Advent (lat) = Ankunft,
Woche für Woche löschten die Menschen ein Licht bis kurz vor der Sonnenwende, wo dann nur noch eine Kerze brannte. Dies war als Bitte des Julfeuers zur Rückkehr der unbesiegten Sonne zu deuten. Der Begriff „Jul“ stammt aus dem nordischen und bedeutet “Rad des Lebens”.

So wie der Ring weder Anfang noch Ende hat. Wir kennen das aus Richard Wagners Oper „Ring des Nibelungen“ oder aus dem Roman „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien. Der Ring steht für die Ewigkeit.
Wenn wir nun unser Rad, oder den Ring mit dem duftendem Grün von Tannen, Fichten, Wacholder, Eiben oder Kiefern schmücken, verbinden wir das mit der unzerstörbaren ätherischen Lebenskraft der Natur.



Anschließend versehen wir das Grün zumeist mit roten Bändern. Sie wirken als Träger der Seele. Warum das? Es steht geschrieben, das atmende Wesen mit rotem Blut in der Antike als beseelt galten.
Und nun kommen wir zu den Kerzen, deren Flammen das Wachs aufzehren. Sie verkörpern das göttliche Licht, das die Dunkelheit vertreiben soll. Man geht davon aus, dass es 6 Kerzen waren, die angezündet wurden.. Woche für Woche löschten die Menschen ein Licht bis kurz vor der Sonnenwende.


Zwischen Samhain und Winterfest – eine Zeit, in der das Julrad stillsteht, eine Zeit, in der der Schleier zur Anderswelt sehr dünn ist und die Ahnen uns ganz nah.
Mögen wir bewusst durch diese fabelhafte Weihezeit gehen. Und dabei unser altes und ursprüngliches Brauchtum wieder aufleben lassen und pflegen.
Achja, und oft wird die Frage gestellt, welchen Ursprungs der Adventskalender ist? Tatsächlich ist dieser eine neuzeitliche Erfindung und stammt aus dem Schwabenlande vom Pfarrerssohn Gerhard Lang (1881-1974). Seine Mutter nähte 24 Kekse (angeblich waren es schwäbische Wibele) auf einen Karton und der Bub durfte jeden Tag einen essen.
Als Teilhaber der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang verzichtete Gerhard Lang auf die Gebäckstücke und verwendete stattdessen farbenprächtige Zeichnungen, die ausgeschnitten und auf einen Pappkarton geklebt werden konnten.
1908 verließ dieser erste, wenn auch noch fensterlose Adventskalender die Druckpresse. Damals sprach man noch von „Weihnachtskalender“, oder „Münchener Weihnachts- Kalender“. Seit ca. 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen auf den Markt, so wie wir sie heute kennen.
Der Gedanke des Adventskalenders verbreitete sich in der ganzen Welt. In England sind es 25 Türchen, die geöffnet werden, da Weihnachten dort offiziell erst am ersten Weihnachtstag beginnt.
Von unserem ganz persönlichen Kalender öffnen wir ab dem 1. Dezember 24 Türchen, und das Jahr für Jahr aufs Neue. Und es ist immer wieder eine Freude sich von den winzigen Zeichnungen zur Heimatstadt, die sich hinter den Türchen verbergen, überraschen zu lassen.

Einen weiteren Beitrag zur bevorstehenden Ankunft des Lichts, findet ihr im Kommentar.
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Textquellen, gestützt auf Inhalte aus „Die Magie der Sonnenwenden“ von Wolf Dieter Storl.
Infotafel: Warum eigentlich sechs Kerzen?
Gute Frage: Eigentlich ist die Zahl 6 in der nordischen Mythologie unbekannt. Doch da heidnische Familien in Schweden auch das Alvablot feierten, lagen zwischen diesem und dem Fest zur Wintersonnenwende genau sechs Wochen. Daher begründet sich vermutlich die Anzahl der 6 Kerzen.
Sie wollten die Kerzen allerdings nicht einfach durchnummerieren. Zufällig passte, dass die historischen Runenreihen am Anfang immer festgelegte Folge der 6 Runen haben, daher „Futhark“ genannt werden und diese Runen prima auf die 6 Kerzen zu verteilen sind.
Nach Lena Månstråles Interpretation bedeuten die sechs Runen Folgendes:
Fehu : die Rune des Wohlstands. Wohlstand durch Dankbarkeit für das, was man hat.
Uruz: Neustart
Tors runa. Alle radikalen Veränderungen erfolgen durch Chaos. Thor durchbricht die Dunkelheit, es donnert und blitzt!
Ansuz: Die Rune der Luft und des Windes.
Raido: Die Reise des Lebens. Die stärkste Schutzrune.
Kenazu: Das Feuer. Das innere Feuer. Funke des Lebens, Lebensfähigkeit.
Was ist Alvablot? Das álfablót war ein Fest, das zwischen dem Ende des Herbstes und dem Beginn des Winters stattfand. Zelebriert, als die Ernte eingebracht wurde und die Tiere am fettesten waren.