Noch ein paar Gedanken zur Weihnachtsgeschichte

Bevor wir mit der Nase in den gut gefüllten Töpfen schnuppern, den Duft der Plätzchen in der Nase genießen, oder uns eben all der Annehmlichkeiten der Weihnachtstage gütlich tun, möchte ich euch allen ein besinnliches und schönes Fest wünschen, sowie bezaubernde Raunächte.

…., und damit auch gleich noch einmal zur eigentlichen Weihnachtgeschichte überleiten.

Ganz gleich, wie ihr diese Tage zelebriert, wichtig ist nur, dass ihr euch stets des Ursprungs dieser bewusst seid. Etwas, was über Jahrhunderte hinweg in die Köpfe der Menschen gemeißelt wurde, um sie von ihren Wurzeln zu trennen, lässt sich nicht einfach so wegpusten. Doch nur, wer sich seiner Vergangenheit und seiner Wurzeln gewahr ist, wird in diesen gegenwärtig eher unruhigen Tagen und trotz der desaströsen politischen Zustände bestehen können.

In den frühesten schriftlichen Belegen ist von „ze wihen nahten“ oder „wihe naht“ die Rede. Der erste Teil des Wortes geht auf das germanische „wisja“ oder „wiha“ zurück, was soviel wie „heilig“ oder „geweiht“ bedeutet.

Die frühen Christen haben gar kein Weihnachten gefeiert, bis die Kirche im 4. Jahrhundert den 25. Dezember zum Feiertag erhob gegen den rivalisierenden Kult des Sonnengottes. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Fest genauso wie seine Gabenbringer, vom Heiligen Nikolaus und dem Christkind bis zum amerikanisierten Weihnachtsmann.

Zum 26. Dezember, dem Sankt Stephanus Tag, wie auch zum 28. Dezember, dem „Tag der unschuldigen Kinder“ schreibe ich später noch etwas.

An dieser Stelle möchte ich gar nicht so weit ausholen. Daher nur eine kurzer Überblick zum ursprünglichen Charakter des Weihnachtsfestes.

• Da ist der Baum als immergrünes Wesen für die Unsterblichkeit des irdischen Lebens. Die immergrüne Tanne bietet sich ja gerade im Winter als Symbol der Hoffnung auf einen neuen Frühling an.

• Das Schmücken von Bäumen ist vielen indigenen Wald-Religionen bekannt. So stimmt auch dieser germanische Brauch bis heute mit unserem heutigen Schmücken des Weihnachtsbaumes überein.

• Wenn wir vom historisch-germanischen Weihnachten sprechen, meinen wir die weihevolle Nacht, in welcher von der germanischen Erd- und Himmelsgöttin unseres Kulturkreises, – die je nach Region Hulda/Huldr/Holda/Holle oder Perchta heißt zur Wintersonnenwende das Sonnengottkind Balder wiedergeboren wird-

• Mit Jesus überdeckte der Klerus die alljährliche Wiedergeburt des Sonnenkönigs Balder, die weihevolle Nacht.

• Wenn es im Lied heißt, „uns ist ein Kindlein geboren“, so ist damit in verdrängter Wahrheit das Sonnengottkind unserer Erd- und Himmelsgöttin Hulda/Huldr/Holda/Holle/Perchta gemeint.

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Und nun wieder hin zu den herrlichen Düften und Bräuchen:

„Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft

ich atme ein den verlockenden Duft

Yulezeit ist da, Yulezeit ist da

Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht

die Sonne wendet und Balder erwacht

Stellt das Sonnenrad auf, stellt das Sonnenrad auf

Der Tannenbaum in seiner Pracht

Der Yuleast lodert hell durch die Nacht

Stimmungsvolle Ruh, stimmungsvolle Ruh

Das Licht am Himmel die Hoffnung bringt

und Tor wild seinen Hammer schwingt

Kraft fürs kommende Jahr, Kraft fürs kommende Jahr

Frey und Freyas Sinnlichkeit

bringt Liebe, Lust und Fruchtbarkeit

Leben wird weitergehn, Leben wird weitergehn

Oh, Wintersonne, das Fest für Sie

Met, Korn und das Blut, unsere Gaben an Sie

Auf ewige Wiederkehr, auf ewige Wiederkehr“

(Hagalaz Runedance: Das Fest der Wintersonne (ein Weihnachtslied)]

Nach unserem Julblót nehmen wir die neue Flamme in dem Windlicht mit rein und zünden alle Lichter samt Kaminfeuer an. Bevor wir uns zu Tisch setzen, tragen wir eine aromatisch duftende und zugleich reinigende Räucherung aus heimischen Kräutern, Hölzern und Harzen durch unser Haus.

