Dresden – wir lesen nun täglich (Teil V)

Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte – Tiefflieger über Dresden?

… es waren einmal zwei Autoren …,

Für die schändlichste Episode des Dresdner Luftangriffs sorgten die amerikanischen Mustang-Jagdflugzeuge, die der Welle der B-17-Bomber folgten. Die Schwärme von Menschen, die vor den Bomben flohen und Schutz auf den Elbwiesen suchten, wurden von den Mustangs beschossen. Als Resultat des Beschusses lagen überall Stapel von Leichen an den Ufern. So beschrieb es ein Augenzeuge: « … unzählige Mustangs flogen im Tiefflug über die Menschen, die an den Elbufern kauerten wie auch auf den größeren Rasenflächen des Großen Gartens, um sie abzuschießen.»

Und dann gab es auf einmal zwei Autoren, die es sich zur Aufgabe machten, damals, vor dem 60. Jahrestag der Ereignisse, Geschichte zu klittern. Der pensionierte Geschichtslehrer Helmut Schnatz und der Journalist Götz Bergander veröffentlichten im Jahr 2000, ein Buch, in dem sie die Behauptung aufstellten, die bei den Angriffen im Februar 1945 von der Zivilbevölkerung zahlreich bezeigten Tieffliegerangriffe amerikanischer Jagdflieger habe es in Wirklichkeit nicht gegeben“.

(Diese „These“ wird selbstverständlich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur medialen Verbreitung aufrechterhalten).

Als die beiden Autoren ihr Buch in Dresden öffentlich vorstellten, war der Unmut verständlicherweise groß. Denn Hunderte, ja Tausende von Zivilisten, schon ausgebombt und auf der Flucht vor der Brandhölle, erinnerten sich noch gut daran, wie sei seinerzeit erlebten. Sie allen sahen sich nun von beiden Autoren brüskiert.

Dabei sind die alliierten Tieffliegerangriffe auf flüchtende Zivilisten vielfach bezeugt und in der Fachliteratur seit Jahrzehnten unumstritten.

So heißt es etwa in dem 1998 in dritter Auflage erschienenen Standardwerk „Europe im Bombenkrieg“ aus der Feder des Luftkriegsexperten Maximilian Czesany: „Als sich die zehntausend Überlebenden des nächtlichen Infernos, die auf die Elbwiesen und in „Großen Garten“ geflüchtet waren, endlich in Sicherheit wähnten, gerieten sie in den „dritten Schlag“. Auf die Elbwiesen hatten sich auch viele Kranke, die aus dem brennenden Johannstädter-Krankenhaus kamen, aber auch Verwundete aus den Lazaretten gerettet. Sie alle fielen nun den Bordwaffen und Bomben zum Opfer“.

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Weiter wird einhellig aus dieser Zeit über ein „mit Flüchtlingen überfülltes Dresden“ berichtet. „Forschungen der 70er Jahre“ sprechen von 200000 (davon 85000 direkt in Dresden), auch die ARD sprach einmal von ca. 150000. Wo sind die geblieben? Wurden sie 1944 und die Überlebenden am 30. April 1945, mitgezählt?

Zusätzlich wird von Überlebenden von Tieffliegerangriffen auf Flüchtlingsströme aus den Ostgebieten berichtet – auch nach Dresden und auch vor und nach dem 13./15. Februar.

Doch die Dresdener Historiker-Kommission kamen zu dem Ergebnis, dass keine Tiefflieger-Angriffe nachgewiesen werden konnten? Sebastian Rick, Gröden, kommentiert gar zu einem Bericht der FAZ: „Die in Dresden tätige Historiker-Kommission, die Aufschluss über die Zahl der Toten bei den verheerenden Bombenangriffen um den 13. Februar 1945 geben sollte, stellte entgegen vieler Zeitzeugenaussagen fest, dass sich Tiefflieger Angriffe rund um dieses Datum nicht beweisen ließen.

Demgegenüber ein Bericht /Leserbrief aus der FAZ vom 18.2002: „Ich selbst schreibe zur Zeit eine Doktorarbeit … Im Rahmen dieser Arbeit habe ich alle relevanten standesamtlichen Sterbebücher … durchgesehen … Man kann also feststellen, dass eine sehr hohe Zahl Tiefflieger Angriffe am Kriegsende .. unternommen wurden und dass vor allem Zivilisten auf den hoffnungslos verstopften Straßen darunter zu leiden hatten.“ „Die Dresdener Historiker Kommission setzte sich … das Ziel, Tiefflieger Angriffe nur … um den 13. Februar 1945 zu untersuchen, doch sollte niemand, … die Tatsache bezweifeln, dass diese von den Dresdenern bezeugten Tieffliegerangriffe stattfanden, …“

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An dieser Stelle noch ein paar Fakten /Gegenüberstellungen – möge sich jeder sein „Bild“ von der Wahrheit machen, und möge es ihm gelingen, Propaganda von seriösem Journalismus unterscheiden zu können:

Einwohnerzahl Dresden: 31. Dezember 1944: 566.738 / 30. April 1945: 368.519

Demgegenüber suggeriert man dem Volk:

Publikationen aus den öffentlich-rechtlichen Reihen: „Vor allem Rechtsextremisten haben immer wieder von bis zu einer halben Million Toten gesprochen und versucht, die Luftangriffe auf Dresden zu nutzen, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren.“

»Historikerkommission zu den Luftangriffen auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945«: „Historisch bekannt wurden besonders die vier Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945. Durch sie starben nach neuesten Untersuchungen entgegen oft behaupteten sechsstelligen Opferzahlen zwischen 22.700 und 25.000 Menschen.

