Zum Volkstrauertag

Ein paar Gedanken zum Gedenken:

Kennzeichnend für den Umgang mit den „Eigenen“, also mit dem Elend und dem Leid des eigenen Volkes, und damit ernüchternd aufschlussreich, war unser heutiger Besuch zum Volkstrauertag am Denkmal für die Kriegsgefangenen der Rheinwiesenlager in Wesel Büderich. Diese Gedenkstätte liegt nur wenige Kilometer von unserem Wohnort entfernt.

Kein Hinweisschild, keine Wegbeschreibung dorthin, nirgendwo ein Vermerk, keine Nachrichten von den regionalen Sendern, oder gar Aufrufe zu Gedenkfeiern, Nichts! Einfach nichts!

Wir haben zwei Bündel mit Zweigen vom Lebensbäumchen mit einer Schleife versehen und am Denkmal niedergelegt. Niemand war hier. Lediglich eine Kerze entdeckten wir in einer Ecke dieser Gedenkstätte, um die sich offensichtlich keiner schert.

Es ist wieder einmal bezeichnend wie sehr man doch bemüht ist, die Geschichte unseres Volkes in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das etwa 90 ha große Lager befand sich auf dem Meerfeld am Rande Büderichs. Umgeben war es von Stacheldraht. Ungeschützt mussten rund 80.000 Kriegsgefangene auf blankem Acker leben, bis das Lager am 15. Juni 1945 aufgelöst wurde und die Gefangenen in einem Marsch ins Lager Rheinberg (12 Kilometer weiter nördlich) verlegt wurden. In diesem nördlichsten Lager der Rheinwiesen ging es dann noch schrecklicher zu. Die Tortur dort hat kaum jemand überlebt.

Einen umfassender Beitrag zu den Rheinwiesenlagern findet ihr in der Kommentarspalte.

Rückblick:

Im November des vergangenen Jahres besuchten wir die Hohensyburg.

Inmitten der Wallanlage offeriert sich ein mächtiges Kriegerdenkmal, dass einen liegenden gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg darstellt. Auf der Höhe seines linken Unterschenkels wacht der Adler. In dem Moment, als ich meine Kamera zückte, um den Soldaten aufzunehmen, warf die Sonne ihre Strahlen direkt auf den Kopf des Adlers und auf das Gesicht des Soldaten. Wir konnten diesen Moment einfangen.

In unmittelbarer Nähe befinden sich drei große steinerne Tafeln. Andächtig stehen wir davor. Es sind wieder ganze Familien, die als Kriegsopfer zu beklagen sind. Opfer aus den Kriegen 1870/71, als auch aus dem Ersten Weltkrieg und seinem Anschlusskrieg. Unzählige deutsche Opfer sind zu beklagen. Die wahren Kriegstreiber hierfür sind bekannt.

(Den gesamten Beitrag dazu findet ihr wie gewohnt in der Kommentarspalte.)

Gedenken wir unseren tapferen Soldaten, unseren Vätern, Großvätern und all unseren Vorfahren, die einst für unser Land mit ihrem Leben einstanden. Unsere Ahnen gedachten stets der gefallenen Krieger, ehrten diese und waren bemüht, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

Wie dazumal: Einherjar war ein Feiertag, der den gefallenen Kriegern und Helden der Wikinger gedachte. Es war ein Gedenktag, um ihren Mut und ihr Opfer zu feiern. Einherjar beinhaltete häufig Zeremonien, Lieder und Geschichten, die den Ruhm der gefallenen Krieger betonten. Für die Nordmänner verkörperten die Einherjar Mut und Loyalität, Eigenschaften, die über Mythen hinausgehen und in unserem modernen Verständnis von Heldentum widerhallen.


Wind!

Kommst Du nach Osten in Steppe und Sumpf

und weiter zum Wolgastrand;

so grüß unsre Toten dort,

die Helden im fernen Land.

Sag‘: In der Heimat da blüht jetzt der erste Mohn,

und die Stare im Apfelbaum brüten schon;

kräftig und hoch steht im Felde der junge Klee,

und die Lerchen steigen und singen wie eh’ und je.

Wind, sag es den Toten, sag’ es behutsam und leis;

Wind, vergiß es nicht –

sie liebten Deutschland so heiß!

Sterne!

Seht ihr im Norden das eisige Land

und spürt ihr sein tiefes Weh,

so grüßt unsre Toten dort,

die Helden in Nordlands Schnee.

Sagt: In der Heimat da spielt jetzt so manches Kind,

und in goldene Haare greift leiser Wind,

Korn wogt im Felde und duftet im ersten Blüh’n,

Und die Erde steht leuchtend im Maiengrün.

Sterne, sagt es den Toten, sie ruhen in Nordlands Eis;

Sterne, vergeßt es nicht –

sie liebten Deutschland so heiß!

Sonne!

Kommst Du nach Westen zum Dünenrand

und weiter zum grauen Meer,

so grüß’ unsre Toten dort,

die Helden vom deutschen Heer.

Sag‘: In der Heimat beginnt jetzt die schönste Zeit,

wo in schattigen Wäldern der Kuckuck schreit,

Trollblumen leuchten und Löwenzahnflocken weh´n,

Und in hellen Farben die Wiesen in Blüte steh´n.

Sonne, sag’ es den Toten, sie ruhen in Düne und Meer;

sie liebten Deutschland so sehr!

Mond!

Kommst Du nach Libyen und siehst Du den Nil

und Afrikas heißes Land,

so grüß’ unsre Toten dort,

die Helden im Wüstensand.

Sag‘: daß zu Hause noch immer der Brunnen klingt,

der von uralten traulichen Dingen singt;

Pfingstrosen stehen am sonnigen Gartenzaun,

Und dahinter – Frauen, die still in die Ferne schau´n.

Mond, sag’ es den Toten, die Wüste ist stumm und leer;

Mond, vergiß es nicht – sie liebten Deutschland so sehr!

Eines nur, Mond und liebes Sonnenlicht,

eines nur sagt unseren Toten nicht,

verschweigt es tief, Sterne und leiser Wind,

sagt ihnen nicht — daß wir verraten sind.

Ursel Peter


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