst folgte bescheiden in weitem Abstand.
Einige Deutsche Köpfe, blicken wir ihnen in ihr Gesicht: Die wahrhaft abgeklärten Naturen sind selten, aber es gibt sie. Wie etwa Alexander von Humboldt, der Goethe unter den Gelehrten, oder der alte Theodor Fontane, der es sich sauer genug abgerungen hat. Schon bei Wilhelm Raabe schimmert hinter der Maske spießiger Behaglichkeit und Allerweltswurschtigkeit ein Zug von schmerzlicher Entsagung und galligem Humor.

Die Erhabenheit des Hebbelkopfes wird gleichfalls niemand täuschen. Hinter dieser gewaltigen Stirn eines Weltüberwinders hämmert so manches Weh eines Welterleiders. Und kampfgerüstet, ja kampfesfroh, wo nicht kampfestrunken, blicken uns Schiller, Fichte, Arndt, Rauch, Richard Wagner an.









Das sind Helden, die den Handschuh, die die Welt ihnen hingeworfen hat, mutig ergriffen und bis aufs Äußerste verfochten haben, andere wieder sind daran zugrunde gegangen. Ein Mozart freilich, scheint lerchenhaft darüber hinweg zu jubilieren. Die errungene Abgeklärtheit ist des Goethekopfes höchster Stolz.
In dem Sinne, fällt mir doch glatt noch ein Zitat von Emanuel Geibel ein (aus Deutschlands Beruf 1861):
Deutscher Geist du bist die Quelle
Deutschen Ursprungs, deutschen Seins,
überwinden kann dich keins;
Brandet auch des Schicksals Welle
Sturmgepeitscht durch deutsche Gaue
Dich schlägt nicht des Feindes Klaue!
Und so wird am deutschen Wesen
Dennoch einst die Welt genesen.
Emanuel Geibel (aus Deutschlands Beruf 1861)
Und fürwahr, all die Dichtungen, als ehrwürdiges Erbstück unserer Vorfahren, haben ein Anrecht darauf unverziert und „unversüßt“ in die Hände unserer Nachkommen gelegt zu werden.
Bewahrt euch eure alten Schätze, in dessen Besitz ihr seid, stöbert im Antiquariat, schaut auf Trödelmärkten oder achtet auf Anzeigen, wo unsere alten Leutchen versuchen, ihre alten Bücher „quitt“ zu werden, weil die Nachkommen diese verschmähen und nicht um ihren unschätzbaren Wert wissen. Es ist das wenige, was wir tun können, um der Nachwelt ein „ Zeugnis“ zu hinterlassen.




„Blicke in Dich. In Deinem Inneren ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn Du nur zu graben verstehst.“ Marc Aurel (121 – 180)