Heute angezweifelte Zahlen im Überblick:

• Kieler Nachrichten vom 12.02.1955 “…Aus den Unterlagen des amerikanischen Außenamtes geht hervor das etwa 250.000 Menschen bei den Angriffen ums Leben gekommen sind…”

• Ruhr Nachrichten vom 13.02.1965 “…In diesen 40 Minuten und während der beiden folgenden Angriffe finden mindestens 200- 250. 000 Menschen den Tod…”

• Freie Presse (Bielefeld) vom 12.02.1955 “…Die Schätzungen schwanken zwischen 80.000 und 500.000 Toten…”

• Wiener Zeitung vom 13.02.1965 “…Angaben über Zahl der Toten schwanken zwischen 250.000 und 400.000…”

• Telegraf-West-Berlin vom 14.02.1965 “….135.000 Tote…”

• Volk im Bild vom 12.02.1955 (eine Beilage der KPD Zeitung “Volksstimme”-Köln) ”…Die Opfer werden auf über 350.000 geschätzt und übertrafen selbst die von Hiroshima…” > 1948 erwähnte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz über 275.000 „gemeldete“ Tote im Raum Dresden

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Ein persönliches Resümee:

Der Umgang vieler Bürger mit dem Gedenken an unsere Vorfahren, stimmt mehr als nachdenklich. Mittlerweile macht sich eine Art Pogromstimmung breit, oder warum deckt man Denkmalschänder und Vandalen? Nun ja, zwei Gedanken drängen sich leider auf: Vielleicht, weil sich deren Handlungen gegen das deutsche Volk richten? Oder ist es schlichtweg nur anerzogene Unwissenheit?

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Quelle: Franz Kurowski, das Massaker von Dresden

David Irving der Untergang Dresdens

Hubertus von Tobien, Feuersturm über Dresden

Egon Kunze, Bombenterror gegen Dresden


17 Antworten zu “Dresden – wir lesen nun täglich (Teil V)”

    • Die Tiefflieger, die gezielt Zivilisten beschossen gab’s in FFM. Quelle: Erzählungen meiner Eltern und Beschreibung in dem Buch einer ehemaligen Frankfurter Tageszeitung.

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      • Tat-Sachen sind nicht neutral, jeder sieht in den Dingen, was ihm (den sogenannten Tatsachen entsprechend) für richtig erscheint. An den Bösen, kann das Böse festgemacht werden, das hilft wenig mit dem eigenen Bösen umzugehen.

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      • Die Transaktionsanalyse wurde 1957 von Eric Berne, einem amerikanischen Psychiater entwickelt. Sie ist ein auf der Psychoanalyse basierendes Modell der Persönlichkeit und der Interaktionen. Die Transaktionsanalyse (TA) hilft, Kommunikation besser zu verstehen und das Verständnis für sich und andere zu erweitern.

        Soweit, so gut. Das der Mensch vom eigenen Schatten überfallen werden kann, wird damit nicht beantwortet.

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      • Der Mensch steht nicht im Schatten, er wird mit Ideologie ge,- oder besser verblendet. Machtbesessene Oligarchen und kriegssüchtige Emporkömmlinge verteidigen ihre eigene Armseligkeit. Die Zukunft heißt derzeit Vergangenheit. Waffen, statt Brot für die Welt – unter dem Deckmantel der Solidarität. Egal, ich muss da, aus biologischen Gründen, eh‘ nicht mehr lange zuschauen😉 Vielleicht gehört das ja alles zum Miragespiel „des da Oben, wenn’s ihn denn gibt..“ Wäre ich fromm, würde ich sagen: Lasset und beten..

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      • Das beten hilft nichts, wenn der Mensch vom eigenen Schatten verfolgt wird. Wie schon gesagt, ich habe mit mir selbst genug zu tun. Was andere tun und lassen, das liegt in derer Verantwortung.
        Dass sich Menschen um ihr eigenes Leben verteidigen, dem kann ich nur zustimmen. Es ist niemand zu alt um zu sterben.
        Der Fingerzeig gegen die Bösen anderen, drei Finger zeigen auf mich zurück.
        Die Zukunft beginnt in jedem Moment, für die Lebenden, solang sie noch sind. Jeder findet sein eigenes Ende.

