Von den heiligen drei Königinnen auf der Görresburg
Am 6. Jänner gehen die drei heiligen Könige von Haus zu Haus, um Segen zu bringen. Wie in den vergangenen Jahren waren wir nicht zugegen, und die Sternsinger hinterließen uns eine Nachricht.

Gerne hätten wir ihnen ebenfalls eine Nachricht zukommen lassen.
Denn wer weiß schon, dass sich diese drei heiligen Männer von den viel ursprünglicheren „drei heiligen Frauen“ ableiten?

Die drei heiligen Frauen wurden im keltischen Brauchtum „ Ambeht, Borbeht, Sonnbeth“ genannt. Da sie und ihre Kraft auch durch die Christianisierung nicht verdammt werden konnten, wurden sie umbenannt in: Katharina – Barbara – Margarete. In folgendem Spruch werden sie beschrieben:
„Katharina mit dem Radl (stellt des Jahresrad dar)
Margarete mit dem Wurm (stellt den Drachen, urweibliches Prinzip, dar)
Barbara mit dem Turm.“
Erst durch die Christianisierung wurde aus diesen drei starken, mächtigen Frauen, die die Gesamtheit des Universums darstellen, die zurückgehen auf die dreigestaltige Göttinnen-Verehrung, die männliche Version mit den drei Königen.

Wenn wir die Zeichen, die die „heiligen drei Könige“ heute noch an unsere Türen malen, mit geschärftem Blick betrachten, erkennen wir, dass die „Göttinnen“ noch immer wirken:
K(atharina) + M(argarete) + B(arbara). Als urweiblichen Segenszeichen sind sie uns erhalten geblieben. (C + M +B).
Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Sprache, einer Zahl und gewissen Farben. Wer sich näher damit beschäftigt, dem werden die Augen geöffnet, auf welche Weise seit Jahrhunderten das göttlich Weibliche in unserem Sprachraum verdrängt, versteckt und verborgen wurde.
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Wir haben die drei heiligen Frauen besucht. Die weiblichen Gottheiten unserer heidnischen Vorfahren.


Weit zurück führt der Weg in die Zeit, als Matronen noch Göttinnen waren. In Stein verewigt und unter dem Wort Matronae zusammengefasst wurden die Göttinnen von römischen Legionären. Doch der Kult von drei segenspendenden weiblich-göttlichen Wesen ist viel älter und führt bis in graue Vorzeiten und zu den Naturreligionen zurück.
Bis heute besuchen die Menschen diesen Kultplatz und legen ihre Gaben nieder. Der Weg war im Schneegestöber schon recht beschwerlich. Doch schließlich war es ein ganz besonderer Moment, als wir dann bei den Göttinnen am Heidentempel eintrafen.

Damals wie heute:
Besonders zu den Sonnen- und Mondfesten machten und machen sich die Menschen oftmals auf den weiten Weg, um diese heiligen Stätten zu besuchen. Von Zuhause bringen sie dann Gaben für die Göttinnen mit. Diese „Mitbringsel“ können als Geschenk gesehen werden, aber auch als Bitte an die Göttinnen, diese Gaben zu schützen und reichlich wachsen zu lassen. Den drei Frauen wurden vorwiegend Birnen und Äpfel (meist als Granatäpfel abgebildet) in den Schoß gelegt. Zusätzlich sind Ähren, Pinien, Kräuterkästchen und Schweinsköpfchen als Opfergaben dargestellt. Alle Attribute haben Fruchtbarkeitscharakter, wobei besonders Äpfel und Birnen weibliche Ursymbole sind, die Leben, Sterben und Wiedergeburt versinnbildlichen.
Wohl behütet im Mutterschoß

Aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen und unabhängig voneinander ist die Verehrung einer göttlichen Urmutter nachweisbar. Aus dem Schoß dieser Großen Göttin stammen alle Götter und Menschen und alles Sein im Himmel und auf Erden. Diese göttliche Urahnin gebiert aber nicht nur aus ihrer Lebensmitte das Leben, sondern behütet und beschützt es und nimmt es schließlich wieder in ihren Schoß auf. Sie ist Mutterschoß und Mittelpunkt, in dem Leben, Tod und Wiedergeburt zusammenfließen.




Ich höre Dich
Drei-Frau
vom Feenhügel
am Kranichquell,
im Tal höre ich Dein Lied,
Deine süße, milde Melodie.
Singe, singe weiter.
Heute,
morgen,
noch übermorgen…
Deine Tod-Melodie,
Deine Trost-Melodie,
Meine. (Sigrid Kisters-Hartung)
Nach der Christianisierung lebten die heidnischen Matronen in der Volksfrömmigkeit weiter.
Im frühen Christentum wurden die alten Kultplätze weiter von den Menschen besucht. So gab Papst Gregor der Große um 600 die Anweisung, die Heidentempel nicht zu zerstören sondern in christliche Kirchen umzuwandeln. So stehen die Kirchen an den Kraftplätzen der Götter und Göttinnen. Auf dem Land haben Dorfkirchen, Kapellen, Bildstöcke und Wegekreuze die ehemaligen heidnischen Heiligtümer ersetzt, In der Geisterwelt leben die Matronen als drei unnahbare Juffern weiter. Als geheimnisvolle Lichtgestalten spuken sie an den alten Matronenplätzen, an Quellen und Flüssen.

