Noch lange bevor Luther mit seinem Thesenanschlag die reformatorische Bewegung in Deutschland einleitete, erklärte ein Böhme der verweltlichten Kirche den Krieg. Jan Hus, Prediger und Rektor der Universität Prag, unter Berufung der Bibel forderte er mit Nachdruck die Rückkehr zur apostolischen Armut der Urkirche.
Um unter anderem die Glaubensfrage des böhmischen Reformators zu klären, tagte in den Mauern der Bodenseestadt Konstanz von 1414-1418 das Kirchenkonzil.

Hus, der mit der Zusage freien Geleits in die Stadt gekommen war, fand in Konstanz ein tragisches Ende. Er wurde in 39 Anklagepunkten der Ketzerei für schuldig befunden, und da er nicht bereit war zu widerrufen, am 6. Juli 1415 vor den Toren der Stadt auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Jan Hus wurde In einem Skandalprozess als „hartnäckiger und unbelehrbarer Ketzer“ zum Tode verurteilt.


Er bekam einen stilisierten Hut aufgesetzt, auf dessen Papier die Teufel kreisten. Dann wurde er vor die Tore von Konstanz auf den Scheiterhaufen geführt.
Für Martin Luther war Hus ebenso wie Wyclif ein Vorläufer und ein Vorbild im Glauben, das ihn beim Einsatz für die Reformation inspirierte: „Wir alle sind Hussiten“, soll er über die Reformationsbewegung gesagt haben.