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      • Ich halte es nicht für einen Fingerzeig, sondern betrachte es vielmehr als eine Warnung für alles Kommende. Als meine Eltern und Großeltern aufgezeigt haben, um ihr Leben gefleht, und die wahren Täter beim Namen genannt, zeigten tatsächlich gleich mehrere Finger auf sie zurück, um sie im umgekehrten Sinne für die schrecklichen und menschenverachtenden Taten anderer verantwortlich zu machen. Bis heute zeigen die Finger auf die zurück, die das Schlimmste erleben und ertragen mussten. Sie werden geächtet, diskreditiert, für alles Böse in der Welt verantwortlich gemacht. Und aus diesem vorgefertigten grauen Gebilde heraus, haben unsere Vorfahren, unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern Stein für Stein aneinandergesetzt, für ihre Kinder, für die Nachkommen, ja sie haben ihren Finger aufgezeigt, sie haben uns gewarnt, vor dem, was uns erwartet, wenn wir das perfide Spiel nicht durschauen. Ich bin dankbar für diesen Fingerzeig, auch wenn dann mit mehr als drei Fingern auf mich zurück zeigen sollten. Ich bewahre das Erbe, das mir zuteil wurde, ich habe gut zugehört, und ich bin meinen Vorfahren für ihren Fingerzeig unendlich dankbar. Das Böse ist ein steter Begleiter, seit Jahrhunderten, und es ist nun meine Aufgabe, meine Kinder auf das „Böse“ aufmerksam zu machen. Das ist ja das Traurige in dieser Welt. Wenn die Kinder geboren werden, dann sind sie unschuldig, sie hegen nichts Böses, haben nichts Schlechtes im Sinn, das erfahren sie spätestens mit dem ersten Gang in Kinderbeaufsichtungstätten und Bildungsanstalten, Wir als Eltern müssen gut darauf achten, dass es ein gutes Ende nimmt. Es liegt in der Natur des Menschen seine Nachkommen auf das „Böse“ vorzubereiten. Denn es war ja nie weg.

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      • Anmerkung: zu jedem Kapitel, meine Antwort

        Ich halte es nicht für einen Fingerzeig, sondern betrachte es vielmehr als eine Warnung für alles Kommende.

        Jeder Mensch hat sein Gewissen

        Als meine Eltern und Großeltern aufgezeigt haben, um ihr Leben gefleht, und die wahren Täter beim Namen genannt, zeigten tatsächlich gleich mehrere Finger auf sie zurück, um sie im umgekehrten Sinne für die schrecklichen und menschenverachtenden Taten anderer verantwortlich zu machen.

        Das Böse der anderen, das ich nicht ändern kann; zeigt mir den Weg, den ich nicht gehen soll.

        Bis heute zeigen die Finger auf die zurück, die das Schlimmste erleben und ertragen mussten. Sie werden geächtet, diskreditiert, für alles Böse in der Welt verantwortlich gemacht.

        Die Bösen von damals, jene die verstorben sind, können die Nachfahren nicht zur Rechenschaft ziehen.

        Und aus diesem vorgefertigten grauen Gebilde heraus, haben unsere Vorfahren, unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern Stein für Stein aneinandergesetzt, für ihre Kinder, für die Nachkommen, ja sie haben ihren Finger aufgezeigt, sie haben uns gewarnt, vor dem, was uns erwartet, wenn wir das perfide Spiel nicht durschauen.

        Ich weiss mir nicht, wieviele Verbrecher es unter meinen Vorfahrenden es gegeben hat.

        Ich bin dankbar für diesen Fingerzeig, auch wenn dann mit mehr als drei Fingern auf mich zurück zeigen sollten.

        Niemand ist ohne Schuld: wenn ich glaube ich sei besser als die anderen, darin verhafte, dann hat mich das Böse bereits gefangen.

        Ich bewahre das Erbe, das mir zuteil wurde, ich habe gut zugehört, und ich bin meinen Vorfahren für ihren Fingerzeig unendlich dankbar.

        Wir tragen alle das Böse unserer Vorgänger fahren und das eigene mit dazu.

        Das Böse ist ein steter Begleiter, seit Jahrhunderten, und es ist nun meine Aufgabe, meine Kinder auf das „Böse“ aufmerksam zu machen.

        Schon die Kleinsten wissen was böse und gut zugleich ist, das ist seit Urzeiten für das Gewissen in der Seele eingeschrieben.

        Das ist ja das Traurige in dieser Welt.

        Die Welt ist gut, was wir wirklich sind, steht auf einem anderen Blatt.

        Wenn die Kinder geboren werden, dann sind sie unschuldig, sie hegen nichts Böses, haben nichts Schlechtes im Sinn,

        Meine Erfahrungen sagen mir etwas anderes.

        das erfahren sie spätestens mit dem ersten Gang in Kinderbeaufsichtungstätten und Bildungsanstalten,

        Ich denke anders

        Wir als Eltern müssen gut darauf achten, dass es ein gutes Ende nimmt. Es liegt in der Natur des Menschen seine Nachkommen auf das „Böse“ vorzubereiten. Denn es war ja nie weg.

        Das Böse machen wir; sind Natur in der Natur. Vom Guten zum Besseren der tatsächlich Versuch.

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