Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte – was geschah zuvor?
Anfang Februar 1945 war die Hauptstadt Sachsens praktisch eine unverteidigte Stadt, obwohl die alliierten Bomberkommandos durchaus behaupten könnten, davon keine Kenntnis gehabt zu haben. Wie wir wissen, hatte die Stadt darüber hinaus keine in Betracht kommenden industriellen, strategischen und militärischen Ziele ersten Ranges.
Sir Arthur Harris und sein amerikanischer Kollege Generalleutnant James H. Doolittle machten sich jedoch weniger Gedanken über mögliche Auslegungen internationalen Rechts als vielmehr über die siegreiche Beendigung des Krieges, als sie daran gingen, Dresden im Rahmen der Offensive gegen östliche Bevölkerungszentren anzugreifen.
Sir Arthur Harris betont, dass das einzige internationale Verbot, an das er und sein Kommando sich während des Krieges gebunden fühlten, eine Vereinbarung war, die auf den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zurückging und die den Abwurf von Sprengkörpern aus gasgefüllten Luftschiffen untersagte.
Bereits ab Oktober 1944, flüchteten viele Menschen aus ihrer Heimat Ostpreußen, weil die Gebiete von der Sowjetarmee überrannt wurden. Die ersten Scharen von Flüchtlingen und Evakuierten wälzten sich nach Süden. Viele Tausende kamen nach Dresden, das als der „sicherste Luftschutzkeller“ des Reiches galt. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung, ungefähr sechshunderttausend Menschen, waren aus Ostpreußen geflohen. Die Stadtbewohner waren zusammen mit Frauen, Kindern und Kranken aus den ländlichen Gegenden sowohl nach Dresden und anderen sächsischen Städten als auch nach Thüringen und Pommern evakuiert worden.





Die sächsische Hauptstadt, die vor dem Krieg etwa 630 000 Einwohner zählte, war bald sichtlich übervölkert. Es war das Vorspiel zur endgültigen Tragödie von Dresden: Es gab wenige Deutsche, die jetzt noch in den von russischen Truppen bedrohten Gebieten zurückbleiben wollten.
Die Menschen aus den Ostgebieten erlebten ein Martyrium. So hatten zum Beispiel sowjetische Truppen und Panzerdivisionskommandeure eine Flüchtlingskolonne eingeholt, die aus dem ostpreußischen Gebiet Gumbinnen flüchteten. Die ganze Kolonne war niedergewalzt worden, als der Kommandeur seinen Panzern den Befehl gab, ihren Weg stur fortzusetzen und die Flüchtlinge und ihre Fahrzeuge zu überrollen.
Der plötzliche Beginn der massiven sowjetischen Offensive auf Mitteldeutschland am 12. Januar 1945 sollte noch entwürdigendere Greueltaten mit sich bringen als diesen „Zwischenfall“ von Gumbinnen.



Am 12. Januar brach die 1. Ukrainische Front unter dem Kommando des erbarmungslosen, aber fähigen Sowjetmarschalls I. S. Konjew aus dem Batanow-Brückenkopf an der Weichsel hervor und begann einen massiven Vorstoß in Richtung Schlesien.
Bald darauf schwoll der Flüchtlingsstrom über Nacht zu einer Flut an – eine Völkerwanderung von fünf Millionen Deutschen aus Ostdeutschland hatte begonnen, einen vorläufig noch freiwillige Völkerwanderung, die aber zum Kriegsende hin und darüber hinaus zu der wohl auf brutalste Weise durchgeführten Zwangsmassenausweisung in der Geschichte Europas werden sollte…
Die erste größere Stadt nach der Provinzgrenze war Dresden, und – ob sie hier nun Freunde hatten oder nicht – die meisten Flüchtlinge wollten hier bleiben.
Es handelte sich um eine Flut von Menschen, die in allergrößtem Ausmaß und innerhalb einer erschreckend kurzen Zeit entfesselt wurde; innerhalb von sieben Tagen sollten fünf Millionen deutsche Zivilisten aus ihrer alten Heimat herausgerissen werden, um auf den Straßen und Autobahnen in Richtung Westen strömen.
Sie führten alle ihre letztes Hab und Gut in Kisten und Koffern mit sich und kampierten trotz der niedrigen Temperaturen unter Null Nacht für Nacht unter freiem Himmel, voller Hoffnung und doch ungewiss, welches Schicksal sie in Dresden erwartet.
Zu dem Zeitpunkt, als die Einkesselung Breslaus in der Nacht vor den Dresdner Angriffen begann, befinden sich nur noch zweihunderttausend Zivilsten in der Stadt . Die Mehrzahl der Bevölkerung war zu diesem Zeitpunkt nach Dresden und in andere Orte und Städte des Reichsgebietes geflohen. Von den zurückgebliebenen Breslauern sollten etwa vierzigtausend in den schweren Straßenkämpfen und in sowjetischen Luftangriffen umkommen.
