… diese Zeit nennt man auch Sperrnächte.
In einer uralten Überlieferung und Weisheit heißt es, dass am 8. Dezember die Erde einen Impuls der Sonne empfängt, um ihr nach 13 Tagen ein neues Leben zu schenken.

Die Zeit vor der Wintersonnenwende wurde dazu genutzt, um für das das noch verbleibende Jahr, alle landwirtschaftlichen Geräte wegzuräumen und wegzusperren und das Arbeiten einzustellen. Man beschränkt sich auf das Nötigste und verräumt alles in den Schuppen.
Viele Tiere gehen in den Winterschlaf/Winterruhe und auch die Pflanzen haben endgültig ihre Säfte unter die Erde verlegt. Alles an Werkzeugen wurde nach der Ernte sorgfältig überprüft, sortiert, repariert oder geschärft um für das nächste Jahr einsatzbereit zu sein. Jetzt ist die Zeit um aufzuräumen.

Von der Sehnsucht nach Ruhe, von Sperr- und Rauhnächten
Am 8. Dezember beginnen die 13 sogenannten Sperrnächte, die das ausklingende Jahr „verschließen“. Sie heißen auch Dunkelnächte, da es die allerdunkelste Zeit des Jahres ist, bevor mit der Wintersonnwende das Licht wieder stärker wird.
Also machen wir es wie die Natur, treten den Rückzug an, und das aus tiefstem Herzen heraus. Ich war noch nie ein Freund von diesem hysterisch herbeigeführten Einkaufsrausch. Dabei ist es doch um so viel schöner, sich diesen Sperrnächten – sie beginnen mit dem 8. Dezember und enden am kürzesten Tag und der längsten Nacht, dem 21. Dezember – einfach hinzugeben, um die Ruhe zu bewahren.
Bei den sogenannten Sperrnächten handelt es sich dann um die 13 Tage, die auch den alten germanischen Jahreskreis mit 13 Mondzyklen symbolisieren. Zwischen dem 21. und 24 Dezember herrscht völlige Dunkelheit, bis am 25. Dezember das erste Mal die Sonne wieder für etwa 1,5 Minuten länger am Himmel steht.
Die erste Rauhnacht beginnt dann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, und die letzte Rauhnacht findet in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar statt. Es gibt aber auch die Tradition der ersten Rauhnacht, beginnend mit dem Datum des 21.12. zur Wintersonnenwende.
Und wie verbringen wir das „Faulsein“? Ganz einfach: Wir zünden die Kerzen an, und bringen Licht ins Dunkel!

Nehmen wir uns die Zeit für schöne Gedanken, bevor wir das Alte Jahr (ver)schließen.
„
Strom der Wahrheit
Wenn versunken Licht und Larmen,
Sitz ich bei der Lampe Schimmer
Oft im nachtlich stillen Zimmer,
Wo Gedanken mich umschwarmen,
Auf ein altes Buch gesenkt
Meine Stirne ernstbeschwert;
Kuhlung mir der Nachtwind schenkt
Durch das Fenster unverwehrt.
Wundersame Lieder sausen
Drauben Wind und Wald und Wetter,
Und es wehn des Buches Blatter;
Welch ein feierliches Brausen!
Und ich lausche und ich lausche,“
An ein Ufer fern entruckt. –
Rausche Strom der Wahrheit, rausche!
Meine Seele lauscht entzuckt.
(Bruno Wille)
————–
Interessantes zur Zahl 13
Dass die 13 und der Freitag schlecht beleumundet sind, hat vor allem mit der Christianisierung Europas zu tun. Denn die Missionare (Jesuiten) brachten mit dem neuen Glauben auch einen neuen Kalender. Die Abschaffung des keltisch-germanischen Mondkalenders, der 13 Monate umfasste, und die Einführung des zwölfmonatigen Sonnenkalenders stießen allerdings auf Widerstände. Um den 13. Mondmonat aus dem Gedächtnis der „Barbaren“ zu löschen, wurde die 13 zur Unzahl erklärt.