– eine schöne Erzählung an einem Sonntag Ende Oktober
Unser gestriger Ausflug zur Nibelungenhalle, ähnelte eher einer „Suchaktion“. Wie waren auch nicht die einzigen Wandersleut, die auf der Suche zur Nibelungenhalle waren, welche im Jahr 1913 zum 100. Geburtstag Richard Wagners eröffnet wurde. Traurig, dass solchen Denkmälern kaum Beachtung geschenkt wird und Wegweiser dorthin einfach ausbleiben.
Wir haben die Halle trotzdem gefunden.


Nicht zuletzt musste ich einem Bericht der öffentlich-rechtlichen Anstalten entnehmen, dass man anregt, die „Person“ Richard Wagner nicht nur positiv zu erwähnen, denn schließlich wäre er ja, zwar ein begnadeter Komponist, auch Antisemit. Nun ja, diese Art der Anklagen sind ja bekannt, und wir wissen nur zu gut, aus welchen Reihen sie tatsächlich stammen. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Hier, in der Nibelungenhalle befindet sich eine der berühmtesten Gemäldesammlungen zum „Ring des Nibelungen“ des Malers Hermann Hendrich. Die Nibelungensage war der Grund, die Halle hier am Drachenfels zu Ehren Richard Wagners zu errichten. Der Kuppelbau bewahrt mystisch anmutende Gemälde zu den vier Ringopern Rheingold, Walküre, Siegfried und Götterdämmerung.


Die Atmosphäre im Saal ist bezaubernd, untermalt von Wagners Klängen. Beim Betreten des Saals sehen wir zur linken Seite drei Bilder aus der ersten Oper „Rheingold“ , „Walhalla“, Freyas Garten“ und „Nibelheim“. In dem Boden davor ist das Symbol für das Element Luft eingelassen und deutet auf den Himmel hin.


In der zweiten Nische sehen wir Szenen aus der zweiten Oper „Walküre“. Beginnend mit „Hundings Hütte“, gefolgt von „Walkürensturm“ und der „Schlafenden Brunhilde“.



In der dritten Nische sehen wir die Bilder zur Oper „Siegfried“: „Waldweben“, „Drachenkampf“ und „Erwachende Brunhilde“. Vor den Bildern das Symbol für Wasser.



Weiter laufen wir im Uhrzeigersinn und entdecken die Nornen an der Weltesche, sodann „Siegfrieds Tod und schließlich die „Götterdämmerung“ . Wotan, begleitet von seinen Raben Hugin und Munin thront auf einem Felsen mit der zerbrochenen Lanze, Symbol seiner Macht. In der Ferne steht die Götterburg Walhall in Flammen, das ist das Ende der Götterwelt. Im Boden das Symbol Feuer.


Zum Fußboden: Eine im Zentrum gelegene Erdscheibe wird von einem großen Hexagramm eingeschlossen, durch dessen Spitzen sich die Midgardschlange 60 Meter weit windet. Das Hexagramm wird aus zwei Dreiecken gebildet , den alten Symbolen für Wasser und Feuer.


Die Eingangsflügeltür mit Inschriften, verweist auf den Bau, seinen Mentor und Anlass.

Hendrich und Wagner: Der Maler Hermann Hendrich schreibt in seinen Erinnerungen, als er als junger Mann 1870 in Hannover weilte: „ Wenn ich nun, zurückschauend, überdenke, was damals den tiefsten Eindruck auf mich gemacht hat, so war es eine Aufführung von Richard Wagner „Tannhäuser“ im dortigen Hoftheater. Vom hohen Olymp herab blickt ich in eine neue Wunderwelt, war ganz berauscht von der wunderbaren Musik und dem herrlichen Spiel. Nach der Vorstellung lief ich noch stundenlang durch den Park mit der Sehnsucht im Herzen, später etwas Derartiges malen zu können.“


(Weiter unten findet ihr noch einen Beitrag zu Richard Wagner)
Vom Drachenfels, der ja im dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, und von vielen weiteren Eindrücken rund um diesen geschichtsträchtigen Ort, berichte ich dann in den nächsten Tagen.