Churchill erklärte dazumal: „“Ich möchte keine Vorschläge haben, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können, ich möchte Vorschläge haben, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“
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Meine Mutter erlebt es so (Auszug aus ihren Erlebnisberichten): Wir verbrachten den 13. und 14. Februar in Görlitz, hörten von den verbrecherischen, unmenschlichen Angriffen auf Dresden ohne das Ausmaß zu erfassen und zu begreifen. Einige Tage später berichteten Bekannte, die sich beim Angriff am Stadtrand von Dresden befanden und leicht verwundet nach Görlitz zurückkehrten, von einer Hölle, von schreienden, und brennenden Menschen. 500 000 Flüchtlinge aus Schlesien befanden sich zu diesem Zeitpunkt in und um Dresden. Es waren vor den Russen geflohene unschuldige deutsche Frauen und Kinder. Zehntausende von ihnen wurden in wenigen Minuten brutal getötet, dazu tausende Dresdner.
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Einige Zeitzeugenberichte, von Menschen auf der Flucht, die das Martyrium überleben konnten….
In stockfinsterer Nacht ging es von Kahlberg aus, wo von anderen Trecks Wagen in dem sehr bergigen Gelände die steilen Berge herabstürzten und zerschellt unten liegen blieben und wo Militärtransporte sie zur Seite drängten, über die schmale Nehrung. Es gab Tote an Menschen und Pferden, viel Klagen und Weinen. Viele Flüchtlinge mussten ohne ihre zu Tode verunglückten Angehörigen, ohne ihre Fuhrwerke und ihre Habseligkeiten zu Fuß weiterziehen.
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Zwischen den Trecks wanderten Tausende Flüchtlinge zu Fuß mit ihrer geringen Habe über die Nehrung, saßen am Waldrande oder an den Chausseegräben, um neue Kräfte zu sammeln für den weiten Weg, oder lagen halbtot oder halbverhungert herum. Niemand konnte diesen Tausenden und abertausenden Menschen helfen. Wer kann je diesen Anblick vergessen! Man sah , wie aus den gefallenen Pferden ganze Fleischstücke von den erschöpften und hungernden Menschen herausgeschnitten waren, um den Hunger zu stillen.
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Morgens um 8 Uhr fahren wir auf das Eis des Haffs.
Uns allen ist sehr bange. Wir sehen eingebrochene Wagen aus dem Eis ragen. Tote Pferde, von Beschuss und Bomben getroffen, liegen verstreut auf dem Eis. Weiter liegen tote Soldaten und unzählige Zivilisten, Mütter mit ihren Kindern im Arm, auf dem Eis – erfroren. Wagen waren getroffen, alles lag herum: Ein Bild des Elends und des Grauens.
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Der Inhalt des Textes in Teilen übernommen, aus „Der Untergang Dresdens“ vom britischen Schriftsteller David Irving
2 Antworten zu “Dresden – wir lesen nun täglich (Teil 3)”
Das Wort „Kriegsverbrechen“ war da noch nicht erfunden.. In einem mir vorliegenden Buch „Frankfurt im Feuersturm“ sind Ähnlichkeiten vorhanden. Mit Fotos der von Bomben ausradierten Stadtvierteln und Opferzahlen. Darüber hinaus abgeworfene, hämischen Flugblätter, in denen die Notwendigkeit Wohnviertel zu bombardieren „erklärt“ wurde. Die Befehle „Deutschland dem Erdboden gleichzumachen“ kann man da auch nachlesen. Meine Eltern wurden drei Mal total „ausgebombt“ und ich kam daher auch an einem anderen Ort zur Welt. Seltsamerweise ließ die Airforce einige Prachtbauten (IG Farben u.a.) zur späteren Verwendung als Besatzungsdomizile unbeschädigt – also konnten die damals schon recht genau zielen (und vernichten)..
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Die Zeitzeugenberichte sprechen für sich. Es ist Schreckliches vorgefallen. Viele dieser Berichte verschwinden leider. Geklagt wird vor anderen Gräbern, aber nicht vor den deutschen. Das ist bitter. Diese Kriegsverbrechen am deutschen Volk sind nie geahndet worden, noch erweist man den Toten die Ehre. Es war gezieltes Töten der Bevölkerung, zu Beginn des Krieges, zum Ende und in der Nachkriegszeit. Es wurde ja offiziell (von Churchill Ende der 1930er Jahre) verkündet, dass dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie den in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpapstes liegt“. Nun, darüber erklärt sich dann auch, warum insgesamt 53 Staaten Deutschland den Krieg erklärt haben. Wurde jemals im Laufe der menschlichen Geschichte einem einzigen Volk von über 50 Nationen der Krieg erklärt, um diesem hinterher für alle gegen es gerichteten Kriegserklärungen die Alleinschuld zuzuschreiben? Zu jener Zeit gab es auf der ganzen Erde gerade mal 60 Staaten! Bis heute, also 2025, wird Deutschland noch von diesen Staaten die sonst üblichen Friedensverträge verweigert. Aber wer weiß davon schon? Nur die, die es von ihren Eltern und Großeltern erzählt bekommen haben, aber darüber zum Schweigen verurteilt wurden. Das ist die Tragödie hinter der Tragödie.
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