Die Kerze des Julleuchters leuchtet als Zeichen der Wiedergeburt des Lichtes. Am frühen Morgen, nach der Begrüßung der Sonne, bietet sich ein üppiges Frühstück an, wobei man für die Ahnen symbolisch den Tisch ebenfalls deckt.

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So lässt es sich nachlesen:

„Im 4. Jahrhundert hat Papst Julius I. den 25. Dezember in tatsächlicher Unkenntnis des Datums (von Jesu Geburt; V. Wagner) diesen Tag als Geburtstermin Jesu festgesetzt (!) Er gab damit dem alten Sonnenwendfest – das nach dem julianischem Kalender am 25. Dez. gefeiert wurde – ein christliches Fundament indem er die Daten vom Sonnengott Sol-Invictus und Jesus parallelisierte. Wenn man bedenkt das sich aus der Bibel keine Daten zum Geburtstermin extrahieren lassen, ist einsehbar das diese Parallelisierung von römischer Sonnenwendfeier und Jesusgeburt ein politisch – religiöser Schachzug war.“

„Der ‚Osservatore Romano‘, das amtliche Blatt des Vatikan, sprach noch 1935 von der ‚heidnischen Mode des Weihnachtsbaumes, eines Überbleibsels alter Naturgebräuche‘, und trat für die Abschaffung des nordischen Brauches ein.“

Es war Goethe, der den Baum mit „Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfel“ im „Werther“ in die deutsche Literatur brachte.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts akzeptierte die katholische Kirche den Weihnachtsbaum und fügte ihn mit der Krippe zu dem christlichen Weihnachtssymbol zusammen. Zwar gibt es schon von 580 u.Z. ein kirchliches Verbot, nach dem es zu unterlassen sei, „mit dem Grün der Bäume die Häuser zu umgeben oder zu bekränzen“.

Noch ein paar Gedanken:

Die relativ kurze Zeit, in der am Heilgen Abend die Wachskerzen am Lichterbaum brennen und die Glaskugeln funkeln, ist tatsächlich magisch, eine Berührung mit der Ewigkeit.

Ich denke nicht, dass diese Zeit nur einer Heuchelei gleich kommt. Ganz gleich ob man Christ, Heide, Agnostiker oder Atheist ist, man spürt, das Weihnachten eine ganz besondere Zeit, die uns tief in der Seele berührt. Es ist ein kosmisches Ereignis, ein Wendepunkt im Sonnenlauf, den auch unsere Tiere und Pflanzen wahrnehmen.

Und auch das ist schön zu wissen: Die Spitze des Weihnachtsbaumes repräsentiert den Nordstern, den Polarstern, um den sich scheinbar der ganze große Sternenhimmel dreht, und die golden leuchtende Sonne am Weihnachtsbaum steht für die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichts.

„Nun tragt ins Zimmer mir herein den grünen Tannenbaum.

Ich möchte einmal träumen

noch den süßen Weihnachtstraum.“ (Therese Keither)

„Außer dem Lichterbaum

im Weihnachtszimmer

steht der riesige Lichterbaum

des Sternenalls vor uns.

Er leuchtet uns auf dem Pfade zum neuen Jahr“ (Herbert Fritsche)

Heil und Segen euch allen in dieser besonderen Zeit.

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Quelle

Wolf Dieter Storl – Magie der Sonnennwenden

Herbert Fritsche – Sinn und Geheinnis des Jahreslaufes

Frazer, James George Der Goldene Zweige

Giebel Marion, Das Geheimnis der Mysterien

Haerkötter Gerd und Marlene – Das Geheimnis der Bäume

Nemenyi Geza, Götter. Mythen Jahresfeste


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