Um 10.21.Uhr stand die Sonne am niedrigsten.
Heil und Segen zur Sonnenwende – hier lasse ich dann am Ende Bilder sprechen.
Und so geht es weiter: Zunächst mit unseren Wünschen zur ersten Raunacht., aber auch mit der Möglichkeit unseren Ballast, das was uns besonders belastet, loszulassen. Dazu bekamen wir ein Scheit Holz und Kohle zum draufschreiben. Was soll man sagen, in Tagen wie heute: Da fand sich einiges Interessantes an Ballast “ im Feuer…












Dann wurde das Brot gebrochen. Einen Teil für uns, der andere Teil kam für unsere Götter ins Feuer
Die Kinder haben die Bäume und Hecken schön geschmückt für die Tiere des Waldes.
Wir haben noch schöne Gedichte gelesen, gesungen, getanzt und am Feuer andächtig verweilt.
Gestern haben wir mit dem Feuer die bösen Geister ausgetrieben, wir haben dem Feuer unsere Wünsche und Lasten übergeben,… und dann besuchten wir unseren Kaiser. Wir trafen ihn wie immer auf dem
Kyffhäuser:
Der Tag danach: Da sitzen wir nun, in Eintracht mit unserem Kaiser.
Wir haben aber auch ein ernstes Wörtchen mit ihm geredet, und gefragt, was wohl noch alles passieren soll, bevor er aufwacht und sich endlich“auf den Weg macht „..?
„Verwittert, zerbröckelt, zerfallen Ragt droben das alte Gestein, Die moosigen Trümmer umzittert Des Mondes gespenstiger Schein.
Und ruhlos umflattern Gestalten Den Turm in der stillen Nacht, Laut krächzende Raben, sie halten Beim Throne des Kaisers die Wacht.
Tief drunten mit treuen Vasallen, Da sitzet der Herrscher so bleich, Und wehklagend zieht durch die Hallen Der Schatten vom deutschen Reich.
»Erheb dich, du tapferer Ritter, Ergreif dein gewaltiges Schwert, Damit es im Schlachtengewitter Wie einst alle Feinde verheert!
Noch ist ja dein Ruhm nicht verklungen, Noch rollet ja feurig dein Blut Hat selbst doch den Marmor bezwungen Des Bartes gewaltige Flut!«
»Es konnte mein Bart wohl bezwingen Im Laufe der Jahre den Stein, Wie soll ich mein Schwert aber schwingen, Ich deutscher Mann ganz allein?
O schließe die Augen auf immer, Du Wand’rer in altdeutschen Gaun, Die Trümmerwelt wirst du wohl nimmer Als einiges Ganze erschaun! Kein Strahl wird die Nacht dir erhellen, Obgleich dies die Sage verheißt. Dein Hoffen muß ewig zerschellen An Deutschlands uneinigem Geist!«
(E. Marlitt (1825 – 1887), Pseudonym für Friederieke Henriette Christiane Eugenie John, deutsche Schriftstellerin)
























