Carl Spitzweg

Gestern jährte sich der Geburtstag dieses wundervollen Malers zum 217. Male.

Carl Spitzweg

Heute jährt sich der Geburtstag dieses wundervollen Malers zum 218. Mal. Dazu eine kleine Auslese seiner ganz besonderen Werke und ein kurzer Streifzug zu seinem Leben.

Carl Spitzweg wurde am 5. Februar 1808 in München geboren. Seiner Vaterstadt ist er lebenslang treu geblieben. Er starb am 23. September 1885 ebenda.

Zu Spitzwegs angeborenen Talenten gesellte sich sichtlich schon früh das Verlangen mit den Mitteln der Kunst wirklich er selbst zu werden und tiefere Sinngebung für sein Leben zu gewinnen. Er mied nicht nur die Ausbildung an der Akademie, besonders bemühte er sich auch nicht um andere Lehrer. Er blieb Autodiktat.

Doch einige namhafte Maler haben ihm im Lauf seines Lebens nahe gestanden: der bedeutendste unter ihnen war Moritz vom Schwind (1804-1871), der phantasievolle Schöpfer spätromantischer Märchenszenen.

Wer seinen Namen nennt, denkt zumeist an enge, altväterische Gassen und freundliche Gärtchen, an den ganzen für Spitzweg sprichwörtlichen Zauber kleinstädtischen Daseins. Stimmt diese Vorstellung mit dem Lebenskreis des Malers überein? War München damals noch eine verschlafene, weltabgeschiedene Idylle?

Zwei Jahre vor der Geburt Spitzwegs, im 1806, hatte der bayerische Kurfürst als König Maximillian I. Joseph den Thron bestiegen, wodurch München zur nunmehr Königlichen Haupt- und Residenzstadt erhoben wurde. Als Bayer 1818 eine Verfassung erhielt, tagte fortan hier der Landtag. Maximillian Joseph regierte bis 1825; sein kunstsinniger Nachfolger Ludwig I., in dessen Regierungszeit die Stadt durch zahlreiche großangelegte Bauten bereichert wurde, ließe es sich vollends angelegen sein, München zur repräsentativen Metropole aufsteigen zu lassen. Seit 1826 gab es hier eine Universität, zwanzig Jahre später hatte die Stadt bereits mehr als 100 000 Einwohner. Auch unter Ludwigs Nachfolgern entwickelte sich München immer spürbarer zur Groß- und Weltstadt, die durchaus nichts Krähwinkelhaftes hatte. Und dennoch konnte hier ein Talent wie das eines Spitzwegs gedeihen und sogar einem für seine Zeit typischen Grundgefühl gültigen Ausdruck verleihen.

Spitzweg war durch sein väterliches Erbe finanziell unabhängig. Dennoch bedeutete der Wechsel in die Künstlerexistenz für ihn ein großes Wagnis. Aufschlussreich für seine Einstellung dazu ist der Umstand, dass er zunächst den Gedanken äußerte, nur bis zum vierzigsten Lebensjahr das Malen als Beruf auszuüben. Er wollte also seine schönsten Jahre nutzen; später war ja notfalls noch Zeit genug, die erlernte Tätigkeit des Apothekers erneut aufzunehmen.

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Quelle

Lisa Schirmer „Carl Spitzweg“ E.A. Seemann Verlag Leipzig


Ein kleine Auswahl:

Sein wohl bekanntestes Werk ist „Der arme Poet“.

Es gibt aber noch viele weitere schöne Gemälde des begnadeten Künstlers.


Und es wurde wieder fleißig kommentiert:

Ich kenne seine Bilder von kleinauf. Sie hingen bei meiner Oma, bei meiner Uroma. Mich haben die Namen der Bilder nie interessiert, keinen einzigen kann ich dir nennen. Die Bilder waren für mich immer das perfekte Bild, das ein Maler hervorbringen kann. Jedes einzelne lädt zum anschauen ein, zum verweilen, zum sinnieren, zum rätseln und denken, was die Aussage ist. Jedes einzelne lädt dazu ein, eine Geschichte dazu zu erzählen oder zu schreiben, ist dabei gemütlich und warm und bringt Leben auf jede Wand, schmückt jeden Raum, in dem ein solches hängt. Das Autodidaktische Leben Spitzwegs ist für mich wieder ein Hinweis darauf, dass es keineswegs die Schulen sind, die etwas fürs Leben lehren, sondern nur das Leben an sich.

So schöne Bilder; ein wahrer Künstler. Ich kenne nur das im Bett.“

Die Namen seiner Bilder kenne ich nicht. Jedoch sein Spiel mit Licht und Schatten ist famos und macht seinem Namen alle ehre. Wir alle haben zu wählen und uns zu entscheiden.

DER eingebildete Kranke. Schöne alte einfache Kunst


Infotafel (übernommen aus Wikipedia):

Der arme Poet ist das früheste Meisterwerk Spitzwegs. Als Vorbild diente ihm – dem heutigen Stand der Forschung zufolge – der von 1722 bis 1782 in München lebende und zumeist finanzielle Not leidende Dichter Mathias Etenhueber. Es gibt drei fertig ausgeführte Fassungen (alle 1839): Die mutmaßliche Erstfassung befindet sich in Privatbesitz und hing früher als Leihgabe im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, die heute bekannteste Version befindet sich in der Neuen Pinakothek München. Diese bekam das Bild 1887 als Schenkung des Neffen Spitzwegs. Eine weitere Version befand sich in der Nationalgalerie Berlin: Dieses Bild war 1976 Gegenstand einer politischen Kunstaktion von Frank Uwe Laysiepen (auch als Ulay bekannt) Er stahl das Bild, gab es aber nach wenigen Stunden zurück. Am 3. September 1989 rissen es Kunsträuber zusammen mit Spitzwegs Werk Der Liebesbrief von der Wand und brachten es mit Gewalt aus dem Schloss Charlottenburg. Beide Bilder sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.

1839 gab Spitzweg es zur Ausstellung im Münchener Kunstverein frei. Es erhielt scharfe Kritik, u. a. wurde der „beabsichtigte Witz“ als „stimmungslos und fade“ bezeichnet. Das Bild wurde als befremdlich wahrgenommen und man lehnte es geschlossen als Verhöhnung der Dichterkunst ab.

Die früheste Ölskizze (1837) wurde im Januar 2012 bei Sothebys in New York für 542.500 Dollar versteigert und befindet sich jetzt im Grohmann Museum in Milwaukee.


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