8. Februar: Zum Geburtstag von Manfred Krug gibt es nachträglich noch ein „Ständchen“.

Manfred Krug – nicht nur in seiner Rolle als „König Drosselbart“ erinnert er uns daran, wie wichtig Bescheidenheit und Respekt im Umgang mit anderen Menschen sind.

Sein Weg: Vom System der Belohnung und Erpressung in das System der Belohnung und Erpressung

Er wurde am 8. Februar 1937 in Duisburg geboren, und starb am 21. Oktober 2016 im Alter von 79 Jahren im Kreise seiner Familie an einer Lungenentzündung in Berlin.

Damals: Filme wurde abgesetzt, Bücher verbannt und Auftritte abgesagt. Für Regisseure, Schauspieler und Schriftsteller begann die harte Zeit der Zensur

Manfred Krug hat sich gegen einen Schlussstrich unter die Stasi-Akten ausgesprochen. „Davon halte ich nichts“, sagte Krug. „So etwas hat es nach dem Krieg, auch unter Adenauer, genug gegeben. Die sollen sich ruhig noch eine Weile gruseln davor, dass doch noch etwas rauskommt. Das ist doch wohl das Geringste, dass die Täter noch etwas Geduld aufbringen müssen.“

Zu seiner Ausreise 1977 nach der Biermann-Ausbürgerung sagte er, er habe sich dem staatlichen Anspruch, „entweder du gehorchst, sonst knallt’s!’“ nicht beugen wollen.

Nun, auch im Westen übte er Kritik. Er war zweifellos, ein Unbequemer.

Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ rechnet Manfred Krug, Schauspieler im Ruhestand, mit dem Fernsehen ab: „Es wird immer blöder. Das Fernsehen ist zwar ein Massenmedium, und es muss auch Triviales geben. Aber der Zuschauer darf doch nicht jeden Vor- und Nachmittag mit Sülzsendungen und trostlosen Serien abgefüttert und geistig unterfordert werden.“

Vor allem ARD und ZDF kriegen ihr Fett weg: „Die Öffentlich-Rechtlichen haben eindeutig einen Bildungsauftrag, der über das hinausgehen muss, was die Privaten über Werbung eintreiben. ARD und ZDF können sich doch nicht an dem Verblödungswettbewerb beteiligen und gleichzeitig große Sendungen über die PISA-Jugend bringen. Das ist einer Sendeanstalt nicht würdig, die per se Geld von jedermann nimmt“, so Krug gegenüber der Zeitung.

Für die heutigen Serienschauspieler empfand Krug nur noch Mitleid: „Viele Akteure in Serien quälen sich heutzutage mit flachen, völlig sinnentleerten Texten ab. Ein Schmarren, der kaum noch zu ertragen ist.“

Wo er recht hat, hat er recht… und ich blicke vor allem gern zurück auf seine Rolle als König Drosselbart.

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Auch das gehört zum Lebensweg von Manfred Krug: Kurz vor Kriegsende wurde Manfred Krug aus Furcht vor den Russen zu seiner Großmutter Lisa nach Duisburg geschickt. Hier erlebte er einen der schweren Bombenangriffe auf Duisburg mit, worauf seine Mutter die sofortige Rückkehr nach Hennigsdorf veranlasste. Beide Zugreisen unternahm er trotz seines Alters und der kriegsbedingten chaotischen Verhältnisse allein. In Hennigsdorf erlebte er das Kriegsende.


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