Martin Luther (1483-1546) hat genau wie John Wyclif (1330-1384),

und Jan Hus (1370-1415) eine Idee gehabt. Die Idee hat mit der Selbständigkeit von Menschen zu tun, mit der Freiheit des Willens und Glaubens und mit der Freisetzung des Individuums.“
Wir blicken zurück auf Kirchen und eine unsägliche Ketzerhistorie, auf einen Ablasshandel, eine Krise von Kirche und Reich, aber eben auch auf die großen Bündnisse der Bibel manchmal auch Bilblischer Zionismus genannt.
————–
„Auf den Schultern von Riesen“ : Wenn Lügner uns die eine „Wahrheit“ sagen…
Eine Anmerkung am Rande: Die Schriften und Werke Luthers wie „Wider das Papsttum, vom Teufel gestiftet“, „Von den Jüden und ihren Lügen“ oder „Shem Hamphoras“ liefern Impulse, die durchaus dem aktuellen Zeitgeschehen sehr nahe stehen. Aber auch Diskussionen zu offiziell gemachten „Fälschungen“ wie „Protokolle der Weisen von Zi.on“ lassen sich über bestimmte Vorgänge in einen Zusammenhang bringen. So unter anderem von Umberto Eco aufgegriffen und in seinen Romanen. „Das Foucaultsche Pendel“ ,Der Friedhof in Prag“, oder „Verschwörungen“, verankert.
Und immer sind da diese Parallelen…
Schon immer floss sehr viel Geld aus den „Königreichen“ in die Kirche.
Daher noch ein paar Worte zum oben erwähnten englischen Reformer Wyclif: Er verlangte seinerzeit Auskunft zur wachsenden Steuerlast für das englische Volk. Die Päpste haben immer mehr Abgaben gefordert; und Reformer wie Wyclif haben nachgerechnet, dass die Steuern für die einfachen Menschen, die letztlich der Kirche zufließen, größer sind als die, die der König bekommt. Es floss sehr viel Geld aus den Königreichen in die Kirche.“
„Das Konzil, auf dem man Jan Hus, der ja letztlich ein Repräsentant der Ideen Wyclifs war, den hat man unter Bruch des Rechts verhaftet und verbrennen lassen als Ketzer mit seinen Schriften. Und bei dieser Gelegenheit hat man gesagt: Dann verbrennen wir die Schriften von Wyclif auch noch gleich mit. Das hat man getan und kam dann auf die Idee, sogar die Gebeine Wyclifs ausgraben und verbrennen zu lassen.“
——————————
Folgende Artikel predigen und halten die Hussiten wider die heilige Christenheit:
• Der Papst ist ein Bischof wie ein anderer Bischof über sein Bistum und nichts weiter.
• Ein Priester ist in aller Gewalt wie der andere, und es besteht unter ihnen kein Unterschied. Welcher Priester besser ist als der andere, das liegt nicht an der Prälatur, sondern an der Heiligkeit der Lebensführung.
• Wenn eine Seele von dieser Welt scheidet, so hat sie allein zwei Wege: Sie fährt sofort gen Himmel oder schnell zur Hölle, was man aber sagt vom Fegefeuer, so erklärten die Hussiten, es sei kein Fegefeuer, sondern die Habgier der Pfaffen habe es erdacht, und es sei verloren Ding, daß man für die Toten bitte.
• Man soll abtun alle Bildnisse, es sei zu Gottes Ehre oder der reinen Jungfrau Maria oder der Heiligen und so weiter.
• Daß man Kerzen, Asche, Palmen, Weihwasser und auch die Taufe und ander Ding segne, sei ein lächerlicher Spott.
• Bettelorden und Mönche habe der Teufel erdacht und erfunden.
• Alle Priester sollen arm sein und nichts haben als das Almosen.
• Wer predigen will, dem sei es erlaubt, er sei Laie oder Priester.
• Man soll keine Sache leiden in der Christenheit, ob Frauenhäuser, Spiel, Wucher oder was auch immer, darum daß größeres Übel vermieden bleibe.
• Wer in Todsünden ist, mag weder geistlicher noch weltlicher Richter sein und aller Freiheit beraubt, und niemand soll ihm gehorsam sein.
• Firmung und letzte Taufe oder Ölung seien nicht zu zählen unter die Sakramente.
• Es sei eine Ursache zum Lügen, daß die Menschen dem Priester ins Ohr beichten.
• Es sei genug, daß ein jeglicher Mensch in seinem Herzen Gott bekenne.
• Man soll zur Taufe allein lauteres Wasser nehmen ohne Chrysam oder heiliges Öl.
• Daß man die Leute in Kirchhöfen begrabe, sei zu nichts nutze, die Pfaffen haben es erdacht von Gewinnes wegen.
• Es gelte gleich, wo die Körper zugedeckt werden.
• Das geziemendste und größte Stift und Gotteshaus, darin Gott angebetet werden soll und die Toten begraben werden sollen, sei die Welt. Die aber Kirchen bauen und Klöster und Kapellen und Bethäuser, die wollen die göttliche Majestät in
• Die zierlichen Gewänder, Meßgewänder, Altartücher, Kappen, Teppiche, Korporale, Kelche, Patenen, Rauchfässer seien unnütze und verlorene Kosten.
• Ein Priester mag zu jeder Stunde und an allen Stätten das heilige und würdige Sakrament konsekrieren und sogleich denen geben, die es begehren.
• Es braucht auch der Priester nicht mehr sprechen denn die Worte, darin die Kraft des Sakramentes liegt.
• Es soll niemand weder die Jungfrau Maria, noch Engel, noch irgendwelche Heiligen anrufen, denn sie können niemandem helfen.
• Es sei eine verlorene Zeit, daß man die sieben Tageszeiten singe oder spreche.
• Man soll keinen Tag ohne Arbeit sein außer allein am Sonntag, und alle Tage, die den Heiligen zugesprochen sind, aufgeben.
• Wer an den Tagen faste, die die Kirche angesetzt hat, der erwerbe keine Verdienste.

Eine Antwort zu “Als ein Böhme der verweltlichten Kirche den Krieg erklärte. Die Zeit im Zeichen der Reformation – ein Rückblick: Hus, Wyclif, Luther”
Auch bei Luther gibt’s dunkle Flecken. Aber heute versteht sich ja zumindest die EKD als politische Partei und lässt mit ihrem, vom Steuerzahler eingezogenen Geld ihre NGO’s trefflich wüten. Wenn dann auch noch so eine Art Flüchtlings Reederei etwas enger mit unseren Feudalherrschern (m/w) verbandelt ist – ob’s dem da Oben (wenn’s Ihn den gibt) so richtig gefallen würde??
LikeGefällt 1 Person