„Samhain, wir feiern die Ernte, den Beginn der kalten Jahreszeit und den Start in ein neues Kalenderjahr – wir feiern das Fest der Jahreswende und wünschen ein geruhsames Ahnenfest im Kreise eurer Freunde und Familien.“
Die Botschaft von Samhain ist eine Einladung, sich mit dem Kreislauf des Lebens und des Todes auseinanderzusetzen und den Übergang durch Loslassen und Besinnung auf die eigenen Wurzeln zu ehren.

Vielleicht erinnert ihr euch? Im vergangenen Jahr habe ich mir etwas einfallen lassen, wie wohlbedacht wir den unwissend umherirrenden Kindern an der Schwelle zwischen Sommer und Winter begegnen können. Und so kam ich auf die Idee kleine Säckchen zu packen. (dazu mehr im Beitrag im Kommentar).

Alles heidnisch oder was? Bei den Kelten ist Samhain der Beginn des neuen Jahres. Zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November ist der Schleier zur Anderswelt sehr dünn, und wir sind unseren Ahnen sehr nah. Die Tore zur Totenwelt öffnen sich. Nach einer letzten Erntephase legt sich Mutter Natur zu Ruhe, um Kraft für den Frühling zu sammeln. Das Vieh wird von der Alm getrieben, geschlachtet und für den Wintervorrat verarbeitet. Ein Teil der Ernte wurde auch als Opfergabe bereitgestellt.
Ein schönes Erlebnis vergangener Tage soll nicht unerwähnt bleiben. Ob es eine Verbindung zu der nun anbrechenden Zeit gibt, vielleicht. Aber wie auch immer, es war ein ganz besondere Moment: Im Garten beobachtete ich eine Libelle, die sich immer wieder auf den gleichen Platz auf unserem Grill setzte. Ich fragte aus Spaß, „Na, dir gefällt es wohl hier?“ und trat etwas näher an sie heran. Libellen sind ja eher scheu und fliegen immer ganz aufgeregt umher. Das war an diesem Tag nicht so. Es wirkte auf mich, als wenn sie mir aufmerksam zuhörte. Also brabbelte ich weiter. Nun flog sie mich plötzlich an, also ob sie bei mir sitzen wollte. Ich erzählte leise weiter und streckte ihr meine Hand entgegen. Und siehe da, sie flog los, kreiste einmal um mich herum und landete auf meinem Finger. Dort blieb sie dann eine recht lange Zeit (etwa 10 Minuten) sitzen. Diese wundervolle Begegnung erstreckte sich über etwa eine halbe Stunde. Es wirkte irgendwie vertraut.
Eine Libelle war es auch, die zuletzt auf einem Grabstein des Gräberfeldes in Oksbøl, Dänemark (wo viele deutsche Kinder grausam zu Tode kamen) lange saß, und uns von dort aus beobachtete.

Libellen sind etwas wunderbares. Ganz gleich, ob es nun ein Zeichen, oder eine Symbolik war, fest steht, wir sind eins mit der Natur, und wenn wir uns mit dem Geschehen aufrichtig verbinden, werden wir ganz viel spüren.
Und mit diesen Gedanken treten wir nun ein, in den Winter, in die dunkle Jahreszeit.