Ob ihr es mögt, ob ungern hört,
ob es euch wohltut oder stört;
ich rede deutsch, wie mir´s gelehrt
die Eltern, die ich hoch verehrt.
Weh denen, die die Sprache morden
in der einst Deutsche stark geworden.
Weh Ihnen, die ihr Volk vergessen,
wenn Sie aus fremden Schüsseln essen,
die glauben sich nur dann gelitten,
wenn sie geschmückt mit fremden Sitten!
Weil andre auf uns Deutsche schelten,
soll deutsch bei ihnen nicht mehr gelten?
O – wüßtet ihr, wie arm ihr seid
in eurer Fremdenseligkeit.
Es ist solang es Völker gibt,
verachtet, der sein Volk nicht liebt.
Der Muttersprache heiliger Laut
ist es, der uns die Heimat baut!
So einst Friedrich Franz von Unruh in seinem Werk „Die Klage um Deutschland“ aus dem Jahr 1973.

Alois Bartsch findet 1979 ebenfalls die richtigen Worte: „Die Sprache eines Volkes, eines Volksstammes, ist das wesentlichste Merkmal seines Volkstums. In ihr zeigen sich Herkunft, Wesen und Eigenart noch deutlicher als in seinen Sitten und Bräuchen, zeigt sich die Seele des Volkes.“
In Bezug zu den verschiedenen Formen eines Kulturtransfers scheint die Entwicklung glasklar: Dazu zählt das jahrzehntelange Bemühen und die Versuche (insbesondere mit Beginn der 1960er Jahre) die deutschen kulturellen als auch sprachlichen Wurzeln zu (ver)amerikanisieren, westernisieren, (ver)denglishen.
Auch wenn der Zeitraum dieser Prozesse die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg umfasst, liegen die Anfänge jedoch deutlich früher und reichen mindestens in die Zwischenkriegszeit zurück.
(Ver)Amerikanisierung bezeichnend für den wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss Amerikas.
(Ver)Westerinisierung bezeichnend für die politisch-ideologische Homogenisierung Westeuropas.
„Sale“, „Hiring“ oder Coffee to go“ – Ein Amerikaner könnte (beispielsweise) in Düsseldorf einkaufen gehen, ohne Deutsch zu lernen!
Bleiben wir doch noch bei unserer Muttersprache. Denn:
„Die Sprache eines Volkes ist der hellste Spiegel seines Gemütes und seines geistigen Lebens; wer sich der Sprache seines Volkes entfremdet, entfremdet sich seinem Volke selbst. „,
um es mit den Worten von Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860) zu sagen.
In den folgenden Beiträgen berichte ich noch etwas ausführlicher über unsere Muttersprache, denn sie hat es verdient, erhalten zu bleiben.