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Rückblick:
Die Rauhnächte liegen zwischen der Wintersonnwende, dem 21. Dezember “Sie verkörpern den Übergang vom Chaos in die Ordnung.
Zwölf Raunächte! Davon treten die 3 großen hervor: Die Wintersonnenwende, die Heilige Nacht und die Nacht zum Dreikönigstag, auch Perchtentag genannt. In manchen Traditionen beginnen die Raunächte schon am 5. auf 6. Dezember.
Zwischen 2 Jahreszyklen ist eine spirituelle Auflösung und Neuerschaffung nötig, deshalb die Durchlässigkeit der Welten in dieser Zeit wichtig. Im Schoß der Erde regieren eigene Gesetze, Zerstörung und Neuwerdung sind nicht mehr zu trennen. Die alten Substanzen werden zu Bausteinen des Neuen.
Nacht der Mütter
Die „Zwölften“ hießen ursprünglich „Mütternächte“. In Altengland wurden die Tage und Nächte vom 21. – 24. 12. als „Modranight“ = Nacht der Mütter bezeichnet In Böhmen soll die Hl. Nacht ebenfalls „Mutternacht“ heißen und die folgenden Nächte „Unternächte“.
Eine alte Frau aus Graubünden erzählt Luisa Francia, dass die „Zwölfer“ ursprünglich die Zeit war, die aus der Differenz vom alten Mondjahr zum Sonnenjahr entstanden ist. Dies wird vom Taschenwörterbuch der österr. Volkskunde, Band II, bestätigt: „Die Überbrückungsfrist vom
alten Mondjahr mit 354 Nächten und dem julianischen Sonnenjahr mit 365/366 Tagen bezeichnet man als „Zölften“ oder Zwölfernächte“.
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Sophia Lange Als Matronen noch Göttinnen waren
Ziriah Voight „Ritual und Tanz im Jahreskreis die Bedeutung der Rauchnächte
Heide Göttner-Abendroth
Auszug aus einem Artikel von Veronika Lamprecht, in der Zeitschrift „APFEL“ erstmals im Dez. 2010
Unser keltisches Erbe von Inge Resch-Rauter,
Der 6. Jänner ist der Tag der Frau Holle, der Percht, der Großmutter Erde
Und in Anlehnung zu diesem Beitrag noch auf ein Wort zum Berchtelis – oder Berchtoldstag:
Denn ehe die heiligen zwölf Tage zu Ende gehen, kommt noch einmal die Urgöttin, die Percht oder Frau Holle zum Zug.

„Der Berchtoldstag hat einen heidnischen Ursprung und verweist auf die altgermanische „Perchta“, die es bis in die Märchen der Gebrüder Grimm als „Frau Holle“ geschafft hat. Mit ihr kommen wiederum die Seelen der Verstorbenen auf Besuch. Für diese legte man einst, etwa in Ostpreußen, extra Holz in den Ofen, damit sie nicht frieren, man setzte ihnen, wie heute noch im Erzgebirge, ihre Lieblingsspeisen vor. Bei den Bauern schlief vielerorts die ganze Familie auf Stroh, dass man auf dem Fußboden in der Stube ausgebreitet hatte, und überließ den Geistern oder Engeln die Betten.
Die Frau Holle, die Percht, schaute auch, ob das Haus in den heiligen Tagen tadellos sauber und aufgeräumt war und ob während dieser geweihten Zeit die Arbeit ruhte und kein Rad sich drehte, weder das Spinnrad noch das Wagenrad. Nicht einmal das unnötige Rühren in den Töpfen mochte sie dulden. Denn in den Zwölfernächten sollen die Menschen innehalten, ihren Geist in die Tiefe versenken und deren Geheimnisse ausloten. Nur in der Stille der Raunächte ist das möglich.
Danach fing die normale Arbeit wieder an. Für die Frauen war es vor allem das Spinnen, Garnhaspeln, Sticken und Stricken. Das ist die Arbeit, die in der dunklen Jahreshälfte , beim flackernden Licht des Kienspans zwischen Michaelis (29. September) und Lichtmess (2. Februar) in den Spinnstuben getan werden musste. Dabei wurde erzählt – kein Geheimnis blieb unaufgedeckt – es wurde gesungen, gescherzt und mit besuchenden Burschen geflirtet.
Die Holle, die Frauengöttin, war oft mit dabei. Sie ist nämlich auch eine Spinnerin. Sie spinnt die Gedankenfäden der Menschen zu dem, was deren Schicksalsgewebe wird. Sie schaut auf die Spinnerinnen, auf die Hausfrau und das Gesinde, ob sie fleißig sind, und bestraft die faulen Spinnerinnen mit Unglück.“

Wir erinnern uns: „„Kikeriki, kikeriki, die Pechmarie ist wieder hie“ …
Bald löst die schöne Lichtgöttin die dunkle, schwarze Göttin ab, die als Percht den Winter beherrschte. Die Germanen und nordischen Völker feierten die Ablösung, das heute noch bekannteste Fest ist das keltische Imbolc.

(siehe Beitrag im Kommentar).
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Quelle:
in Teilen übernommen von Wolf Dieter Storl – Magie der Sonnenwenden